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Seilbahnen, Parkplätze und mehr Platz: FDP will Stau-Masterplan

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Die FDP fordert einen "Masterplan Mobilitätsgarantie" für die Wetterau. Wie die Verkehrswege ausgebaut werden müssen, damit sie mit der Entwicklung in der Region mithalten, soll der Kreis darin zusammenfassen – mit einem besonderen Schwerpunkt auf den Problemen in und rund um Bad Vilbel.

Bad Vilbel - Wer als Pendler mit dem Auto morgens aus dem Niddertal nach Frankfurt will oder abends zurück, steht im Stau. Ganz egal, wo er entlangfährt: über die B 521 und die Friedberger Landstraße oder via L 3008 und die Büdinger Straße. In beiden Fällen führt der Weg durch Bad Vilbel oder an der Quellenstadt vorbei.

Die Staus zeigen ein Grundproblem im ganzen Rhein-Main-Gebiet: Der Ausbau der Verkehrswege hält nicht Schritt mit dem Wachstum der Region. Deshalb will der Regionalverband auch eine regionale Verkehrsplanung auf den Weg bringen. In diese müsse sich die Wetterau einbringen, findet die FDP. "Der Wetteraukreis muss sich vorbereiten auf diese Planung", sagt Landtags- und Kreistagsabgeordneter Jörg-Uwe Hahn aus Bad Vilbel.

Ein Masterplan für die Mobilitätsgarantie in Bad Vilbel

Für die nächste Kreistagssitzung haben die Liberalen einen Antrag gestellt, dass der Kreis einen "Masterplan Mobilitätsgarantie" erarbeiten solle. Ein Fachbüro soll diese erarbeiten. Bad Vilbels FDP-Chef Thomas Reimann will den Vorstoß daher auch "als Weckruf" verstanden wissen, "um gemeinsam loszulaufen". Schließlich müssten alle Ebenen gemeinsam tätig werden.

Seit eh und je läuft solche Verkehrsplanung aber auf kommunaler Ebene wie auch bei Land und Bund. Warum soll nun der Kreis mitmischen? Weil viele Lösungen über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinaus notwendig seien, erklärt Hahn. Auch müsse die Planung mit den anderen Betroffenen wie dem Rhein-Main-Verkehrsverbund oder der Straßenbehörde Hessen Mobil abgestimmt werden.

Die problematischen Knotenpunkte

Eine ganze Reihe von Problempunkten haben die FDP-Politiker ausgemacht, bei denen allein im Straßenverkehr Lösungen nötig sind:

In Bad Vilbel auf der Büdinger Straße und im Bereich B 521/Friedberger Landstraße

Auf der B 3 zwischen Bad Vilbel und Karben

Auf der B 455 zwischen Rosbach und Friedberg

Auf der B 3 nördlich von Butzbach.

Schnelle Lösungen seien nirgends in Sicht, seufzt Hahn. Beispielsweise werde die S-Bahn-Strecke der S 6 von Frankfurt nach Friedberg "erst 2026 fertig", der Ausbau der Niddertalbahn von Bad Vilbel bis Stockheim für Ende des nächsten Jahrzehnts anvisiert.

Jörg-Uwe Hahn (FDP) regt an, der Wetteraukreis möge einen Masterplan "Mobilitätswege" erstellen.

Bei den Lösungen wie auch im Masterplan müsse man "mehrspurig denken", sagt Jörg-Uwe Hahn. Womit er nicht nur an mehr Fahrspuren, sondern vor allem an mehr Möglichkeiten der Fortbewegung denkt. Schließlich klemme es ja auch auf der Main-Weser-Bahn oder es fehlten Park+Ride-Parkplätze an den Bahnstationen.

Ausgebaut werden müssten ebenso Fahrradwege. Nicht nur ein Netz sei hier nötig, sondern auch schnelle, direkte Verbindungen für Pendler und sichere Abstellmöglichkeiten für deren Fahrräder. "Wir erkennen da einen Umschwung" bei der Bevölkerung, sagt Hahn – und schließt selbstkritisch die eigene Partei mit ein: "So etwas hätte ich vor zehn Jahren nicht gesagt."

Seilbahnen für die Region?

Sogar die Idee von Seilbahnen, die der Regionalverband selbst aufbrachte, solle geprüft werden. "So etwas gibt’s ja teilweise schon in anderen Städten", erinnert der Landtagsabgeordnete. Geld kosten werde das alles zudem: "Es hilft nicht nur ein schicker Plan, auch die Umsetzung muss finanziert werden."

Große Investitionen nötig

Verhältnismäßig günstig dürften da noch Vorhaben wie die Reaktivierung der Horlofftalbahn von Wölfersheim bis Hungen werden. Riesige Brocken sind dagegen Projekte wie der zweite Bauabschnitt des S 6-Ausbaus von Bad Vilbel bis Friedberg und auch der B 3-Ausbau und -Lückenschluss im Bereich Karben, also von Massenheim bis Nieder-Wöllstadt. Für den Niddertalbahn-Ausbau warten die Beteiligten entlang der Strecke noch auf das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie.

Für die Bad Vilbeler Straßenverkehrsprobleme liegen bisher sogar nur erste Ideen vor: Eine Südtangente von der B 521 bis zum Preungesheimer Dreieck, wofür Bad Vilbels Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) schon massiven Gegenwind aus Frankfurt bekommt. Und da wäre noch die Idee von Niederdorfeldens Bürgermeister Klaus Büttner (SPD), eine Seilbahn von Niederdorfelden nach Bad Vilbel zu bauen.

Regionalverband nicht genügend Tiefe

Aber könnte nicht einfach der Regionalverband diese ganze Planung machen? Der habe nicht genug "Manpower", sagt Jörg-Uwe Hahn, "um so stark in die Tiefe zu gehen". Schließlich müsse alles bis zu kleinen Radwegen in Stadtteilen geplant werden. So etwas wisse man vor Ort einfach am besten.

Wie viel Stunden ein Pendler in Frankfurt durchschnittlich im Stau steht, können Sie hier nachlesen.

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