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Das Alte Rathaus soll in neuem Licht erstrahlen, helle Spots sollen die gelbe Beleuchtung ersetzen.

Fest in Bad Vilbel

Neuer Glanz für 2020: Das sind die Investitionspläne für den Hessentag

Bad Vilbel hat viel zu bieten. Und damit sind ausnahmsweise nicht die Burgfestspiele, die Bibliotheksbrücke oder das geplante Kombibad gemeint. Bad Vilbel vereint darüber hinaus nämlich viele besondere Kleinigkeiten. Und diese sollen im Rahmen der Hessentags-Investitionen hervorgehoben werden. Wege, Informationstafeln und ein neuer Spielplatz sind geplant und sollen die historische Identität von Bad Vilbel ins Rampenlicht stellen. Oder hätten Sie gewusst, dass einst Friedrich Stoltze und Georg Büchner regelmäßig in Gasthäusern in der Frankfurter Straße ihre Abende verbrachten?

Bad Vilbel - Der Hessentagsbeauftragte Claus-Günther Kunzmann begrüßt sein Publikum in der Stadtbibliothek in Bad Vilbel. Bis auf wenige Plätze sind die Stuhlreihen besetzt. Die Präsentation, die Kunzmann vorbereitet hat, beginnt mit Bildern eines zukünftigen Bad Vilbels. Die Smart City ist zu sehen, ebenso die neue Stadthalle. "Das alles könnte ebenso aber auch in einer anderen Stadt stehen", sagt Kunzmann. "Eine Stadt braucht eine Balance zwischen Altem und Neuem." Und Bad Vilbel vereine so viel Historisches in sich.

Das gelte es nun aufzuarbeiten und im Rahmen der Investitionen für den Hessentag nach vorne zu stellen. "Der Hessentag ist irgendwann vorbei, aber diese Investitionen sind nachhaltig. Eine Stadt braucht Substanz, Orte, mit denen man sich identifiziert", sagt Kunzmann.

Und das hat die Stadt vor:

Neue Wege durch die Stadt: "Wir planen einen Premium-Wanderweg durch die Stadt", beginnt der Hessentagsbeauftragte. Etwa 13 Kilometer soll dieser lang sein und vor allem den Tagestourismus bedienen. "Der Weg soll am jüdischen Friedhof vorbei in die Altstadt führen. Dann entlang des Stadtwaldes, den Weg der Tiefe entlang, vorbei am Schlachtfeld von 1759 zur Totenwiese und zum alten Schießplatz", umreißt Kunzmann die bisherigen Planungen. Dieser Stadtwanderweg solle vor allem die historischen Ereignisse in der Stadt beleuchten. Neben dem Wanderweg sollen weitere Pfade durch die Stadt entstehen, die die Historie ebenso aufarbeiten. "Auf einem Quellenweg wollen wir die Geschichte der Quellen erlebbar machen und die Quellen im Stadtbild deutlich stärker kenntlich machen", fährt Kunzmann fort. Ein Geologie-pfad solle künftig vom Brunnen- und Bädermuseum durch die Lohstraße zu den Streuobstwiesen und zum alten Steinbruch führen. An diesem soll auch ein Erlebnispunkt entstehen. Zudem soll die Nidda-Route an die Hohe Straße angeknüpft werden. Hinzu kommen ein Gewässerlehrpfad, der vor allem an der Nidda entlangführen soll und ein Brückenlehrpfad.

Der Lohgerberbrunnen ist momentan noch ziemlich versteckt. Zukünftig soll er in neuem Glanz erstrahlen.

Neues Licht und mehr Geschichte: Verschiedene Änderungen soll auch die Bad Vilbeler Altstadt erfahren. Hier geht es vor allem um frische Lichtkonzepte. Das Stadthaus solle saniert werden, denn der Putz sei hinüber, erklärt Kunzmann. Die gelbe Beleuchtung des Alten Rathaus wird weichen. Das historische Gebäude wird zukünftig durch helle Spots, die am Dach angebracht werden, von oben herab beleuchtet. Das nächtliche Bad Vilbel soll so neue Strahlkraft erhalten. Auch das Brunnen- und Bädermuseum sowie das Fachwerkhaus in der Lohstraße könnten neu beleuchtet werden, sollte der Eigentümer zustimmen. Wer die Rathausbrücke entlang in die Stadt läuft, soll so einen "Wow-Moment" erleben. Auch sollen Informationstafeln in der Altstadt deren Historie in den Vordergrund rücken. So seien einst Friedrich Stoltze und Georg Büchner häufiger zu Besuch in den Gasthäusern der Frankfurter Straße 4 und der Nummer 28 gewesen. "Das kann man durchaus herausarbeiten", findet Kunzmann.

Neue Ideen für grüne Parks: Die Parkanlagen in Bad Vilbel werden aufgehübscht. So sollen auf der Rasenfläche zwischen Kurhaus und Nidda zwei neue Wasserspiele entstehen und die Platten rund um den Brunnentempel ausgetauscht werden, da diese marode sind. Das Kriegerdenkmal im Kurpark wird erneuert und die Namen wieder lesbarer gemacht. Rundherum soll der Park in Teilen der ursprünglichen Planung von Heinrich Siesmayer neu gestaltet werden.

Auf dieser Freifläche am Festplatz sollen ein Wasserspielplatz, ein Kneipp-Tretbecken und ein Heilkräutergraten entstehen.

Das Areal soll dadurch zu einem Erlebnispunkt werden. "Der Außenbereich vor der Alten Mühle und das umgebende Grün werden verschönert. Das ist einfach in die Jahre gekommen", zählt Claus-Günther Kunzmann weiter auf. Die Steinstufen hinunter zur Nidda, gegenüber der Alten Mühle, möchte die Stadt attraktiver machen, da bisher nur wenige vorbeilaufende Wanderer diese als Sitzgelegenheiten wahrnehmen würden. Der Burgpark soll hingegen mit mehr Bäumen bereichert werden. Das Arboretum wird erweitert und mit Info-Tafeln den Besuchern Informationen über die gepflanzten Bäume bereitstellen. Die Wiese zwischen dem Festplatz und der Skateanlage soll mit einem Kneipptretbecken und einem Heilkräutergarten aufgewertet werden. In den Gesamtkosten sind an dieser Stelle 960 000 Euro veranschlagt: "Das liegt daran, dass wir dort derzeit einen großen Wasserspielplatz planen. Mit einer Umgestaltung des Lohgerberbrunnens liegen die Kosten für die Maßnahmen in den Parks, den Wasserspielplatz außen vor gelassen, bei rund 370 000 Euro."

von Niklas Mag

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