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Ehrenstadtrat Lehr spricht sich gegen die von Bürgermeister Thomas Stöhr vorgeschlagene Benennung des Kurhausvorplatzes aus. 

Günther-Biwer-Platz

Kurhausvorplatz: Streit um Namen geht weiter

Der Vorstoß, den Platz vorm Bad Vilbeler Kurhaus "Günther-Biwer-Platz" zu nennen, stößt nicht überall auf Begeisterung. Nun haben sich Ehrenstadtrat Helmut Lehr (SPD) und die Junge Union in die Diskussion eingeschaltet.

Bad Vilbel - Die Diskussion um die Benennung des Kurhausvorplatzes geht in die nächste Runde. Nun melden sich Ehrenstadtrat Helmut Lehr (SPD) und die Vorsitzende der Jungen Union in Bad Vilbel, Deliah Eckhardt, zu Wort. Recht schnell nach dem Vorstoß von Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU), den entstehenden Kurhausvorplatz nach dem früheren Bürgermeister in "Günther-Biwer-Platz" umzubenennen, antwortete Stadtrat und Magistratsmitglied Udo Landgrebe (SPD). Dieser wünschte sich eine Widmung, die den Vilbeler Arbeitern gedenkt, die das Kurhaus als Vorplatz Ende der 1920er-Jahre errichtet hatten. "Und das sogar aus eigener Tasche", gibt Lehr nun zu bedenken.

27 Jahre in der Stadtverordnetenversammlung

27 Jahre lang saß er für die SPD in der Stadtverordnetenversammlung und zwölf Jahre im Magistrat, zeitweise gemeinsam mit Günther Biwer. "Die Arbeiter haben das Material gekauft und zum Teil aus eigener Tasche bezahlt", präzisiert er. Seine Eltern hätten sogar am Dachgebälk des Gebäudes mitgearbeitet. Über den Vorschlag von Landgrebe, stattdessen den Platz vor der Wasserburg Günther-Biwer-Platz zu nennen, da dieser die Burgfestspiele einst mit auf den Weg gebracht hatte, wolle er sich in diesem Rahmen nicht äußern. Ihm gehe es lediglich um den Kurhausvorplatz: "Ich vertrete die klare Meinung, dass dieser Platz nicht nach Günther Biwer benannt werden sollte, eher nach den Sozialdemokraten, die das Bauwerk mit auf den Weg gebracht haben." Er wolle Günther Biwer auf keinen Fall eine Ehrung absprechen, doch befürchtet Lehr, das Andenken an die Vilbeler Arbeiter, das vom Kurhaus verkörpert wird, könnte durch den Vorschlag von Bürgermeister Stöhr "verwässert" werden.

Emotionale Bedeutung

Auf der Gegenseite fand die Junge Union klare Worte: "Offensichtlich hat die SPD ein paar Jahrzehnte in Bad Vilbel verschlafen", sagt JU-Chefin Deliah Eckhardt. "Biwer hat sich sein Leben lang für die Kultur und die Vereine in der Quellenstadt engagiert. Das Kurhaus mit Stadthalle wird nach seiner Fertigstellung das kulturelle Herz Bad Vilbels bilden und von vielen Vereinen genutzt werden. Deshalb ist dieser prominente Standort die richtige Wahl", teilt Eckhardt mit.

Noch muss der Vorschlag von Bürgermeister Stöhr die Runde der politischen Gremien durchlaufen, doch ist die Diskussion innerhalb weniger Tage hoch gekocht. Das zeigt bereits, welche emotionale Bedeutung sowohl der ehemalige Bürgermeister Biwer als auch das Kurhaus für die Quellenstadt haben.

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