Kalender zur Stadt

Bad Vilbel aus der Luft entdecken

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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So eine richtig ausgefeilte Selbstvermarktung hat die Stadt Bad Vilbel nicht. Doch jetzt kann man für sich selbst und Freunde schon einmal eine Erinnerung an die Stadt der Quellen erwerben. Axel Häsler hat dazu einen Kalender für 2016 zusammengestellt.

Er kann sich mit Fug und Recht Profi nennen. Seit 1991 ist Axel Häsler aus Langenselbold bereits mit seiner Kamera über der Region unterwegs, um Fotos aus der Vogelperspektive zu schießen. Dies macht er meist im Auftrag, doch die Leidenschaft – 1991 kam er bei einem Flugtag in Langenselbold auf den Geschmack – hält ihn so gefangen, dass er auch auf eigene Faust handelt.

So war es auch beim Bad-Vilbel-Kalender: „Ich habe festgestellt, dass es außer einem kleinen Büchlein nicht viel über die Stadt gibt. Dabei hat sie sich gerade in den vergangenen Jahren so stark entwickelt“, sagt der Aero-Fotograf.

Das war ihm unter anderem bei seinen Flügen aufgefallen. Im Sommer ist Häsler mindestens einmal pro Woche mit einem erfahrenen Flieger in der Luft, im Winter eher einmal im Monat. „Doch auch dann gibt es Aufträge“, sagt er. Früher ging es von Gelnhausen aus in die Luft, heute startet er für Aufträge aus Frankfurt von Egelsbach, sonst vom Flugplatz in Reichelsheim aus.

Schräg von oben

Mit einem erfahrenen Piloten und der Ultraleichtflugschule Reichelsheim. Dort kann er seine Kamera durch eine kleine Schiebetür halten und so Bilder ohne störende und reflektierende Scheiben machen.

Und die werden benötigt. So knipst er unter anderem für das Hanauer Unternehmen Terramag und Architekten Bilder, die die Entwicklung von Baugebieten zeigen, auch die Städte Frankfurt und Offenbach sind immer wieder Auftraggeber. Sie interessiert sich vor allem für Schrägbilder, die deutlich mehr zeigen als ein Foto gerade von oben herunter. Auch Zeitungen wie die FNP und Bildagenturen gehören zu seinen Auftraggebern. Hinzu kommt PR-Arbeit für Alten- und Pflegeheime.

Vor zwei Jahren hat er dann erstmals einen Kalender produziert. Die Idee kam ihm, als er über Usingen mitflog. Er bot ihn unter anderem über das FNP-Organ Taunus-Zeitung an. „Die Resonanz war sehr gut.“ Nun also Bad Vilbel. „Ich habe bei meinen Überflügen gemerkt, dass Bad Vilbel eine sehr schöne Stadt ist, die zudem auch gut zusammenhängt“, sagt der 48-Jährige mit Verweis auf Städte, deren Teile oft über viele Kilometer verstreut sind.

Detaillierte Einblicke

Häslers Kalender zeigt nicht nur die Stadt in der Totale, sondern auch detaillierte Einblicke in die Kernstadt, die Stadtteile und besondere Sehenswürdigkeiten wie die Neue Mitte und den Kurpark. Die erste Auflage erscheint mit 500 Exemplaren. Verkauft werden sie für 14,90 Euro etwa im Happy-Shop und in der Lotto-Verkaufsstelle auf dem Heilsberg, bei Hildebrand II am Marktplatzzentrum und in der Büchergalerie in der Frankfurter Straße.

Offiziell im Rathaus wird es den Kalender allerdings nicht geben. Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU): „Es ist für eine Stadt generell schwierig, quasi im Kommissionsgeschäft für Unternehmen oder Händler Sachen zu verkaufen. Daher kann ich mir aktuell nicht vorstellen, dass wir speziell für diesen Kalender eine Verkaufsstelle im Rathaus einrichten. Dann müssten wir ja auch andere Waren aufnehmen, und es stellt sich die Frage nach Personal, Abgrenzung der Kassen, Abrechnung und mehr. Persönlich finde ich es aber mal sehr interessant, Bad Vilbel aktuell aus der Vogelperspektive zu sehen.“

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