Vorsicht vor den Raupen: Ihre Brennhaare enthalten Gift.	Archivfoto: Privat
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Vorsicht vor den Raupen: Ihre Brennhaare enthalten Gift. Archivfoto: Privat

Stadt geht gegen den Eichenprozessionsspinner vor

Bad Vilbel rückt Giftraupen zu Leibe

In der kommenden Woche beginnt die Stadt Bad Vilbel ihre Maßnahmen gegen den Befall von Eichen durch die Larven des Eichenprozessionsspinners. Die Raupen des Schmetterlings sind zwar für die Bäume nicht gefährlich, können bei Mensch und Tier aber allergische Reaktionen auf der Haut hervorrufen. Vor allem im Wald ist Vorsicht geboten.

Damit die Vorbeugemaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner erfolgreich verlaufen und gezielt nur gegen die Raupen vorgegangen werden kann, nutzt die Stadt das Mittel „Dipel ES“ – ein Insektizid, das nur gegen die Schmetterlingsraupen wirkt und für Menschen sowie andere Insekten ungefährlich ist.

Auch gilt es, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Dieser darf laut Gartenamtsleiter Ronald Agel beispielsweise nicht in eine Zeit fallen, in der das Wetter zu feucht ist. „Es ist wichtig, dass die Temperaturen und das Entwicklungsstadium der Eichenblätter stimmen, außerdem sollte in den Tagen nach der Spritzung kein Regen fallen“, betont Agel, der auch erklärt, dass die Raupen das Mittel durch das Fressen von Blättern aufnehmen und anschließend absterben. In diesem Jahr übernimmt die Firma Kleinlogl aus Darmstadt die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

Die behandelten Flächen werden sicherheitshalber für einen Tag abgesperrt, da nach der Benebelung der Bäume noch einen halben Tag lang Tropfen von den Blättern herabfallen. Neben einzelnen Spielplätzen werden auch die Außengelände der Kindertagesstätten behandelt. Hierfür werden genaue Termine mit den Leitungen abgesprochen und auch den Eltern rechtzeitig bekannt gegeben.

„Wir werden insgesamt rund 700 Bäume im gesamten Stadtgebiet nach Priorität behandeln. Nur unmittelbar während der Maßnahme ist der jeweilige Baumstandort gesperrt. Danach sind die Standorte zugänglich, da das Mittel für Menschen absolut harmlos ist“, erklärt Agel.

Effektiv und kostengünstig

Die prophylaktische Spritzung sei nach den Erfahrungen der Vorjahre sehr effektiv und verhindere den Befall für den Sommer beinahe völlig. Die vorbeugende Behandlung sei nicht nur ungefährlicher, sondern auch kostengünstiger als die spätere fachmännische Entfernung der ausgewachsenen Nester mit den Brennhaaren.

Mit dem Eichenaustrieb Anfang Mai schlüpfen die Raupen: Sie häuten sich fünf bis sechs Mal. Ab der dritten Häutung – etwa Mitte Juni – bilden die Raupen dann ihre gefährlichen Brennhaare aus, die den Giftstoff Thaumetopoein enthalten.

Im eigenen Garten vorsorgen

Der Kontakt mit den Raupenhaaren kann mitunter zu starken allergischen Reaktionen führen. Es kann zu akuten Augen- und Atemwegsreizungen kommen, in Einzelfällen ist sogar eine lebensgefährlicher allergische Schockreaktion möglich. Deshalb wird von Experten empfohlen, darauf zu achten, dass man keine Härchen der Raupen auf der Kleidung oder anderen Gegenständen mit ins Haus trägt.

Eine Bekämpfung nach dem genannten Zeitpunkt, wenn also die Brennhaare bereits ausgebildet sind, ist sehr aufwändig und sollte nur Spezialisten, also Schädlingsbekämpfern überlassen werden. Deshalb sollten auch Privatpersonen mit Eichen im Garten eine Spritzung erwägen, rät die Stadt. Spezielle Genehmigungen sind dafür – anders als bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln – nicht notwendig.

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