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In Bad Vilbel kann an der Parkuhr jetzt mit dem Handy gezahlt werden. Foto: Thomas Kopp

Zahlen mit dem Handy

Bad Vilbel Stadt hat das Konzept "Smartparking" eingeführt

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Seit November kann man auf den gebührenpflichtigen städtischen Parkplätzen ohne Kleingeld und ausgedrucktem Parkschein das Auto abstellen. Möglich macht dies die Initiative "Smartparking", die das Zahlen der Parkgebühren digital mit dem Handy ermöglicht. Ob per App, Anruf oder SMS, der Parkvorgang kann gleich nach Abstellen gestartet und je nach Bedarf gestoppt oder verlängert werden.

"Mit diesem Konzept setzen wir eine Initiative um, die auch in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert wurde. Das Besondere an Smartparking ist, dass man sich nicht vorher für einen Anbieter entscheidet, sondern aus fünf Anbietern wählen kann, somit geben wir dem Verbraucher die Möglichkeit, den besten Anbieter für seine Bedürfnisse zu finden", erläutert Erster Stadtrat und Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki (CDU) die Hintergründe. Fortan werden alle Parkscheinautomaten mit einem Hinweisschild auf die fünf Anbieter versehen, so dass jeder selbst entscheiden kann, welcher Anbieter gewählt wird. "Damit ermöglichen wir Autofahrern, die beispielsweise eine App zur digitalen Parkgebührzahlung für andere Städte besitzen, diese auch hier zu nutzen oder aber sich für den Anbieter zu entscheiden, der den Bedarf des jeweiligen Parkens am besten abdeckt", erklärt Wysocki. Anbieter geprüft Dass nun das System Smartparking genutzt wird, ist aus einer verwaltungsinternen Prüfung aller Anbieter zum digitalen Zahlen der Parkgebühren hervorgegangen. "Unsere Ordnungspolizeibeamtin Katharina Rodriguez hat hier eine Gegenüberstellung aller Möglichkeiten vorgenommen. Auf Basis ihrer ausführlichen Recherche haben wir uns für dieses System entschieden. Es ist sowohl für die Verbraucher als auch für die Verwaltung das beste System", führt Wysocki aus. Zunächst kann man auf folgenden Parkplätzen mit dem Handy bezahlen: Park-and-Ride-Platz Max-Planck-Straße, Frankfurter Straße, Baugasse, Grüner Weg, Schmiedsgasse, Parkstraße und Parkplatz Dortelweiler Platz. "Es gibt auch erste Überlegungen, nach der Fertigstellung der Tiefgarage am Kurhaus und der neuen Stadthalle diese ebenfalls in das System einzubeziehen. Dies beraten wir gerade intern", sagt Wysocki. Die Idee hatte SPD-Fraktionschef Christian Kühl aus Wiesbaden mitgebracht. Denn in der Landeshauptstadt musste er nicht nach einem Automaten und Kleingeld suchen, sondern hat seinen Parkplatz per Handy-App bezahlt. Eine gute Sache fand er und bat um Überprüfung in Bad Vilbel. Dem angenommen hat sich Katharina Rodriguez von der Ordnungspolizei. Sie stellte die Angelegenheit im Haupt- und Finanzausschuss vor. "Das Thema wird auf uns zukommen, es ist zeitgemäß", war damals bereits Timo Jehner, Leiter der Straßenverkehrsbehörde, überzeugt. Dabei stellte Rodriguez auch Smartparking vor, einen Zusammenschluss mehrerer Anbieter. Kunden könnten so wählen, welchem Anbieter und dessen Lösungen sie den Vorzug geben. Denn die Firmen haben unterschiedliche Einnahmemöglichkeiten. So können Parkscheine im Paket mit Einmalaufschlag für den Anbieter erworben werden, andere nehmen zehn bis 25 Cent pro Parkvorgang, teilweise in Kombination mit Aufschlag von zehn Prozent auf die Parkgebühren. Wer das nicht will, kann weiterhin per Kleingeld oder mit EC-Karte zahlen. Zeit stoppen Doch es gibt auch Vorteile des neuen Systems: Kommt man früher zu seinem Auto zurück, stoppt man die gebuchte Zeit und wird minutengenau abgerechnet. Braucht man länger, kann auch die Parkzeit per Handy verlängert werden. Eine Warnung meldet sich zehn Minuten vor Ablauf der eingestellten Zeit. Die Polizei bekommt Zugriff auf ein Kontrollprogramm und kann so überprüfen, ob per App bezahlt wurde. Für Kunden gebe es zusätzlich die Möglichkeit, freie Parkplätze anzuzeigen und sich dorthin lotsen zu lassen.

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