Stadt stellt sich vor

Bad Vilbel sucht Erzieherinnen

  • VonDieter Deul
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Schon zum sechsten Mal „bewirbt“ sich die Stadt bei ihren künftigen Erzieherinnen. Die finden das Angebot sehr informativ. Es locken zehn offene Stellen sowie ein weiterer Kita-Neubau.

Gutes Personal will umworben sein. Das weiß auch die Stadt Bad Vilbel, die jetzt schon zum sechsten Mal Erzieherinnen einlädt. In der Lobby des Rathauses haben alle elf städtischen Kitas Infostände aufgebaut. An Schautafeln stellen sie sich vor, zeigen Fotos. Es gibt auch Kaffee, Brezeln und Kuchen. Doch das eigentliche Angebot sind die Gespräche. Alle Einrichtungen sind mit ihrer Kita-Leitung vertreten, auch der Personalrat ist mit dabei, so können Bewerbungen spontan angebahnt werden.

„Ich war einfach neugierig, was Bad Vilbel so bietet“, sagt Elena Schmelz (22), die gerade ihre Ausbildung als staatlich geprüfte Erzieherin absolviert hat. Auch in Frankfurt hat sie sich schon nach Stellen umgeschaut. Als Bewerberin hat sie Glück, angesichts des Erzieherinnenmangels kann sie es sich leisten, wählerisch zu sein. Sie möchte nämlich in einer bi-lingualen Einrichtung arbeiten. Das ginge in der Brunnenstadt nur an der Europäischen Schule, aber dort werden Muttersprachler gesucht, berichtet die Bad Vilbelerin. Wie sich die Kitas präsentieren, findet Schmelz sehr gut und positiv.

Ohne lange Wartezeiten

Auch Julia Pietsch ist hoch motiviert: „Die Arbeit mit Kindern erfüllt mich einfach. Man lernt von den Kindern, und die Kinder lernen von einem.“ Sie hat bereits ihr erstes richtiges Bewerbungsgespräch absolviert, früher ging es nur um ein Anerkennungsjahr, jetzt winken feste Stellen. Pietsch findet es gut, dass dies ohne lange Wartezeiten möglich ist.

Wenn sie später vom Kinder- und Jugendbüro die Zusage bekommt, wird es aber noch einen Hospitanztag geben. „Die Bewerber müssen auch zur Einrichtung passen“, sagt Jörg Heinz, der Fachdienstleiter Soziale Sicherung. 180 Erzieher sind allein bei der Stadt Bad Vilbel tätig, berichtet er. Doch zehn weitere werden aktuell gesucht. Darunter auch welche, die in der Hortbetreuung arbeiten möchten.

Ein schwieriges Geschäft, denn viele Erzieherinnen möchten lieber in Teilzeit vormittags arbeiten, doch die beiden städtischen Horte öffnen erst mittags. Dort werde dringend Hilfe in zwei Teilzeitstellen benötigt. „Erstmals bieten wir auch Springerstellen für pädagogische Aushilfen an“, ergänzt Heinz. Sie sollen den Kita-Betrieb aufrechterhalten, wenn in Notsituationen Personal fehlt, etwa bei Krankheit.

Wohnraum in WG

Dass ihnen die Arbeit ausgehen könnte, müssen Bad Vilbels Erzieherinnen nicht befürchten. In Dortelweil-West etwa hat man die Einrichtungen so gebaut, dass sie später für die älter werdenden Bewohner als Seniorentreff weitergenutzt werden können – unnötigerweise. Denn viele Eltern sind weggezogen, als ihre Kinder groß geworden sind, junge Familien rücken nach.

Hinzu kommen ständig neue Baugebiete. Im Quellenpark sind 2018 Mittel für den Bau einer weiteren Kita vorgesehen, die Ende 2019 baufertig sein soll, erläutert Heinz. In den vergangenen Jahren gab es bereits zwei neue U 3-Einrichtungen: die Massenheimer Kita Auenland und die Kinderwelt neben dem Dortelweiler Brunnen-Center. Dieser stete Ausbau sorge dafür, dass die angehenden Erzieherinnen in Bad Vilbel gute Aufstiegschancen haben, wirbt der Fachdienstleiter. Zudem stellt die Stadt auch preiswerten Wohnraum in einer Erzieher-WG zur Verfügung.

Daniela Brüll, die Leiterin der Kinderwelt, hat an diesem Tag „durchaus interessante Leute“ getroffen, denn auch sie sucht neue Kollegen. Ab Juli sei eine Teilzeitstelle offen, sagt sie. Die Bewerberinnen waren neugierig. Sie wollten nicht nur wissen, welche pädagogischen Schwerpunkte gesetzt werden, sondern konnten sich auch schon einen ersten persönlichen Eindruck vom Team machen, denn Brüll steht mit ihrer Stellvertreterin Jasmin Blaseck für Gespräche bereit. „Da muss man sich nicht blind bewerben“, betont die Leiterin.

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