Gesprächsrunde zum Hessentag in Bad Vilbel

Bad Vilbel: Viele Vereine, viele Ideen

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Erfolgreich verlaufen ist der erste Stimmungstest zum Hessentag 2020 in Bad Vilbel. Rund 95 Vertreter der heimischen Vereine sind dazu am Mittwochabend im Kurhaus erschienen, um sich ein Bild von den Planungen zu machen, aber auch um ihre Standpunkte zu vertreten. Das Fazit: Es gibt Skeptiker, aber sie scheinen in der Minderheit zu sein.

Ohne Vereine und andere örtliche Institutionen ist ein Hessentag nicht zu schaffen. Davon ist Bad Vilbels Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) überzeugt. Und deswegen haben er und sein Organisationsteam von der Stadtverwaltung einen neuen Weg gewählt. Denn erstmals stellen die Verantwortlichen vorab ihre Konzepte vor, wollen so Transparenz erzeugen.

Dieser Einladung sind Vertreter der meisten Bad Vilbeler Vereine gefolgt. 95 Gäste besetzen die Reihen im Großen Saal des Kurhauses, hören sich nicht nur die Einführung von Stöhr an, sondern auch erste Pläne von Claus-Günther Kunzmann zum Veranstaltungskonzept und einen Erfahrungsbericht von Jörg-Michael Simmer vom Hessentag 2016 in Herborn (s. dazu Berichte unten). Doch sie sollen auch selbst mitmachen, ihre Erwartungen und Ideen in Gesprächsrunden ausloten.

Knapp dreieinhalb Jahre sind es noch, bis es soweit sein könnte. 2020 ist für Bad Vilbel das Datum der Wahl. Das unterstreicht Stöhr damit, weil 2019 bereits nach Bad Hersfeld vergeben sei. Da sich auch Neu-Isenburg um den Hessentag 2020 bewerbe, dürfte das Rhein-Main-Gebiet danach für Jahre nicht in Betracht gezogen werden. Zumal 2021 der ökumenische Kirchentag in Frankfurt anstehe und sich Bad Vilbel mit einer Großveranstaltung daran beteilige.

Es wird alles anders

„Der Hessentag ist Herausforderung und Chance“, skizziert Stöhr. Butzbach und Herborn mit deutlich weniger Einwohnern hätten erfolgreiche Hessentage über die Bühne gebracht, mit Hassia und Radio FFH habe man zwei Partner in Bad Vilbel, die seit Jahrzehnten Hessentage begleitet haben. Und auch innerhalb der Politik stünden die Zeichen gut, Ende März einstimmig die Bewerbung abzusenden.

Doch sei auch einiges zu meistern. Bad Vilbel sei dann für zehn Tage Gastgeber für rund eine Million Menschen. „In diesen zehn Tagen wird alles etwas anders sein“, sagt Stöhr. Und auch vorab sei viel Bautätigkeit zu erwarten, so etwa der Komplett-Umbau des Kurhauses. Doch finanziell ergäben sich daraus auch große Chancen für die Stadt, sich für die Zukunft zu rüsten. „Die neue Konstellation der Zuschüsse macht den Hessentag sehr attraktiv“, ist Stöhr überzeugt, 8,5 Millionen Euro Zuschüsse vom Land seien zu erwarten. Dem stünden 4,5 Millionen Euro Ausgaben gegenüber.

Dann sind die Vereinsvertreter dran. Drei große Gruppen werden gebildet, die wiederum eigene Gesprächrunden aufmachen. Sie müssen sich vier Fragestellungen widmen. Was stellen sie sich unter dem Hessentag vor? Wie können sich Vereine einbinden? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Und was sind die nachhaltigen Effekte? Eine Stunde haben sie Zeit, Stichworte auf Zettel zu schreiben.

An einigen Stuhlrunden geht es sehr sachlich voran, in anderen wird eifrig diskutiert. Doch einen Haufen Stichwort-Zettel geben alle ab. Die sortieren Mitarbeiter der Stadtverwaltung nach Themen und präsentieren schließlich nach einer Stunde zwölf Tafeln, vollgepinnt mit Stichworten. „Keines davon kommt unter die Räder“, versichert Moderator Dennis DiRienzo den Gästen, auch wenn man jetzt noch nicht detailliert auf jede einzelne Notiz eingehen könne. Die Stadt strebe auch weiterhin den Dialog an, werde auf die Vereine zukommen.

Doch was erwarten diese? „Viel Arbeit und Engagement“ ist zu lesen, aber auch „Spaß und Party“. Es geht darum, die Schätze der Stadt vorzustellen und regionale Marken nach vorne zu bringen, aber auch um Einschränkungen für die Bad Vilbeler während der zehn Tage als Ausrichter des größten Fliegenden Festes Europas.

Mut und Lust

Eine Menge Helfer werden benötigt, schätzen viele der Ehrenamtler, dafür brauche es Bereitschaft. Etwa auch, um kurze und klare Wege für die Besucher herzustellen. Anwohner müssen währenddessen wohl auf ihre gewohnten Parkplätze verzichten, das sei ein Problem. Die Sicherheit müsse stimmen, auch der Informationsfluss an die Vereine ist ein Stichwort. Doch auch hier sehr oft zu lesen ist „Mut und Lust“.

Ganz konkrete Beispiele kommen schon bei der Einbindung der Vereine. Die reichen von Konzerten über Ausstellungen und Sportturniere bis hin zu Stocherkahnfahrten auf der Nidda.

Und was bleibt? „Müllberge“, fürchtet nicht nur einer. Doch auch hier überwiegen andere Aspekte, so etwa ein schönes neues Kurhaus oder auch ein stark angewachsener Bekanntheitsgrad der Stadt. Und vor allem ein nachhaltiges Wir-Gefühl.

Das ist ganz im Sinne von DiRienzo: „Wir hier im Rhein-Main-Gebiet müssen schon etwas Besonderes bieten, ein kleines Programm ist da nicht drin“, ist er überzeugt. Denn 2020 steht für Bad Vilbel auch noch ein besonderes Jubiläum an. Denn dann feiert die Stadt ihren 200. Vilbeler Markt. „Das passt“, ist DiRienzo überzeugt.

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