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Grundstücke für Nachverdichtung

Bad Vilbeler Grüne stellen Ideen für neue Wohngebiete vor - Kritik von der CDU

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Wo kann Bad Vilbel noch weiter wachsen? Vier Vorschläge zum Auffüllen schon bestehender Wohnviertel machen die Grünen. Sie wollen möglichst verhindern, dass sich die Stadt noch weiter über die heutigen Bebauungsgrenzen hinaus ausbreitet. Die Chancen, dass auf den vier Flächen gebaut werden kann, scheinen aber dürftig zu sein.

Bad Vilbel - "Wohnraum für 2025" schaffen wollen Bad Vilbels Grüne. Dann, in sechs Jahren, dürften die aktuellen Baugebiete im Quellenpark fertig bebaut sein – und die Stadt locker die 35 000-Einwohner-Marke überschritten haben. Deshalb möchten die Grünen vorsorgen: Schon im Doppelhaushalt 2019/20, den die Stadtverordneten aktuell beraten, soll die Regierung Planungsgeld bereitstellen und Geld für den Bau bezahlbaren Wohnraums.

So hat es die Öko-Partei in ihren Antrag formuliert. "In Bad Vilbel findet viel Wohnungsbau statt", gibt Grünen-Stadtverordneter Ralph Mallmann zu. Jedoch liege der Fokus "auf der Maximierung der Grundstückserlöse", weshalb sich "die soziale Schräglage verschärft". Doch der Platz für "mittelgroße Quartiere mit Anteil an Sozialwohnungen" werde knapp. "Wir haben nur noch ein paar Möglichkeiten, im Stadtgebiet oder am Stadtrand zu bauen", warnt Mallmann – wenn die Stadt nicht großflächig außerdem der heutigen Bebauungsgrenzen wachsen wolle.

Möglich sei dies beispielsweise von Dortelweil in Richtung Kloppenheim. Gegen den Verbrauch von wertvollem Ackerland aber stemmen sich die Grünen. Sie haben sich vielmehr innerhalb der Stadt umgeschaut und vier Flächen ausgemacht, die sie zu Wohnquartieren weiterentwickeln wollen:

in der Parkstraße auf dem Gelände des ehemaligen Rathauses,

auf dem freien Grundstück am Südrand des Dortelweiler Platzes,

auf dem Gelände des Georg-Muth-Hauses auf dem Heilsberg,

auf dem Areal Hinter der Mauer im Osten von Dortelweil.

An diesen Stellen wünschen sich die Grünen eine Drittel-Mischung von Wohnungen für Menschen mit geringen, für solche mit mittlerem Einkommen sowie für frei vermietbare Wohnungen, erklärt Ralph Mallmann. Mit Investitionen von 2,5 Millionen Euro rechnet die Partei für das Gelände Hinter der Mauer, mit einer Million für das es Bürgerhauses auf dem Heilsberg.

SPD braucht Bedenkzeit

Unterstützung allerdings bekommen die Grünen für ihre Ideen von keiner anderen Partei. Das ist in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Stadtparlaments deutlich geworden.

Gerade einmal zu einer Enthaltung lässt sich dort die SPD hinreißen. Der Antrag gehe "in die richtige Richtung", sagt deren Fraktionsvorsitzender Christian Kühl. Er zweifelt aber, "ob es die richtigen Grundstücke sind, darüber muss man sich noch mal unterhalten".

Ein grundlegendes Nein zu allen vier Gebieten kommt hingegen von CDU-Fraktionschefin Irene Utter. Im Alten Rathaus seien ja bereits Flüchtlinge untergebracht. "Wollen Sie die etwas rauswerfen?" Das Grundstück am Dortelweiler Platz sei für einen Gewerbebau genehmigt. "Dort können wir nicht einfach so Wohnungen draufsetzen."

Nicht zur Verfügung stehe auch das Grundstück des Bürgerhauses Heilsberg. "Das Bürgerhaus steht ja noch und es ist auch eine Kita darin." Wolle man hier etwa entwickeln, müssten erst andere Lösungen gefunden werden. Und das Areal Hinter der Mauer sei nicht nur derzeit bloß als Grünland ausgewiesen. Dort sei vor allem die historische Ortsmauer ein Hemmnis.

Da diese unter Denkmalschutz stehe, sei das Grundstück "nicht einfach so bebaubar". Das habe die Stadt längst "bis hoch zum Landeskonservator" besprochen, erinnert Irene Utter. "Wenn das Grundstück je bebaubar wird, dann nur sehr aufgelockert und mit wenigen Einzelhäusern." Das aber helfe nicht, um das von den Grünen geforderte Ziel zu erreichen.

Matthias: Man muss wollen

"Größere Ideen kommen von ihnen nicht", kritisiert Grünen-Fraktionschef Jens Matthias die CDU-Frau. "Sie sagen nur: Es geht nicht." Wenn kommende Woche das Stadtparlament entscheidet, dürfte der Vorstoß jedoch kaum eine Chance auf eine Mehrheit haben. "Man muss es wollen", sagt Jens Matthias, der enttäuscht ist über die Koalition aus CDU und FDP, "aber es ist kein großer Wille bei ihnen."

Das lässt Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) nicht auf sich sitzen: "Wir haben eine Kernkompetenz in diesem Bereich", betont er, was "objektiv bestätigt" sei. Denn kaum eine andere Kommune im Rhein-Main-Gebiet habe in den vergangenen Jahren so viel Wohnraum geschaffen wie Bad Vilbel.

Diskussion im Parlament

Erneut auf den Tisch kommen die Wohngebiets-Vorschläge der Grünen voraussichtlich in der nächsten Sitzung des Bad Vilbeler Stadtparlaments am kommenden Dienstag (12. Februar), die ab 18 Uhr im Kultur- und Sportforum, Dortelweiler Platz 1 stattfindet.

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