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Irina Mössle (links) und Anke Blochwitz präsentieren das Programmheft für die neue Saison und das Plakat zum Konzert .

Zusammenspiel von begabten Laien und professionellen Musikern

Das Bad Vilbeler Kammerorchester ist eine exquisite Klassikschmiede

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Der Nachwuchsförderung widmet sich das Bad Vilbeler Kammerorchester. Inzwischen spielen dort 40 Musiker. Nun zeigen sie mit Werken von Haydn und Beethoven ihr Können.

„Die Förderung junger Talente, denen das Bad Vilbeler Kammerorchester (BVKO) als Solisten oder Orchestermitglied eine Bühne bietet, gehört seit Jahren zu meinen Anliegen“, berichtet Klaus Albert Bauer. Zu den jungen Solisten aus der Region, denen er eine Auftrittsmöglichkeit bietet gehören zum Beispiel Xi Zhai, Peijun Xu, Nami Ejiri, Simon Tetzlaff, Mohin Jan Fariod, Ani Yorentz oder Gurgen Baveyan. Bauer ist seit 2012 künstlerischer Leiter des 1973 gegründeten BVKO.

Im Kammerorchester musizieren Laien mit hohem musikalischem Anspruch und professionelle Musiker zusammen. „Das BVKO hat seine Qualität von Jahr zu Jahr gesteigert wie uns Fachleute und Besucher bestätigen“, sagt Bauer. Inzwischen hat das BVKO 30 Musiker, werden sie von Bläsern verstärkt, sind es 40 Musiker.

Einen Schwerpunkt seiner Arbeit mit dem BVKO bildet die Zusammenarbeit mit jungen, preisgekrönten Solisten aus der Region wie der erst sechs Jahre jungen Geigerin Ayumi-Sophie Jung aus Frankfurt oder dem Meisterschüler und Pianisten Nuron Mukumi aus Usbekistan, dem Adoptivenkel von Hansgeorg Jehner. Regelmäßig tritt das BVKO auch mit Studenten der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt auf.

Stolz sind Dirigent und Musiker darauf, dass Profis immer wieder gern mit ihnen zusammenarbeiten. Zu ihnen gehört der russische Dirigent Sergej Kiss, der erneut aus dem Ausland anreist, um ans Pult des BVKO zu treten. „Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, erstmals auch mit Josyp Sozansky einen ukrainischen Dirigenten als Gast gewonnen zu haben. Er ist Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters Czernowitz“, sagt Bauer. Auch der bekannte Cellist Simon Tetzlaff (19) aus Bad Homburg, der inzwischen an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock studiert, und die niederländische Top-Geigerin Yvonne Smeulers spielen immer wieder gern mit dem BVKO zusammen.

Seit dieser Saison hat das Kammerorchester mit Marat Dickermann einen neuen Konzertmeister wie Vorstandsmitglied und Geigerin Anke Blochwitz berichtet. Der in Kiew geborene Geiger emigrierte 1978 nach Deutschland. Sein künstlerisches Profil umfasst sowohl kammermusikalisches wie auch solistisches Konzertieren. Schwerpunkte seines Repertoires bilden die Werke jüdischer Komponisten. Allein die Namen der hochkarätigen Musiker und international gefragten Dirigenten zeugen davon, dass das BVKO für anspruchsvolle Musik und ambitionierte Projekte steht.

Für die Saison 2016 / 2017 haben Dirigent Klaus Albert Bauer und seine 30 Musiker erneut ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. „Das BVKO spielt in dieser Saison sieben Konzerte an fünf verschiedenen Orten“, infor-miert Irina Mössler, zuständig für Kulturmanagement und Sponsoring des BVKO bei der Vorstellung des Jahresprogramms. Deshalb legte das Kammerorchester auch zum ersten Mal ein Programmheft auf.

Dirigent Klaus Albert Bauer startete seine musikalische Laufbahn als Sechsjähriger mit Klavierspielen. Obwohl er von Jugend-Wettbewerben im Fach Klavier mit Preisen nach Hause zurückkehrte studierte er zunächst Jura. Parallel dazu erhielt er eine Ausbildung als Dirigent. Erst bei Jacques Guyonnet in Genf und bei Thomas Ungar an der Musikhochschule Stuttgart.

Entscheidende Impulse verdankt er Sergiu Celibidache, bei dem er Dirigier-Unterricht in München erhielt und dessen Seminare über Musik-Phänomenologie er in Mainz besuchte. Danach war der promovierte Jurist Klaus Albert Bauer viele Jahre lang Partner einer Frankfurter Anwaltskanzlei. Der 61-Jährige gründete 1998 das Kanzlei-Orchester „Freshfields Sinfonietta“, das er auch dirigiert und mit dem er sein erstes Konzert 2001 in Dresden gab. Weitere Auftrittsorte des Projektorchesters sind Paris, London, Berlin und Wien.

Im Rhein-Main-Gebiet tritt der Dirigent auch mit dem Finanzplatzorchester Frankfurt auf. Zwei Mal gastierte Bauer auf Einladung des Staatlichen Operntheaters in Saransk/Moldawien. „Das ist einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2018.“ Vier Mal dirigierte der gut russisch Sprechende das Symphonic-Orchester Tambov bei Stalingrad.

Das BVKO gastiert am 11. Dezember ab 18 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche auf dem Heilsberg. Karten kosten 14 Euro, ermäßigt acht Euro

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