Bauamt stellt Pläne vor

Bad Vilbeler Kurhaus-Umbau geht bereits durch die politischen Gremien

  • Thomas Kopp
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Ein hohes Tempo legen die Bad Vilbeler Stadtplaner vor, wenn es um den Umbau des Kurhauses geht. Denn nur eine Woche nach der Vorstellung eines groben Konzepts bei den Hessentags-Versammlungen hat sich nun das erste politische Gremium mit dem Millionenprojekt beschäftigt.

Es ist laut dem Bad Vilbeler Bauamtsleiter Erik Schächer „die letzte Ecke“ der Innenstadt, die erneuert werden muss. Im Ortsbeirat der Kernstadt stellt er den beabsichtigten Umbau des Kurhauses in einen Komplex mit Stadthalle und Hotel vor. Auch wenn alle Ortsbeiratsmitglieder dem ersten Entwurf zustimmen und damit dem Stadtparlament den Aufstellungsbeschluss empfehlen, gibt es kritische Fragen.

„Es ist viel in der Innenstadt gemacht worden“, verweist Schächer nicht nur auf die Neue Mitte und andere Projekte entlang der Nidda, sondern auch auf Initiativen privater Hausbesitzer, die damit die Innenstadt verschönerten. Die Sanierung des Kurhauses sei nicht nur wegen des möglichen Hessentags 2020 geboten. „Das Kurmittelhaus erfüllt nicht mehr seine originäre Nutzung, das Hallenbad wird bald nicht mehr gebraucht“, verweist Schächer auf den bevorstehenden Bau des Kombibads. Nur das Kurhaus müsse erhalten bleiben, da es unter Denkmalschutz steht.

Bäume sollen bleiben

Doch könne das 1928 bis 1930 erbaute Volkshaus eine andere Funktion erfahren als bisher. „Es geht um einen zentralen Ort der Innenstadt.“ Das Sport- und Kulturforum in Dortelweil biete zwar Platz für Veranstaltungen, „aber es befindet sich halt nicht in der Stadtmitte.“ Schächer bezieht sich auf Empfehlungen von Städteplanern, als er eine Stadthalle mit angeschlossenem Hotel in die Diskussion bringt. Nur in dieser Kombination sei eine Auslastung der Stadthalle zu erwarten, und nur das Kurhaus erfülle nicht die Anforderungen eines Kongresszentrums. Nicht nur wegen fehlender Raumgrößen, sondern auch wegen des Brandschutzes. Trotzdem könne man das Gebäude durch die vorliegenden Planungen „in ein neues Jahrhundert hereinführen“.

Grün soll indes nicht geopfert werden. Denn anstelle des City-Parkplatzes soll eine Tiefgarage entstehen. Die wird teuer, weil sie unter die Wasserlinie der nahen Nidda reicht, doch der Vorteil überwiege. Denn so könne der Kurpark, neben dem Parkplatz zum Teil noch mit Bäumen aus der Zeit von Erbauer Heinrich Siesmayer, wieder Einzug halten. „Wir hätten ein tolles Ambiente und eine gute Erschließung durch den Südbahnhof, den 30er-, den 551er- und die Vilbusse.“

Hier allerdings hakt Hans-Joachim Prassel (SPD) ein und erhält Unterstützung durch Sandra Völker (CDU). Denn Prassel bezweifelt, dass das Hotel – gebaut von einem privaten Investor – genau auf den Umrissen des jetzigen Hallenbads errichtet werde. „Da fallen dann vielleicht doch weitere Bäume weg“, mutmaßt er und schlägt vor, das Hotel auf dem jetzigen Parkplatz zu errichten. Schächer will diesen Anstoß mitnehmen, doch seien beim Hallenbad auch jetzt schon natürliche Grenzen etwa durch den Fuß- und Radweg gesetzt.

Doch was genau passiert mit dem Kurhaus, fragt Rolf Bender (CDU). Möglicherweise entscheide sich das bei einem Architektenwettbewerb, antwortet Schächer. Klar sei aber, dass die obere Denkmalbehörde nicht nur auf den Erhalt der Fassade bestehen werde. Trotzdem müsse die jetzige Nutzung verändert werden. Ein Saal mit über 200 Plätzen für regelmäßige Veranstaltungen, der nur über eine innenliegende Holztreppe erreichbar ist: Da würde sich die Feuerwehr auf dem Boden winden“, sagt Schächer. Doch Ziel müsse es sein, die unansehnliche Feuertreppe auf der Frontseite des Kurhauses zu entfernen. Das sei durch die neue Stadthalle anstelle des Kurmittelhauses möglich. Dann könnten hier Notausgänge eingerichtet werden.

Bürger kommen zu Wort

Mit der Zustimmung des Ortsbeirats wird das Thema nun am kommenden Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss behandelt. Stimmt auch das Stadtparlament am 28. März zu, sind die Bürger und die Träger öffentlicher Belange dran. „Im April, spätestens Mai, gibt es eine Bürgerinformation. Danach können zwei Wochen lang Bedenken zur Kenntnis gegeben werden“, erläutert Schächer. Danach geht das Vorhaben in die zweite Runde, eine erneute Offenlage der dann schon konkreteren Pläne. Denn bislang ist nur grob umrissen , was überhaupt auf dem Gelände geschehen soll.

Schon jetzt kann sich Schächer die Zukunft ausmalen: „In der Pause einer Theateraufführung ein Glas Sekt an der Nidda genießen. Das wäre wunderbar“, sagt er. In diesem Fall geht Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann sogar noch einen Schritt weiter. Bei der Vorstellung seiner Grobskizze für den Umbau hat er eine Gastronomie mit Außenbereich vorgesehen.

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