Bedarfs- und Entwicklungsplan

Bad Vilbeler Wehr erhält mehr Personal

Wie geht es weiter mit Bad Vilbels Feuerwehr und was bringt die Zukunft? Das soll der Bedarfs- und Entwicklungsplan beantworten, der die kommenden zehn Jahre abdeckt. Lange haben Brandschützer und Politiker daran gefeilt, Bad Vilbels Feuerwehr der Zukunft zu planen. So lange, dass beide Parteien sich mit dem Endergebnis glücklich zeigen können. Vor allem die Personalsituation und die Gerätehäuser der Stadt sind Thema.

Der Erste Stadtrat und Brandschutzdezernent Sebastian Wysocki (CDU) hat den gut 90 Seiten umfassenden Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Bad Vilbeler Feuerwehren vor sich. „Wir wollen weiterhin am dezentralen Brandschutz festhalten“, beginnt er seine Zusammenfassung. Es sei gesetzlich vorgeschrieben, dass eine Stadt die Feuerwehr mit entsprechender Ausrüstung ausstatten und diese erhalten müsse.

„Unsere Stadt hat sich seit 1999 verändert, doch es hat sich nicht verändert, dass die Feuerwehr bereit steht“, sagt Wysocki. Nachts könne man in Bad Vilbel ruhig schlafen, denn man wisse, dass die Feuerwehr im Fall der Fälle da sei. Das sei keine Selbstverständlichkeit, schließlich nehmen die Freiwilligen Feuerwehrleute Einschnitte in ihrem Privatleben in Kauf, setzen nicht zuletzt ihr Leben aufs Spiel und stellen auch berufliches Fortkommen hinten an.

Die Einsatzabteilungen der Bad Vilbeler Wehren haben zusammen 201 Mitglieder. Seit 2012 sei man dabei, den Bedarfs- und Entwicklungsplan zu formulieren. Der Kreisbrandinspektor habe den Plan geprüft, der Magistrat beschlossen. Bei dem Plan ginge es nicht nur darum aufzuzählen, welche Fahrzeuge die Feuerwehr benötige, auch habe man sich intensiv mit der Risikenanalyse beschäftigt. „Wo stehen große Gebäude, Schulen? All das ist wichtig“, berichtet Wysocki.

Die Gesamtzahl der Feuerwehrleute sei über dem Soll: „In Gronau müssten mindestens neun Feuerwehrleute bereit stehen, hinzu kommen 100 Prozent Ersatz. 18 Personen werden also benötigt, in Gronau sind es allerdings über 30“, schildert Wysocki. Den Ausbildungsgrad wolle man auch in Zukunft hochhalten, dafür seien erneut Mittel eingeplant.

Kaum Quereinsteiger

Mittelpunkt des Bedarfs- und Entwicklungsplans sei die Verbesserung des Zielerreichungsgrades. Dieser gibt an, in wie vielen Fällen die Freiwillige Feuerwehr die Hilfsfrist von zehn Minuten einhalten konnte. „2014 gelang das bei 76,9 Prozent der relevanten Einsätze“, sagt Sebastian Wysocki, denn es gebe weitere Abstufungen. Zusätzlich seien die Faktoren zu berücksichtigen, die den Zielerreichungsgrad beeinflussen. Die Dezentralität begünstige Wetter, Tageszeit, Verkehr und auch parallele Einsätze können der Feuerwehr aber Probleme bereiten.

Eine aktuelle Erfassung des Zielerreichungsgrads sei beauftragt, künftig wolle man jährlich einen Überblick erstellen und einzelne Vorhaben für die Feuerwehr nach ihrem Effekt auf den Zielerreichungsgrad bewerten. „Die Drei-Kreisel-Lösung in der Homburger Straße war dem beispielsweise sehr zuträglich“, sagt Wysocki.

Die Tagesalarmstärke sei ein Problem der Feuerwehr, schließlich würden viele der Brandbekämpfer pendeln, sind also tagsüber nicht in Reichweite. Drei weitere Hauptamtliche in den nächsten fünf Jahren sollen das auffangen, weitere drei folgen in den darauffolgenden fünf Jahren. „Bis 2026 verdoppeln wir die Hauptamtlichen also auf zwölf Personen.“ Dennoch sei die Jugendarbeit der Wehren fundamental. Es gebe kaum Quereinsteiger in der Einsatzabteilung, man müsse bereits Kinder begeistern.

„Es ist erfreulich, dass jeder Stadtteil eine Kinderfeuerwehr etablieren konnte“, führt Wysocki aus. Ausgenommen hiervon sei die Kernstadt, die Kinder würden von Massenheim mitbetreut.

Taten folgen lassen

Die Feuerwehr der Stadt Bad Vilbel habe ausreichend Ausrüstung um zwei von drei Ausrüstungsstufen abzudecken. Doch die Technik braucht Platz, die Kernstadtwehr klagt seit langem über erhöhten Wartungsaufwand, wegen Fahrzeugen und Material, das unter freiem Himmel gelagert werden muss. „Bis 2021 soll mit dem Umbau des Stützpunktes in der Kernstadt begonnen werden“, verspricht Wysocki deswegen.

In Gronau wolle man mit dem Neubau des Feuerwehrhauses bis 2019 fertig sein. Die Bad Vilbeler Feuerwehr sei leistungsfähig, gut organisiert und gut aufgestellt, schließt Wysocki seinen Vortrag. Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll bedankt sich bei der Politik. Alle Verantwortlichen seien bereit gewesen, die Bedarfe der Wehren zu verstehen, vor allem das zusätzliche Personal freue ihn. „Man hat nicht nur Worte, sondern auch Taten folgen lassen“, fasst Moll dann auch seine Eindrücke zusammen.

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