Närrische Liebeserklärung an und für die Main-Metropole

Vilbelerin schreibt Frankfurt-Lied

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Frankfurt hat nicht nur im Karneval viel zu bieten, aber es fehlte noch eine passende Hymne. Die hat die Dortelweiler Musikerin Eva Kumant geschrieben: ihr Liebeslied an „Frankfurt am Maa“. Die vielseitige Entertainerin setzt aber nicht nur auf die närrischen Tage. Wer als Profi-Musiker überleben will, muss nicht nur bei den Stilrichtungen vielseitig sein, von der Barmusik über Galas bis hin zum Musikunterricht.

„Alle Hochburgen des Karnevals haben eine eigene Hymne“, sagt Eva Kumant (45) – nur in Frankfurt fehle so etwas. Das wollte die gebürtige Frankfurterin, die seit einigen Jahren als „Eingeplackte“ in Dortelweil lebt, ändern. Die zündende Idee kam ihr, als sie auf dem Akkordeon eine Tour des Ebbelwei-Express begleitete. Flugs machte sie sich einen Reim auf die Gegensätze: „Mir ham ’en Goethe und den Römer/die Freßgass’ und den Döner“ – und nicht zuletzt den Ebbelwei „als G’spritzter – des is unser Zaubertrunk“.

Das Ganze unterlegte sie „mit Samba-Rhythmen im modernen Stil“ – nicht zu schnell, aber zum Mitklatschen. Es sei ihr Liebeslied für Frankfurt. Zuerst hatte Kumant gedacht, der Song könnte das Prinzenlied der kommenden Kampagne werden, doch das ist nicht einfach.

„Oft kann der Prinz gar nicht singen“, hat sie erfahren, außerdem habe er bei zehn bis 15 Terminen am Abend gar keine Zeit dafür. Nun hofft Kumant, dass die Fassenachter sich bei ihr melden, um das Lied in ihre Veranstaltungen einzubauen. Zwei Auftritte hat sie schon eingeplant: am 23. Februar bei der Weiberfassenacht des Großen Rates und am 25. Februar bei den Fidelen Nassauern in Heddernheim.

So wie ihr Frankfurt-Lied von Gegensätzen erzählt, so fühlt sich auch Kumant selbst als Wanderin zwischen den künstlerischen Welten – nicht zuletzt auch, weil sie als Profi-Musikerin von ihren Talenten als Sängerin und an Piano, Trompete, Saxofon und Akkordeon lebt. Wer das als Risiko empfinde, der könne es gleich seinlassen, sagt sie: „Der Weg ist das Schaffen, sich musikalisch weiterzuentwickeln“. Schon während ihres Musikwissenschaftsstudiums habe sie in Piano-Bars im Kempinski Gravenbruch, dem Arabella oder dem Kronberger Schlosshotel gespielt. Im Moment tritt sie im „Holbein“, der Villa Kennedy und der „22nd Bar“ mit Pop- und Jazz-Arrangements auf.

Fürs Porträtbild an der Nidda bei Bad Vilbel findet sich unverhofft ein passendes Motiv: Eva Kumant wirft sich burschikos in Pose, dahinter teilen sich die Wege des Flusses und des Uferwegs. Das „Crossover“, verschiedene Wege gehen, sich nicht auf eine Sache festlegen – das ist ihre Lebenseinstellung. So habe sie dem Label Sony ihre erstes Album angeboten, doch die Musikindustriellen waren verwirrt: „213 verschiedene Stilrichtungen!“ Seither verkauft Kumant ihre Songs übers Internet.

Davon leben aber kann man nicht. Deswegen hat sie übers Jahr hin einen dicht gefüllten, natürlich auch stilistisch vielseitig gefüllten Terminkalender: Galas, Feiern, auch ein Ingenieurball war schon dabei. „Aber es wird weniger“, stellt Kumant bedauernd fest. Die Großveranstaltungen wie Galas oder Betriebsfeiern würden zurückgefahren. Auch im Karneval reduzierten sich die Veranstaltungen. Vereine gehen zusammen, „viele Herrensitzungen gibt es gar nicht mehr“.

Doch Grübeln ist nicht ihre Sache – Eva Kumant blickt beherzt nach vorne. Einfach stattdessen in die Comedy-Nische ziehen, „diese Reise will ich nicht mitgehen“. Ihr Herz gehört der Musik. Bei der HR-Weiberfassenacht hatte sie „De Schnarcher“ vorgestellt, am Klavier, mit jazzigen Elementen „und wie mir der Schnabel gewachsen ist“. „Einfach närrisch sein – in meiner Stadt, in meinem Leben“ will sie auch mit dem Frankfurt-Lied – und das nicht nur an den Tollen Tagen. Lustig sein könne man schließlich das ganze Jahr über, findet sie.

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