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Auch Schülerin Luise Tomberger, Sprecherin des Französisch-Leistungskurses, drückt Claudia Kamm ihren Dank aus.

Georg-Büchner-Gymnasium

Schulleiterin Claudia Kamm mit 1300 Ballons verabschiedet

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Überraschung am Morgen: Noch bevor die Schulleiterin des Georg-Büchner-Gymnasiums, Claudia Kamm, gestern Mittag offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde, sorgten ihre Schüler für einen unvergesslichen Moment. Die Zutaten dafür: laute Musik, Blumenzwiebeln, 1300 Luftballons und jede Menge Herzlichkeit.

Kamms Stellvertreter Carsten Treber hat die Überraschung organisiert.

Carsten Treber hat ein Wunder vollbracht. Der stellvertretende Schulleiter des Georg-Büchner-Gymnasiums fasste bereits Anfang Dezember einen schier aussichtslosen Plan: 1300 Schülerinnen und Schüler sollen sich zum Abschied ihrer liebgewonnenen Schulleiterin auf dem Schulhof versammeln, ein Lied singen und 1300 Luftballons steigen lassen – und das alles ohne, dass die Leiterin der Schule etwas merkt. Er hat es geschafft!

Bei minus sechs Grad stehen gestern pünktlich um viertel vor zehn alle Schüler auf dem Schulhof und frieren fröhlich vor sich hin. Das richtige Mittel dagegen hat Lehrer Alexander Gratwohl parat: Mit lauter Stimmungsmusik heizt er den Schülern ein und ehe sich die versammelte Lehrerschaft versieht, wird der Schulhof des Gymnasiums zu einer riesigen und bunten Freiluft-Diskothek.

Nur eine ahnt von alledem nichts: Schulleiterin Claudia Kamm sitzt in Ruhe in ihrem Büro am anderen Ende der Schule und feilt an ihrer Rede für ihre offizielle Verabschiedung am Mittag. Ihre Tochter Vera sitzt bei ihr, mit einer Mission: Verhindern, dass die Mutter zufällig nach draußen geht.

Tanzt vor Glück

Der Moment der Überraschung: Claudia Kamm ist sichtlich gerührt, damit hat sie nicht gerechnet.

Einige Lehrer waren bereits mit anderen Geheimaufgaben betraut. Seit sieben Uhr in der Früh, befüllten sie gemeinsam mit einigen Schülern die 1300 Luftballons mit Helium. Treber selbst war seit Wochen mit dem Event beschäftig, informierte Lehrkräfte, ließ die Luftballos mit dem Schullogo bedrucken und holte eine Genehmigung bei der Flugsicherung ein. Alles für Claudia Kamm.

Schließlich ist es so weit und unter einem Vorwand wird die Schulleiterin auf den Schulhof gebeten. Ihr Blick spricht Bände: Der schier aussichtslose Plan, eine solche Party an der Schulleiterin vorbei zu organisieren, hat geklappt. Claudia Kamm tanzt vor Glück und ihre tausend Schüler hüpfen im Takt von Andreas Bouranis Stimmungs-Hit "Auf uns" mit ihr mit.

Während der Großteil der Schüler – je mit einem Luftballon in der Hand – die Party genießt, treten die Sprecher sämtlicher Klassen nach vorne und überreichen ihrer Schulleiterin eine selbst gestaltete Karte samt Blumenzwiebeln oder Saatgut für ihr liebstes Hobby: den Garten.

Mit jedem Schüler, der an Claudia Kamm herantritt, werden ihre Augen glasiger: "Die Wünsche sind alle so persönlich und individuell", ist Kamm gerührt. Manch ein Schüler dankt ihr dabei für Momente, die die Schulleiterin selbst bereits vergessen hatte. Diese Dankbarkeit zu spüren, erfüllt sie mit großem Glück.

Der Geist der Schule

Sie alle sind gekommen um Claudia Kamm (Mitte) zu danken (von links): die Schulfachliche Dezernentin Anne Zingrosch, Landrat Jan Weckler, Schulamtsleiterin Rosemarie zur Heiden und Thomas Stöhr.

Fünfeinhalb Jahre war Claudia Kamm nun Schulleiterin des GBGs, dieser Moment beweise ihr, dass sie mehr als zufrieden mit ihrer Arbeit sein kann: "An dieser Schule gibt es so viele aktive Lehrkräfte und Schüler", lobt Kamm. Die Bereitschaft solche Momente auf die Beine zu stellen, spräche für den Geist der Schule: für Engagement, Zusammenhalt und eine immerwährende gute Stimmung.

Diese erreicht schließlich ihren Höhepunkt: Gemeinsam zählen alle einen Countdown, ehe die 1300 bunten Luftballons aufsteigen dürfen. Und nun? Nun wird sich Claudia Kamm erst mal ihren zahlreichen Hobbys widmen – die Sorge, sie könnte sich langweilen, hat in ihrem Umfeld niemand. Die Schule sucht derweil eine neue Leitung. Wer das wird, entscheidet das Kultusministerium, Kamm und Co. erhoffen sich eine Entscheidung allerdings noch in diesem Schuljahr. Bis dahin wird Carsten Treber das Amt kommissarisch innehaben. Um den Posten beworben, hat er sich ebenfalls und erhält dabei bedeutende Führsprache: "Ich würde mich freuen, wenn er es wird", betont Claudia Kamm.

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