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Zeit für einen Plausch: Auch im Winter ist der Burgpark ein beliebter Treffpunkt für Austausch und Erholung.

Tourismus

Hessentag 2020 in Bad Vilbel soll sich auszahlen

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Attraktiver für Tagestouristen soll Bad Vilbel werden. Das ist das langfristige Ziel, wenn in den kommenden Jahren Kurpark und Burgpark sowie diverse Grünbereiche innerhalb und außerhalb der Stadt aufgefrischt werden. Möglich macht das der Hessentag 2020. Durch das Landesfest wird für die Vilbeler dadurch viel auf lange Sicht verbessert. Hier ein Überblick.

Bad Vilbel - Längst haben die Vorarbeiten begonnen. Doch binnen der nächsten Monate werden noch massive Bauarbeiten auf die Bad Vilbeler zukommen. Kein Wunder, will sich die Stadt ja zum Hessentag Anfang Juni 2020 möglichst schön darstellen. Besucher sollen eine hübsche Stadt erleben – und dafür werden Millionen investiert. Neben der Neugestaltung der Frankfurter Straße ist die Auffrischung von Grünbereichen der zweite Schwerpunkt.

"Das Gesamtkonzept ist ein Tourismus- und Naherholungskonzept als Klammer", erklärt Claus-Günther Kunzmann, der Hessentagsbeauftragte der Stadt. In der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses des Parlaments stellte er den aktuellen Stand der Planung dar. Bis wann alles fertig wird, kann Kunzmann nicht sagen. "Wir müssen sehen, wie wir das mit den Möglichkeiten der Stadtverwaltung umsetzen können."

Zum Thema:  Die ersten Pläne für den Hessentag in Bad Vilbel 2020 stehen fest

Es gehe mit dem Hessentag nicht darum, die Stadt nur für dieses eine Fest voran zu entwickeln. Sondern ein langfristiges Ergebnis sei das Ziel, nämlich den Tagestourismus anzukurbeln. "Das ist dauerhaft wichtig, wenn in Zukunft mit der Stadthalle und der Therme viel mehr Tagesbesucher in die Stadt kommen", erklärt Kunzmann. Er zeigt die Projekte im Einzelnen auf:

Premium-Stadtwanderweg: Eine Premium-Wanderung soll "verschiedene Bereiche der Stadt verbinden und dabei Stadt und Natur vernetzen", erläutert der Hessentags-Beauftragte. Über zwölf Kilometer soll dieser an der Nidda entlang, durch die Stadt, über Streuobstwiesen und durch den Wald führen. "Das ist langfristig von Nutzen." Ein Erlebnispunkt mit einer Erinnerung an die Parkgestalter-Brüder Siesmayer soll unterhalb des Heilsberg eingerichtet werden – wo einst eine der Pflanzschulen stand. Hier soll es fortan einen Siesmayer-Mustergarten geben, Kosten soll der Wanderweg rund eine halbe Million Euro.

Neue touristische Pfade: Vier verschiedene touristische Pfade sollen in Bad Vilbel angelegt werden – alle zusammen sollen 330 000 Euro kosten. Ein Quellenweg soll den früheren Brunnen- und Quellenbezirk rund um das Alte Rathaus als Kern der Mineralwasserindustrie erkennbar machen. Stelen oder Wandbilder schlägt Kunzmann dafür vor.

Die Geologie der Stadt soll ein Geo-Pfad offenbaren. Er soll an einem neuen "Erlebnispunkt Steinbruch" vorbeiführen, wo der Blick in die Jahrmillionen alte Geschichte besonders eindrücklich möglich ist. Um die Natur zu schonen, solle nur ein kleiner Teil des Steinbruchs besser zugänglich gemacht werden. Entlang der Nidda soll ein Gewässerlehrpfad verlaufen. Von einer Unterwasserkamera aus sollen Bilder übertragen werden und das Geschehen im Fluss darstellen. Schließlich soll ein Brückenlehrpfad die Vielfalt der technischen Brückenbauwerke aufzeigen – schließlich ist beispielsweise die Brücke der Main-Weser-Bahn über die Nidda eine der ältesten ihrer Art weit und breit.

Sanierung Stadthaus: Das historische Stadthaus ist eines der Schmuckstücke Bad Vilbels. Doch der Putz blättert massiv ab, auch die Fenster sind marode. "Hier besteht dringender Handlungsbedarf." 290 000 Euro soll die Sanierung kosten, wobei Kunzmann mit 100 000 Euro Fördergeld von der Denkmalpflege rechnet.

Attraktivierung Kurpark: Die gesamt "Parklandschaft Kurpark" vom Kurgarten zwischen Kasseler Straße und Kurhaus bis hin zum Burgpark am Festplatz soll aufgefrischt werden. 1,33 Millionen Euro sollen dafür fließen. So soll der Kurgarten gänzlich neu angelegt werden. Auch zwei Wasserspiele sind hier vorgesehen – Teil des Projektes Kurhaus-Sanierung. Attraktiver gestaltet werden soll auch der Brunnentempel des Friedrich-Karl-Sprudels. Die Trinkstelle für sein Heilwasser soll wieder nutzbar gemacht werden.

Der historische Kurpark zwischen Kurhaus und Parkstraße soll jener Form näher gebracht werden, wie sie der ursprünglichen Planung von Heinrich Siesmayer entspricht, kündigt Kunzmann an. Dass der Kurpark von einem derart prominenten Macher erdacht wurde, werde bisher kaum bemerkt – anders als beim Frankfurter Palmengarten oder dem Bad Nauheimer Kurpark. "Da versteckt sich Bad Vilbel bisher und bewirbt das nicht", bemängelt Kunzmann. Besonders werden das Ehrenmal und das Niddarondell wieder ins Bewusstsein gerückt, ebenso die über die Jahrzehnte verloren gegangene Sichtbeziehung zum Kurhaus.

Gerberpark: Das Gelände am östlichen Flussufer der Nidda soll zum Gerberpark weiterentwickelt werden. Dafür soll der Lohgerberbrunnen neu gestaltet werden. Auch würden die Gartenanlagen an und nördlich der Alten Mühle neu gestaltet. Dafür sind 120 000 Euro vorgesehen. "Wir wollen das Gelände aufwerten, wollen dort mehr Licht, der Weg soll attraktiver werden", so Kunzmann.

Attraktivierung Burgpark: Mit 960 000 Euro fließt der größte Teil der Gelder für die Parkanlagen in die Nord-Erweiterung des Kurparks. Unter anderem soll das Arboretum, also die Sammlung von Bäumen, erweitert werden, ebenso ihre Beschilderung. Der Erlebnispunkt Niddastufen solle so attraktiviert werden, dass er besser nutzbar sei, sagt Kunzmann.

Zeit für einen Plausch: Auch im Winter ist der Burgpark ein beliebter Treffpunkt für Austausch und Erholung.

Im nördlichen Bereich – rund um die Mulde – soll ein Generationenpark entstehen. Die Streetball- und die Skateranlage würden dafür ausgebaut, Infrastruktur für Radfahrer beispielsweise mit Ladestationen geschaffen, ebenso neue Aufenthaltsflächen mit "Möblierung". Neu sollen auch ein Wasserspielplatz, ein Kneipp-Tretbecken, ein Heil- und Kräutergarten sowie ein Barfusspfad hinzukommen.

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