Claudia Kamm sagt: "Tschüss!" – Mehr als ein Jahrzehnt war sie die Schulleiterin des Georg-Büchner-Gymnasiums in Bad Vilbel. Eine Zeit, auf die sie gern zurückblickt. Nur eine Kleinigkeit ärgert sie am Ende doch – zumindest ein wenig: Dass die von ihr gewünschte neue Aula nie gebaut wurde.

Claudia Kamm verabschiedet sich

Rektorin des Bad Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasiums geht in den Ruhestand

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Für Claudia Kamm läutet nach elf Jahren am Georg-Büchner-Gymnasium bald zum vorerst letzten Mal die Schulglocke. Die Lehrerin setzt sich zur Ruhe. Seit 2008 leitete sie als Rektorin die Geschicke der Bad Vilbeler Schule. Doch zuvor schien ihr Weg lange ein anderer zu werden.

Bad Vilbel - Drei Dinge wusste Abiturientin Claudia ganz genau: "Ich will nie wieder in die Schule gehen, nicht im Büro arbeiten und keine Kinder haben." Doch das Leben hatte andere Pläne mit der 19-Jährigen, die 1974 ihr Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lünen bestanden hatte, wo sie aufgewachsen ist. Die gebürtige Dortmunderin studierte an der Philipps-in Marburg zwar Geschichte, Politikwissenschaften, Pädagogik und Philosophie auf Lehramt, verband damit aber keinen konkreten Berufswunsch.

Das änderte sich: Spätestens gegen Ende des Studiums während des Referendariats von 1980 bis 1982 an der Georg-Büchner-Schule in Darmstadt war der Weg klar. "Da hat es plötzlich gezündet", sagt Claudia Kamm heute. Allerdings wurden damals keine Lehrer mit ihrer Fächerkombination eingestellt. Und so trat das zweite berufliche "No-Go" ein, und sie arbeitete von 1983 bis 1992 im Büro als Angestellte in der Vorstandsverwaltung der IG Metall Frankfurt. Dort war sie in erst in der Abteilung Jugend, später in der Datenverarbeitung und danach in der Weiterbildung tätig.

Sie hat immer ein offenes Ohr für ihre Schützlinge: Claudia Kamm spricht beim Tag der offenen Tür mit Schülerinnen über ein Magazin-Projekt.

"Mir hat meine abwechslungsreiche Tätigkeit gefallen." Mit Ehemann Günter gründet sie in Frankfurt eine Familie, die Töchter Vera und Nora werden 1984 und 1986 geboren, womit sich auch der dritte Vorsatz erledigt hatte. 1992 findet Claudia Kamm dann im Briefkasten ein Einstellungsangebot des Schulamtes. "Den Brief habe ich erst einmal in den Papierkorb geworfen. Ich hatte nach zehn Jahren keine Lust mehr, in die Schule zurückzugehen."

Jobangebot weggeworfen

Am nächsten Morgen fischt sie den Brief wieder heraus, studiert die drei Angebote. Und fängt im August 1992 als Studienrätin an der Altkönigschule Kronberg an. "Ich habe lange eine halbe Stelle gehabt, dort viele Projekte betreut. Dazu gehörten internationale historisch-politische Jugendbegegnungen auf dem ehemaligen Gut der Familie von Moltke in Kryzova bei Breslau."

Von 1999 bis 2003 wird sie von den Kollegen der Gesellschaftswissenschaften gemeinsam mit einer anderen Kollegin zur Fachbereichsleiterin gewählt und übernimmt im Februar 2002 die Leitung der gymnasialen Oberstufe an der Altkönigschule Kronberg.

Im Juli 2008 wechselt sie als stellvertretende Schulleiterin ans Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) nach Bad Vilbel. Dort wird sie im August 2013 als Schulleiterin Nachfolgerin von Peter Troitzsch. Am meisten vermisst sie als Rektorin das Unterrichten. Im Rückblick sagt die 63-Jährige: "Der Lehrerberuf ist sehr abwechslungsreich. Keine Stunde ist wie die andere." Ohne Unterricht entfiel für Kamm zwar das zeitaufwendige Korrigieren von Klassenarbeiten und Referaten, aber die Zeit ging für Verwaltung, Personal, Bau und Bauschäden, allgemeine Organisation und Finanzen drauf.

In den vergangenen Jahren gab es auch viele neue Herausforderungen, so die Umstellung von G8 und G9, Schulinspektionen, die Entwicklung von Schulcurricula sprich neuen schulinternen "Lehrplänen", das Thema Inklusion, neue Vorgaben zu Klassenkonten, Lehrerstellenzuweisungen und die Berechnung der Schulbudgets. Hinzu kamen mehrere Neubesetzungen innerhalb der Schulleitung und die Benennung von Beauftragten für besondere Aufgaben.

Konflikte aushalten

"Wichtig war mir immer ein Schulklima zu etablieren, bei dem es möglich ist, Konflikte auszuhalten und weitgehend einvernehmlich zu lösen, statt von oben zu bestimmen", sagt Kamm. Etabliert hat sie den schulinternen E-Mail-Newsletter "Vilbeler Schulbote", es gab neue soziale Projekte wie "Kamerun" oder politisch-demokratische wie den "Menschenrechtstag".

Gelungen ist die Schulhofumgestaltung mit dem Wetteraukreis und der Fachfirma FFS (Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung) und die innerhalb der gesamten Schulgemeinde, mit der Verwaltung und dem Schulamt. Was bleibt am GBG sind viele bauliche Probleme.

"Nicht erreicht habe ich trotz allen Einsatzes eines meiner ersten Wunschziele, den Bau einer Aula", sagt Claudia Kamm bedauernd. "Ich wünsche mir, dass sie endlich kommt und dass der gute Weg am GBG unter neuer Leitung fortgesetzt wird." Ab Februar hat sie dann Zeit für ihre Hobbys Reisen, Radfahren, Wandern, im Garten arbeiten, Klarinette spielen, Lesen und Nähen.

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