Feuerwehr

Bad Vilbels Feuerwehrnachwuchs macht bei seiner Jahresübung eine gute Figur

Über dem Gewächshaus des Berufsbildungswerks (BBW) in Bad Vilbel ist Rauch zu erkennen. Nach und nach ertönen die ersten Sirenen in der Ferne. Was auf den ersten Blick ernst aussieht, ist glücklicherweise nur die Jahresübung des Feuerwehrnachwuchses der Quellenstadt.

Einige Zuschauer haben sich schon rund um das Gewächshaus des Berufsförderungswerk (BFW) versammelt. Ein Einsatzfahrzeug nach dem nächsten trifft ein, unter ihnen auch das Deutsche Rote Kreuz. Immer mehr Jugendlichen verlassen in voller Montur die Fahrzeuge. Der Auftrag des Feuerwehrnachwuchses: Im Gewächshaus hat es eine Verpuffung beim Auffüllen des Heizöls gegeben. Personen sind nun in dem bereits verrauchten Gebäude eingeschlossen und müssen gerettet werden.

Die Schläuche werden ausgerollt und an den Fahrzeugen angeschlossen, während sich das Jugendrotkreuz bereit für die sechs verletzten Personen macht, die nun aus dem Gebäude gerettet werden müssen.

Auch Maria (13) und Dominik (11) müssen in das verrauchte Gewächshaus, um eine möglicherweise verletzte Person zu bergen. Aus jedem der fünf Stadtteile ist die Jugendfeuerwehr angerückt. Ihnen allen wird ein eigener Brandabschnitt zugeteilt. Dazu zählen die Personenrettung, der Löschangriff und die Riegelstellung. Hier sollen sie üben, Stadtteilübergreifend zusammen zu arbeiten.

Ausbreitung verhindern

Stadtjugendwart Klaus Splittdorf betont, wie wichtig es ist, im Ernstfall zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit zu sein. Er bezeichnet das Engagement in der Feuerwehr als sehr abwechslungsreich. „Es ist eine wichtige und sinnvolle Beschäftigung ganz ohne Handy und Pokémon Go.“

Er selbst ist nun für die Koordination zuständig, damit alles möglichst reibungslos verläuft. Denn die Leitstelle Friedberg muss zuerst den Alarm an die Feuerwehrwachen weitergeben. Danach werden die Autos mit dem einsatzbereiten Nachwuchs besetzt. Ihre Übungsleiter fahren sie dann zum Ort des Geschehens, wo sie ihren Einsatzauftrag erfüllen sollen.

Zur Seite stehen ihnen hierbei die erfahrenen Feuerwehrmänner und -frauen. Insgesamt gibt es in Bad Vilbel drei Kinderfeuerwehr- und zehn Jugendfeuerwehrgruppen: Diesmal nehmen 65 Jugendliche an der Feuerwehrübung teil. Mit dabei ist auch die Kinderfeuerwehr Gronau. Die Kleinen sollen von den Älteren aus dem Gewächshaus gerettet werden. Deswegen stürmen die Jugendlichen jetzt mit Tragetüchern in das Gebäude. Die ersten „Verletzten“ werden aus dem Gebäude getragen. Von allen Seiten stehen die jungen Feuerwehrmänner und -frauen, immer zu zweit oder dritt, an den Schläuchen.

Doch nicht nur hier sind die zehn- bis siebzehnjährigen aktiv. An einem weiteren Gebäude stehen sie in der sogenannten Riegelstellung bereit. Sie versuchen nun zu verhindern, dass die Flammen des vorderen „brennenden“ Gebäudes auf den hinteren Teil überspringen, erklärt Antonio Milanov. Er selbst ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Okarben und hat an diesem Tag ein Auge auf den jungen Nachwuchs. Mit der Jugendfeuerwehr Karben angerückt ist auch Karbens Stadtbrandinspektor Christian Becker. Er findet es toll, zu sehen, was andere Feuerwehren machen, um auch mal „über den Tellerrand hinaus“ zu schauen. Zu ihren Übungen würden sie sich jedes Mal gegenseitig einladen, schließlich seien sie ja Nachbarstädte. Auch das schult eine gute Zusammenarbeit.

Auf Rettung warten

Inzwischen sind die Kinder gerettet und können vom Jugendrotkreuz versorgt werden. Nach und nach wird das Löschwasser abgeschaltet und die ersten Schläuche wieder zusammengerollt. Der Rauch verzieht sich langsam. Jonas (15) und Joel (11) von der Jugendfeuerwehr Massenheim haben ein Kind aus dem Gewächshaus gerettet: Außerdem haben sie danach noch bei der Riegelstellung mitgemacht, um die Ausbreitung der Flammen zu verhindern.

Der siebenjährige Alexander hingegen hat einen der Verletzten gespielt und musste aus dem Gewächshaus gerettet werden. Er fand es komisch, im Nebel auf Rettung warten zu müssen: „Trotzdem hat es Spaß gemacht.“ Auch Bad Vilbels Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll lobt: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Info: Insgesamt gibt es in Bad Vilbel drei Kinderfeuerwehrgruppen, deren Mitglieder zwischen sechs und zehn Jahren sowie zehn Jugendfeuerwehrgruppen im Alter von zehn bis 17 Jahren. Sie treffen sich in jedem Stadtteil an einem Nachmittag in der Woche, um zu üben. Dazu zählen Fahrzeug- und Gerätekunde und Löschübungen. Infos gibt es auch im Internet unter . dil

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