Jäger warnen

Vorsicht, Krankheit! Hunde an die Leine nehmen

Warnschilder der örtlichen Jägerschaft machen auf die Fuchsräude aufmerksam. Diese durch eine Hautmilbe hervorgerufene Erkrankung kann auch auf freilaufende Hunde übertragen werden. Doch die Krankheit ist heilbar.

Von Kurt Sänger

Johannes Tekotte, Tierarzt und Jagdpächter in Dortelweil, nimmt die Sache ernst. Er empfiehlt, Hunde wegen der grassierenden Fuchsräude im freien Feld an die Leine zu nehmen. Zwar erfolge die Übertragung der Krankheit auf den Hund nur durch direkten Kontakt mit einem erkrankten Fuchs, doch auch dessen im Gestrüpp oder an Baumrinden hinterlassene Fell- oder Hautpartikel könnten noch Träger der Krankheit sein.

Verursacher der Fuchsräude ist die Sarcoptesmilbe, die als Parasit bevorzugt ihre Eier in die Haut des Fuchses als Wirtstier ablegt. Die Milben vermehren sich binnen kurzer Zeit zu Millionen nur unterm Mikroskop sichtbaren Individuen.

Dies führt zu starken Haut- und Juckreizungen mit erheblichen Kratzverletzungen und zum Fellverlust. Als Folge entstehen Sekundärkrankheiten wie Entzündungen, schmierige Hautpartien und schorfige Wunden. In der Regel führt die Krankheit bei einem unbehandelten Tier innerhalb von drei Monaten zum Tode.

Population wächst

Rudolf Müller, Leiter des Veterinäramtes in Friedberg, gibt indessen Entwarnung: „Von einer Seuche kann man nicht sprechen“. Rund zehn Prozent der Fuchsbestände seien von der Räude normalerweise betroffen. Besonders bei älteren oder geschwächten Tieren sei der Verlauf tödlich. Gesunde und robuste Füchse könnten einen Befall überstehen.

Das vermehrte Auftreten der Fuchsräude führt Müller auf den Anstieg der Populationsdichte der Füchse zurück. Eine direkte Gefahr bestehe jedoch nicht. Doch sei die Übertragung auf alle hundeartigen Tiere (Caniden) im direkten Kontakt mit einem kranken Fuchs möglich, betont Müller.

Bei einem Befall des Hundes ist der Gang zum Tierarzt angezeigt, rät Müller. Denn die Fuchsräude sei behandelbar.

Anders bei den Füchsen in freier Natur. Der Wildbiologe des Landesjagdverbandes mit Sitz in Bad Nauheim, Rolf-Walter Becker, sieht in der Fuchsräude gleichwohl eine „gefährliche und hässliche Krankheit“. Diese sei in den heimischen Fuchsbeständen „immer latent vorhanden“, schildert er. Im Gegensatz zur Tollwut, die hierzulande aber inzwischen ausgerottet sei, sei die Räude bei Füchsen im öffentlichen Bewusstsein nicht so präsent.

Falsche Tierliebe

Der Wildbiologe rät bei einer Begegnung mit einem erkrankten Fuchs zur Distanz. Erkennbar sei die Krankheit an einem durch Kratzen und Scheuern verrupften Fell mit kahlen Hautstellen.

In der Regel seien die Füchse abgemagert und scheu. Im letzten Krankheitsstadium zögen sich die Tiere zurück, wobei sie durch freilaufende Hunde dennoch aufgestöbert werden könnten. Deshalb gehöre ein Hund in freier Natur und im Wald an die Leine.

Becker warnt vor „falsch verstandener Tierliebe“, einen erkrankten Fuchs anzufüttern und ihn pflegen zu wollen, sollte er sich in der Nähe von Wohnsiedlungen zeigen.

Zuständig in solch einem Falle ist stets das Ordnungsamt der Gemeinde oder der zuständige Jagdpächter. Für Bad Vilbel ist dies Johannes Tekotte. Er ist unter der Telefonnummer (01 71) 9 53 78 54 zu erreichen.

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