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Stolz auf die Prämie (von links): Vater Chris Lockl, Ex-Trainer Toni Keller, Per Lockl und Mutter Michaela Lockl

U-17-Spieler

Warum Per Lockl morgen schon ein Fußball-Superstar sein könnte

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Heute und morgen wird in Moskau um die Spitzenplätze des Weltfußballs gekickt – Deutschland ist diesmal nicht mit von der Partie. Viele sehen als Ursache dafür fehlenden, guten Nachwuchs. Dank eines jungen Bad Vilbelers könnte Deutschland in vier Jahren in Katar womöglich besser abschneiden.

Der Bad Vilbeler Per Lockl gehört zu den großen Talenten des deutschen Fußballs. Bereits vor zwei Jahren sagte Michael Prus, Juniorentrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), über den offensiven Mittelfeld-spieler: „Er kann Spiele entscheiden, denn er hat einen guten Abschluss mit links.“

Die sportlichen Grundlagen dafür legte der Nachwuchsspieler bei mehreren Trainern des SSV Heilsberg, etwa Bernd Krüger und Frank Pölitz. „Hier habe ich von Anfang an einen Jahrgang höher gespielt“, erinnert sich der 17-Jährige. Sein Interesse am Fußball geweckt haben Vater Chris Lockl, der die Alten Herren betreut, und Bruder Bo (20), der heute in der ersten Mannschaft des SSV Heilsberg spielt. Mutter Michaela Lockl, die Sportlehrerin an der Struwwelpeter-Schule in Niederdorfelden ist, spielt Tennis.

Mit zehn Jahren entschied sich Per gegen Tennis und für Fußball: „Fußball ist ein Teamsport. Mir hat das Kicken mit meinen Freunden gefallen – und das Toreschießen. Der Spaß am Spiel ist bis heute da.“ Beim SSV Heilsberg hat Per Lockl von der U 5 (2006) bis zur U 10 (2011) gespielt. Dann ist er zum FSV Frankfurt gewechselt. Seit 2016/17 spielt er beim VfB Stuttgart. „Die Nachwuchsarbeit beim VfB hat seit vielen Jahren einen sehr guten Ruf.“ Dort hat Per Lockl bis 2019 einen Vertrag.

Wie seine Eltern berichten, haben sich viele Bundesligavereine mit Sportschul-Internat bei ihrem Sohn gemeldet. „Ich habe mich für Stuttgart entschieden, weil mir das Gesamtpaket aus Sport und G 8-Schule am besten gefiel.“ Im Schwabenland geht er in die Sport-klasse des Wirtemberg-Gymnasiums in Stuttgart-Untertürkheim, wo er 2019 sein Abitur machen will. „Da gehen viele Sportler aus unterschiedlichen Sportarten zur Schule.“

Der Vorteil des Gymnasiums: Auch in Hinblick auf den DFB werde individuell auf die Schüler eingegangen. „Ich besuche im Schnitt alle zwei Monate DFB-Lehrgänge mit je zwei Freundschaftsspielen.“ Seine Kontakte zum DFB bestehen seit seiner Zeit beim FSV Frankfurt.

2015 wurde Per Lockl Junior-Nationalspieler. Mit dem U 17-Nationalteam war er vom 4. bis 20. Mai bei der U 17-Europameisterschaft in England. Zwar ist die U17-Auswahl des DFB bereits in der Vorrunde ausgeschieden, doch bei Per hat die Teilnahme bleibende Eindrücke hinterlassen: „Wir haben in großen Stadien vor vielen Zuschauern gespielt. Das war eine tolle Atmosphäre.“ Nach dem Abitur plant Per ein „Fußballjahr“, um sich zu orientieren.

„Sportlich läuft es so, wie ich es mir vorgestellt habe“, sagt Per. Dafür trainiert er sieben Mal pro Woche und absolviert ein Spiel. „Ich trainiere wöchentlich zehn Stunden, über vier Tage verteilt.“ Sein Vater und SSV-Jugendtrainer Toni Keller verraten: „Per trainiert nach dem offiziellen Training schon immer wie Christiano Ronaldo noch allein weiter.“ Dabei ist der Weltklassespieler gar nicht sein sportliches Vorbild – sondern der offensive spanische Mittelfeldspieler Andrés Iniesta Luján.

Für Per sind die Sommerferien bereits zu Ende. Beim VfB Stuttgart ist Anfang Juli die U 19 in die Vorbereitung gestartet. Trainer Nico Willig und Co-Trainer Daniel Teufel absolvieren mit ihrer Mannschaft die ersten Trainingseinheiten für die neue Saison. „Wir bereiten uns knapp sechs Wochen lang auf die neue Spielzeit in der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest vor. Saisonstart ist am zweiten Augustwochenende“, erklärt Per.

Bis dahin wollen er und seine Teamkollegen topfit sein, um sich sportlich weiterzuentwickeln – und eventuell auf eine Karriere in der ersten Bundesliga vorzubereiten. Teil der Vorbereitungsphase ist die Teilnahme an einem international besetzten Turnier: Dafür fliegen die U 19-Bundesliga-Junioren vom 12. bis zum 31. Juli in die Vereinigten Staaten. Dort findet in Kalifornien vom 25. bis zum 29. Juli der „U 19 International Silver Lakes Cup“ statt.

Mit dabei sind aus Deutschland neben dem VfB Stuttgart auch Borussia Dortmund und Herta BSC Berlin sowie zwei Teams aus Mexiko und drei aus den USA. Gespielt wird in zwei Gruppen auf dem „Silver Lakes Sport Complex“ im kalifornischen Norco: „Das ist der Höhepunkt in unserer Vorbereitung“, strahlt Per Lockl.

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