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Warum das Oldtimer-Treffen in Massenheim so besonders ist

  • Thomas Kopp
    vonThomas Kopp
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Massenheim wird am Sonntag (1. Juli) wieder zum Mekka für alle Liebhaber historischer Fahrzeuge. Zur 26. Auflage des Oldtimertreffens an der Erlenbachaue werden wieder mehrere hundert Aussteller aus der ganzen Bundesrepublik erwartet. Für die Organisatoren bedeutet das einmal mehr einen Haufen Arbeit.

Ein wenig dauert es, bis Domingo Correa-Perez vom Bad Vilbeler Autohaus Fischer-Schädler den panamabraunen VW Passat Variant aus dem Jahr 1977 anwerfen kann. Doch dann brummt der Motor, mit 55 Pferdestärken rollt der Kombi zum Fototermin auf der Erlenbachaue. Dort steigt am kommenden Wochenende das 26. Oldtimertreffen, ausgerichtet von der Freiwilligen Feuerwehr Massenheim.

„Es ist alles zu 100 Prozent original“, schwärmt Correa-Perez, als er den Wagen, nur ein Oldtimer aus dem Bestand des Autohauses, vorstellt. Selbst die Fußmatten, der Versicherungsaufkleber und der Lederknauf der Gangschaltung, auch wenn der eine kleine Macke hat. Wolle man sich heute einen Passat der neuesten Baureihe mit der kleinsten Motorisierung von 150 PS kaufen, müsse man etwa 34 000 Euro hinlegen. Das entspricht in etwa dem Fünffachen des Kaufpreises aus dem Jahr 1977.

Der Passat ist bei weitem nicht das einzige historische Fahrzeug, das am Sonntag in Massenheim zu sehen ist. „Jedes Fahrzeug mit einem Alter von über 30 Jahren ist willkommen“, sagt Stephan Pümpel, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Massenheim, die das Fest Jahr für Jahr organisiert.

Zu sehen gibt es also neben Autos aus vielen Ländern und der unterschiedlichsten Baujahre, auch Motorräder, Lastwagen, Traktoren und vereinzelt Panzer. „Wir hatten dazu schon einmal Kritik bekommen. Aber auch diese Fahrzeuge gehören zur Geschichte, zumal sie nicht mehr einsatzbereit sind“, sagt Pümpel. Seit vergangenem Jahr neu im Programm sind zudem historische Fahrräder. „Wer eines besitzt, kann gerne vorbeikommen“, lädt Pümpel ein. Zumal es für alle Aussteller keine Standgebühr, für Besucher keinen Eintritt zu bezahlen gibt.

Einen großen Erfolg verbuchten die Veranstalter, nachdem das Treffen im Jahr 2015 in der „Autobild Classic“ als eines der zehn schönsten Treffen in Europa gelobt worden war. Darin hieß es: „Das Treffen in Massenheim ist bunt, zwanglos und familiär. Neben dem Lanz Eilbulldog parkt die Kreidler Florett, daneben der Chevrolet Bel Air, der Rover P6, der Lancia Fulvia. Herrlich!“ Im vergangenen Jahr mussten die ansonsten vom Wetter verwöhnten Massenheimer wegen Regen und Gewitter Einbußen hinnehmen. „Doch dieses Jahr sind wir wieder guter Dinge“, hofft Pümpel auf eine gute Resonanz bei strahlendem Sonnenschein.

Wie viele Fahrzeuge es am Ende des Tages sein werden, kann man trotz einer Anmeldungsliste nicht sagen. Denn auch ohne Anmeldung sind Aussteller willkommen, viele kommen spontan“, weiß Pümpel. Mehrere hundert Fahrzeuge werden es aber wohl wieder sein.

Die Ausstellung verändert sich dabei über den Tag immer wieder. Denn manche der Aussteller starten mit ihren historischen Gefährten zu Ausflügen und stellen sich dann später wieder an ihren Platz.

Los geht die Veranstaltung in schöner Atmosphäre unter den Bäumen der Aue am Sonntag um zehn Uhr, doch viele Aussteller werden bereits früher an der Erlenbachaue eintreffen. „Sie und frühe Gäste erwartet bereits ein Frühstück. Später haben wir dann Gegrilltes und eine große Kuchentheke, für Kinder gibt es Eis und eine Hüpfburg“, sagt Pümpel. Um 14 Uhr stehen dann gemeinsam mit der neuen Quellenkönigin Bianca I. Ehrungen für die ältesten Fahrzeuge jeder Kategorie und die weiteste Anreise an. Eine Urkunde gibt es zudem für jeden Aussteller. Um 17 Uhr endet die Schau.

Für die insgesamt über 150 Helfer von anderen Vereinen – ist dann aber noch lange nicht Schluss. Bereits ab Donnerstagmorgen bauen sie auf, nicht nur das Oldtimertreffen, sondern auch das Beachbornfest am Abend zuvor im Hof des Feuerwehrgerätehauses in der Mühlstraße 10 (siehe Bericht unten). Bis alles wieder aufgeräumt und verstaut ist, wird es Dienstagabend sein. „Das ist schon anstrengend, aber die Mühe lohnt sich“, sind sich die Veranstalter einig.

Zumal der Erlös dem Dienst an der Allgemeinheit zugute kommt: Es wird in die Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie in die Einsatzabteilung gesteckt. Das Geld floss etwa schon in Helm-Taschenlampen, einen Schlauchaufroller (Haspel) für die Jugendfeuerwehr oder in Beteiligungen an neuen Einsatzfahrzeugen. Die nächste Anschaffung – ein Gerätewagen-Atemschutz – steht in zwei Jahren an. Dann kann sich die Feuerwehr Massenheim wohl wieder an den Kosten beteiligen.

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