Spatenstich für die Waschstraße (von links): Architekt Bernd Brendel, Unternehmer Thomas Abendroth und Bürgermeister Thomas Stöhr.
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Spatenstich für die Waschstraße (von links): Architekt Bernd Brendel, Unternehmer Thomas Abendroth und Bürgermeister Thomas Stöhr.

Gewerbegebiet Quellenpark in Massenheim

Waschstraße der Superlative

Das Gewerbegebiet Quellenpark in Massenheim hat sich zu einem Zentrum der Autobranche entwickelt. Neuestes Projekt ist eine Autowaschstraße in der Straße Am Stock mit einer Kapazität von stündlich 120 Fahrzeugen.

Von Kurt Sänger

Das Gewerbegebiet Quellenpark westlich der B 3 in Massenheim ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Entlang der Zeppelinstraße haben sich in der jüngsten Vergangenheit namhafte mittelständische Unternehmen der IT-Branche und des Baugewerbe- und Handels etabliert. Bestimmend sind jedoch die Unternehmen der Autobranche. Längst ist die Zeppelinstraße zu einer „Automeile“ geworden. Neben der Firma Fischer und Schädler gibt es weitere Unternehmen des Kfz-Handels, die dort ihren Firmensitz errichtet haben. Vom Reifenservice der Firma Pneumobil über den Abschleppdienst und Reparaturservice Pracht oder dem Autohandel der Firma Engelhardt bis hin zur Tankstelle Hessol bieten lückenlos die Unternehmen der Autobranche ihre Dienste an.

Ökologische Aufbereitung

Zurzeit entsteht mit etwa 4 600 Quadratmetern ein neuer Firmensitz des Autohauses Jörg, das traditionell mit der Automarke Ford verbunden ist. Ebenfalls im Bau ist die Zentrale der Deutschen Gesellschaft für Begutachtung. Deren Dienstleistung besteht laut Webseite in der „Erstellung und Vermittlung von Sachverständigengutachten zum Zwecke der außergerichtlichen und gerichtlichen Beweissicherung“. Jüngst fand nun, im Beisein von Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU), der Spatenstich für eine 50 Meter lange Autowaschstraße des Eschborner Unternehmers Thomas Abendroth statt. Auf rund 1,2 Millionen Euro Gesamtinvestitionen ist das Projekt veranschlagt, wobei der Kaufpreis des 2 400 Quadratmeter großen Grundstückes mit 624 000 Euro zu Buche schlägt.

Abendroth will eine „vollautomatische Anlage der Superlative“ bauen, in der stündlich bis zu 120 Autos abgefertigt werden sollen. Garantiert wird „eine 95-prozentige ökologische Aufbereitung des Brauchwassers“. Das Fassungsvermögen der Wiederaufbereitungsanlage soll 100 Kubikmeter betragen. „Zum Einsatz kommen ausschließlich biologisch abbaubare Waschchemikalien“, erläutert Abendroth. Bereits im Sommer 2013 stand der Unternehmer „in Verhandlungen mit der Stadt“. Doch war die Grundstücksfrage vor dem Hintergrund der geplatzten Ansiedlung eines chinesischen Handelszentrums für lange Zeit unklar.

Eine Hängepartie, die nun beendet ist. „Es war der Wunsch des Unternehmens, hier zu investieren, und wir freuen uns, gemeinsam eine gute Lösung gefunden zu haben“, sagt Stöhr. Ohne den Bau der Nordumgehung wäre das „florierende Gewerbegebiet in Top-Lage im Rhein-Main-Raum nicht möglich gewesen“, so Stöhr. Auf den Äckern des einst primär landwirtschaftlich ausgerichteten Massenheims wurde 1973 das erste Gewerbegebiet „Am Stock“ zunächst als ein kleines Areal ausgewiesen. Die damalige Entscheidung für dieses Baugebiet wurde vor dem Hintergrund des ländlichen Strukturwandels in der Landwirtschaft mit der Schaffung neuer und ortsnaher Arbeitsplätze begründet. Doch die Grundstücke werden rar.

Insgesamt zufrieden

„Bis auf drei Gewerbeflächen ist alles weg.“ Zwei Grundstücke von jeweils rund 1200 und 1800 Quadratmetern seien noch zu haben, so Stöhr, und über ein weiteres größeres Grundstück würden derzeit diskrete Verkaufsgespräche geführt. Auch der Massenheimer Ortsvorsteher Bernd Hielscher (SPD) zeigt sich über die Entwicklung des Gewerbegebietes „insgesamt zufrieden“, wenn auch die kleinen Gewerbetreibenden in Massenheim „so nicht ganz zum Zuge gekommen sind“.

Problematisch sieht Hielscher die gegenwärtige Parkplatzsituation in der Zeppelinstraße. Häufig fänden sich dort abgestellte Fahrzeuge „als Zwischenlager“ für fremde Gewerbe, die mit den ansässigen Firmen wenig gemein hätten. Ein Problem, das noch ungelöst sei. „Aber wir sind froh“, so der Ortsvorsteher, „dass es vorangeht.“

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