Wetterauer Weg

Wegen dieser Straße zanken sich Ortsbeirat und Stadt

  • schließen

Jetzt ist selbst die Heilsberger CDU sauer: Weil der Ortsbeirat von der Stadtverwaltung immer wieder vertröstet wird, will man nun den Ersten Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) einbestellen. Das soll helfen zu klären, wie der Wetterauer Weg sicherer werden kann.

Rund 60 Meter sind es, die Bürger im Wetterauer Weg zwischen der Friedensstraße und dem Samlandweg ohne Bürgersteig zurücklegen müssen. Dem Ortsbeirat Heilsberg ist das ein Dorn im Auge. Wiederholt fragte er in der Vergangenheit die Stadt Bad Vilbel an, endlich Lösungen zu präsentieren.

Im jüngsten Fall hatten die CDU und die FDP das Rathaus gebeten, zu prüfen, wie die Straße verkehrsberuhigt werden könne, ohne dass die Parkplätze wegfielen. Sie schlugen eine Spielstraße vor. Doch die Antwort der Verkehrsbehörde fiel ernüchternd aus.

So verlas Ortsvorsteher Peter Schenk (CDU) bei der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats die Ablehnung von Fachdienstleiter Timo Jehner. Dieser wies das Begehren mit der Begründung zurück, dass der größte Teil der Siedlung Heilsberg schon seit den 70er Jahren als Tempo-30-Zone ausgewiesen sei. Gehwege seien zwar zu begrüßen, allerdings würden weder eine Einbahnstraße noch eine Spielstraße die Sicherheit für Fußgänger erhöhen, hieß es weiter. Zudem sei der Wetterauer Weg in den vergangenen drei Jahren nicht als Unfallschwerpunkt aufgefallen. Sollte er irgendwann grundhaft erneuert werden, könne aber eine nochmalige Prüfung stattfinden.

Aussagen, die Hartmut Schrade (CDU) auf die Palme brachten: Er bezeichnete die Art und Weise der Ablehnung als „unverschämt bis pervers“. „Statt Stunden aufzuwenden, um eine Ablehnung zu erstellen, sollte man lieber einmal zehn Minuten Gehirnschmalz bemühen, um Lösungen aufzuzeigen“, echauffierte er sich.

Er verwies auf das Beispiel Hanau, wo innerhalb einer 30er-Zone sehr wohl Spielstraßen und weitere Schutzvorrichtungen für Fußgänger vorzufinden seien. „Entweder sind die zu kriminell oder wir zu blöd“, sagte er. Damit erntete er breite Zustimmung. „Wir könnten durchaus einen Gehweg zulasten der Autos haben“, zweifelte der Grüne Jens Matthias die Expertise des Fachdienstes an. „Wir müssen Platz für Kinder und Alte schaffen. Er sprach er sich für die Fußgänger in diesem Bereich aus, der zudem vom Plattenweg gekreuzt wird – ohnehin eine „Gefahrenstelle“, wie er befand.

„Wir müssen insistieren und Timo Jehner in die Sitzung holen“, bekräftige Michael Rudolphi (FDP). Er sprach davon, dass im Fachdienst „nur noch Abwehrhaltung“ vorzufinden sei. Beatrice Schenk-Motzko (CDU) sah die Anfrage gar aufgrund fehlender Alternativen als „nicht beantwortet“ an. Laut ihr könne man zumindest an einer Seite einen Gehweg schaffen. Ein unabhängiger Gutachter wäre nötig, forderte Petra Schärpf (Grüne).

Rudolphis Forderung wurde dann von Carsten Hauer (SPD) noch erweitert. Er will nicht nur Jehner, sondern auch den Ersten Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) zur nächsten Sitzung einbestellen. Einig war sich das Gremium darin, dass die Sitzungen der Stadtteil-Beiräte nicht mehr wertgeschätzt würden. Schon lange habe sich kein Vertreter des Magistrats mehr blicken lassen, früher sei dies regelmäßig der Fall gewesen. Tatsächlich war weder in Dortelweil und Gronau am Mittwoch noch auf dem Heilsberg am Donnerstag ein Vertreter der Stadtregierung anwesend. Einstimmig ergänzte das Gremium deswegen die Anfrage: Jemand soll ihm Rede und Antwort stehen.

Immerhin tut sich etwas in Sachen Vilbus-Haltestellen. So soll in der Bodelschwinghstraße nun eine Klappbank aufgestellt werden. Ein Schutz vor Wind und Regen sei aber nicht möglich. Auch hier will der Ortsbeirat Nachbesserungen, regte an, die Haltestelle eventuell etwas zu verlegen, um mehr Platz zu haben. Doch auch dafür sei wohl ein Ortstermin nötig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare