Wenn der Elefant blinzelt und der Leopard gähnt

  • VonDieter Deul
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Auf eine Reise zu wilden afrikanischen Tieren lud die Autorin Monika Hoßfeld Zweitklässler der Bad Vilbeler Saalburgschule ein. Dort stellte sie ihr Fotolesebuch vor.

Im Mehrzweckraum der Saalburgschule wird es dunkel, auf der Leinwand tauchen wilde Gestalten auf, wie Samkeelo. So hat Monika Hoßfeld den Leoparden genannt, der ihr und ihrem Mann Udo bei einer Safari im südafrikanischen Krüger-Nationalpark nur wenige Meter vom Geländewagen entfernt begegnete. Knapp 3000 Fotos haben die beiden geschossen. Hoßfeld kam die Idee, damit ihr erstes Kinderbuch zu illustrieren, erzählt sie. Zuvor schrieb die pensionierte Erzieherin aus Maintal bereits Kurzgeschichten und einen Krimi.

Deswegen tauchen auf der Leinwand und in dem Bildband reale wilde Tiere auf, die die Schüler immer wieder zu erstaunten Rufen veranlassen. „Oh!“, rufen sie, als ein mächtiger Elefant auftaucht – in der Nahaufnahme seines Auges und der Wimpern – und danach der Elefantenkot auf der Straße.

Tiere erzählen selbst

Hoßfeld illustriert das nicht einfach als Reisereportage, sondern schlüpft als Erzählerin in die Rolle der Tiere, bringt sie in Sprechblasen zum Reden. Der Elefant entschuldigt die Verunreinigung der Verkehrswege damit, dass es in der Wildnis eben kein Elefantenklo gebe. Zum Staunen bringt sie ihre jungen Zuhörer mit originellen Details. Den Pillendreher-Käfern etwa, die eine Erdklumpenkugel rollen, riesige Spinnen, ein lustiges Warzenschwein oder die bläulich schimmernden Meerkatzen, die auf Bäumen leben.

Als Identifikationsfigur taucht ein Junge namens Ajanda auf, doch der lebe nicht in Afrika, sondern heiße Baatu und sei ein Maintaler Drittklässler, verrät Hoßfeld. Doch die Tiere in dem Buch „Wenn der Elefant blinzelt und der Leopard gähnt“ sind eindeutig die Stars dieser Lesung, etwa der Löwe, der mit der riesigen Mähne wachsam auf die Besucher blickt, während sich die Löwinnen, im Hintergrund und ohne Mähne, ausruhen. Zu verdanken haben die Saalburgschüler die Lesung Mirjam Fischer-Quaiser.

Ihr Autohaus Fischer-Schädler veranstaltete den Laufwettbewerb „Speed4“, bei dem die Schule zweitstärkster Teilnehmer war und dafür jetzt den Autorenauftritt als Preis erhielt. Im Vorjahr war die Schule Erster, erhielt 500 Euro für ein neues Spielgerät.

Lange Schreibarbeit

Die Bad Vilbeler Zweitklässler löchern ihren literarischen Gast mit vielen Fragen: „Wie wurden Sie Autorin?“, oder: „Hat das Wildschwein Sie angegriffen?“ Nein, entgegnet Hoßfeld, die Fotos seien auf einem Picknickplatz des Nationalparks gemacht worden, der eingezäunt sei. Nur dort, erklärt sie, gebe es auch Toiletten. Auf freier Wildbahn auszutreten sei indes wegen der wilden Tiere viel zu gefährlich.

Auch über die literarische Arbeit von Monika Hoßfeld wollen die Kinder etwas mehr erfahren. Wie lange das Schreiben des 61-Seiten-Buches gedauert habe, wollen sie wissen. „Sechs Monate“, räumt Hoßfeld ein. Die Safari dauerte dagegen nur drei Wochen. „Schreiben Sie weiter Kinderbücher?“, fragt eine Zweitklässlerin. „Ja, ich habe ganz viele Ideen – aber mehr verrate ich noch nicht.“

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