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Ivonne Keller (Mitte sitzend) mit den Teilnehmern ihres Workshops zum Thema Selfpublishing.

Selfpublishing

So werde ich Verleger

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Veröffentlichungen im Selfpublishing werden bei Autoren immer beliebter. Zu den Hürden für neue Autoren gehören die zum Teil geringen Kenntnisse der Prozesse beim Selbstverlag. Autorin Ivonne Keller bietet mit einem neuen Workshop Abhilfe.

Eine Einführung für alle anbieten, die selbst ein Buch veröffentlichen möchten. Das ist das Ziel des Workshops, den Ivonne Keller jüngst in der Stadtbibliothek anbot. Den elf Teilnehmern ihres Workshops gibt sie viele Tipps, wie sie eine Strategie erstellen und am besten vorgehen sollten.

Dabei geht sie gleich in die Vollen: „Man ist als Selfpublisher sein eigener Verlag und muss alle Tätigkeiten übernehmen, die sonst der Verlag übernimmt“. Die Bandbreite der Tätigkeiten ist dabei schier endlos: Von der Klärung rechtlicher Fragen wie Bildrechte oder Zitate über Satz, Layout und Gestaltung des Covers bis zu Druckkalkulation und –abwicklung, ISBN, Eintrag ins Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB). Weitere Aufgaben bestehen im Marketing und Social-Marketing, dem Bearbeiten und Versenden von Bestellungen und der Lagerung der Bücher.

Wer seine Werke als E-Book anbietet, hat nicht weniger zu tun. Wichtig sei es dabei sein fehlerfreies, von einem Profi lektoriertes Manuskript in eine E-Book-Datei umzuwandeln, die auf verschiedenen Lesegeräten gut lesbar ist. „Alle Schritte benötigen viel Zeit, selbst erfahrene Autoren wie ich brauchen dazu einen Tag“, informiert Keller. Danach sollte man sich einen oder beide Anbieter wie Amazon/Kindl oder Tolino Media im Internet auswählen. Nach der Registrierung beginnt die Arbeit erst richtig. Alles muss genau geplant werde. Titel und Klappentext „müssen Neugierde wecken“ und das Cover „sollte ein Hingucker sein“. Abschließend muss das digitale Werk noch mit allen passenden Stichwörtern versehen werden, um Kategorien des Online-Buchhandels zur Verfügung zu stehen.

Vorher sollten die Autoren eine Amazon-Autorenseite anlegen oder eine eigene Homepage. Um sein Buch bekannt zu machen, empfiehlt Ivonne Keller auf speziellen Internetplattformen Leserunden zu organisieren, um es von Viellesern innerhalb von zwei Wochen rezensieren zu lassen. Wichtig sind dann noch der richtige Veröffentlichungszeitpunkt und der Preis.

Ivonne Keller, die sich ihre Erkenntnisse durch Ausprobieren angeeignet hat, hat Tipps von anderen Selfpublishern und dem „Guru“ der Szene Matthias Matting bekommen: „In der Szene und dem Verband herrscht unter den professionellen Autoren eine hohe Hilfsbereitschaft“, lobt sie.

Von den elf Workshopteilnehmern hat rund ein Drittel bereits Bücher bei Verlagen veröffentlicht. Zu ihnen gehört Carola Ossig aus Maintal. Sie hat bisher Krimis und Belletristik veröffentlicht. Ihr neues Buch „Wir sind Maintal“ will sie selbst verlegen. „Ich habe 40 Bürger zwischen 21 und 89 Jahren zu ihren Erlebnissen bei der Gebietsreform in den 1970er Jahren befragt. Herausgekommen sind schöne Geschichten.“

Zu den Newcomern in der Autorenszene gehört die Dortelweilerin Jeanine Hense, die bereits einen Kreativblog hat und gerade mit dem Schreiben beginnt. „Ich habe mich hier heute vorab informiert, wie es mit dem Veröffentlichen geht, “ schildert sie ihre Motivation.

Denn eines betonen alle gleichermaßen: Den mit dem Selbstverlag einhergehenden Arbeits- und Zeitaufwand haben sie bisher unterschätzt. Auch die Liste der Fähigkeiten und die Menge der finanziellen Investitionen, die ein Autor im Selbstverlag aufbringen muss, überrascht die Gruppe. Die Motivation, ihre nächsten Projekte anzugehen, kann das jedoch nicht schmälern.

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