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Draußen vor dem Beienheimer Pappelhof sind die Bäume und die Landtagskandidaten grün (von links): Kreistags-Fraktionschefin Sylvia Klein, Thomas Zebunke, Clemens Breest und Brigitta Nell-Düvel.

Landtagswahl 2018

Wetterauer Grüne drängen in den hessischen Landtag

Als einzige Stadt der Wetterau hat Bad Vilbel gute Chancen, am 28. Oktober gleich drei Politiker in den neuen Landtag zu schicken. Gemeint sind der bisher direkt gewählte CDU-Mann Tobias Utter, der Freidemokrat Jörg-Uwe Hahn und die Grüne Kathrin Anders – die gar nicht als Direktkandidatin antritt.

Der bald 56 Jahre alte Christdemokrat Tobias Utter ist seit seinem Geschichtsstudium Berufspolitiker. Er sitzt seit 2008 im Landtag und hat das Direktmandat vor fünf Jahren mit 43 Prozent der Wählerstimmen gewonnen. Als Präses des Dekanats Wetterau kennen auch viele evangelischen Christen den gut vernetzten Politiker.

Aus Bad Vilbel haben noch zwei weitere Politiker gute Chancen, über die Landeslisten ihrer Parteien in den Landtag zu kommen. Zum einen der frühere Landesminister Jörg-Uwe Hahn von der FDP. Obwohl es seit längerem um ihn still wurde, steht der bald 62-Jährige auf Platz 6 der Landesliste seiner Partei. Aktuell ist er einer von sechs Liberalen im Landtag.

Einen Listenplatz „auf der Kippe“ hat auch die Grüne Kathrin Anders. Der Name der gebürtigen Dortelweilerin steht auf Platz 19. Aktuell haben die Grünen 14 Landtagssitze. Sie kann in den Landtag kommen, falls die Öko-Partei, wie vorhergesagt, ihre Position hält oder ausbaut – und wenn es wieder zu einer schwarz-grünen Koalition kommt, bei der Partei-Promis Regierungsjobs bekommen und womöglich ihr Mandat Nachrückern überlassen.

Kathrin Anders hat schon 2013 bei der Landtagswahl 10,3 Prozent der Stimmen in Bad Vilbel, Karben, Wöllstadt, Friedberg, Rosbach und Niddatal bekommen. Die alleinerziehende Mutter dreier Kinder und Sozialpädagogin an einer Bad Homburger Grundschule ist Mitglied des Grünen-Landesvorstandes. Im vorigen September vereinte sie als Direktkandidatin zur Bundestagswahl 2017 die Stimmen von rund 11 000 oder 8,3 Prozent der Wetterauer.

Die Kreis-Grünen haben aber nicht Anders, sondern den Bad Vilbeler Clemens Breest zum Direktkandidaten im Wahlkreis 25 für die südliche Wetterau gemacht. Er sitzt auf dem aussichtslosen Platz 38 der Landesliste und müsste mehr Erststimmen als Tobias Utter bekommen, um Landtagsabgeordneter zu werden. Trotzdem sagte der 1972 in Berlin geborene Pastor bei einer Kandidaten-Vorstellung auf dem Beienheimer Pappelhof, dass er kräftig Wahlkampf machen will.

Er hat sich bis Ende Oktober von der Freien Evangelischen Gemeinde in Dortelweil freistellen lassen, bei der er seit 2012 als Seelsorger arbeitet. Als Pastor sei er täglich mit den Sorgen der Menschen konfrontiert, begründet Breest sein Engagement.

„Nicht nur unsere Region ist im Wandel, auch unser Land bis hin zum Klima. Die Menschen nehmen zum ersten Mal im eigenen Garten wahr, welche Auswirkungen der Klimawandel hat“, so der designierte Kandidat. Wichtig sei, alle Probleme gemeinsam und lösungsorientiert anzugehen – weshalb Breest sich auch als Flüchtlingshelfer engagiert. Er wisse, dass viele Flüchtlinge sich integrieren wollen und zum Arbeiten motiviert seien. Für ihn gelte der Satz „Hesse ist, wer Hesse sein will“.

Im Wahlkampf der nächsten Wochen wollen die Wetterauer Grünen auf eine Plakatschwemme verzichten. Zwei Kandidaten-Diskussionen mit Vertretern mehrerer Parteien sind für den 4. und 17. Oktober in Sicht. Die erste wird von der Arbeitsgemeinschaft „Wetterau im Wandel“ im Theater Altes Hallenbad in Friedberg organisiert.

Als Wahlkampfhelferin kommt am Dienstag, 18. September, Renate Künast nach Friedberg. Am selben Tag soll sich auch der hessische Umweltminister Tarek Al-Wazir in der Wetterau mit der Wiederbelebung der Horlofftalbahn und anderen Themen befassen.

In Bad Vilbel organisieren die Grünen für den 15. September ab 19 Uhr im Haus der Begegnung eine Party mit dem Motto „Demokratie braucht Frauen“. In den beiden anderen Wetterauer Wahlkreisen 26 und 27 machen die grünen Direktkandidaten Thomas Zebunke aus Friedberg und Brigitta Nell-Düvel aus Bad Nauheim Wahlkampf.

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