Auszeichnung

Wetterauer Sozialdemokraten verleihen der ADFC-Ortsgruppe den Ehrenamtspreis

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Das Ehrenamt stärken: Das ist das Ziel des Preises, den die Wetterauer SPD jährlich für besonders engagierte Gruppe auslobt. Dieses mal konnten sich die Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in Bad Vilbel über diese motivierende Auszeichnung freuen.

In der Trinkkurhalle im Niddaer Stadtteil Bad Salzhausen zeichnete der SPD Unterbezirk Wetterau den Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club Bad Vilbel (ADFC), den Internationalen Club Bad Nauheim und den Hallenbad Verein Gedern mit dem von ihr initiierten Ehrenamtspreis aus. Die Vorsitzende des Unterbezirks Lisa Gnadl würdigte das Engagement, mahnte aber auch, der Staat dürfe seine Aufgaben nicht auf das Ehrenamt abwälzen.

„Das Ehrenamt kann nicht alles leisten“, betonte sie. „Es gibt eine politische und eine staatliche Verantwortung, das Ehrenamt zu unterstützen.“ Sonst stoße das bürgerschaftliche Engagement an Grenzen. Diese Unterstützung könne finanziell aber auch organisatorisch sein. Dabei müssten die staatlichen Ebenen aber immer ihre Pflichtaufgaben wahrnehmen, statt sie ehrenamtlichen Initiativen zu überlassen.

Parallel zur Landtagswahl am 28. Oktober gebe es auch eine Abstimmung über 15 Änderungen in der Hessischen Verfassung. Dazu zähle auch, das Ehrenamt als Staatsziel aufzunehmen, worüber es große Einigkeit zwischen allen Fraktionen gegeben habe. „So ein Staatsziel macht deutlich, welchen Wert das Ehrenamt für unsere Gesellschaft hat“, erläuterte sie. Gnadl hofft, „dass das später auch in das politische Handeln einfließt.“

Sie wies darauf hin, dass die SPD versuche, mit dem Preis Initiativen aus dem ganzen Kreisgebiet gleichermaßen zu ehren und auch die Vielfalt des Ehrenamts darzustellen. Dies zeige sich in diesem Jahr mit dem ADFC Bad Vilbel, der die Interessen von Radfahrern in der Stadt vertrete, dem Internationalen Club Bad Nauheim, der Integration und kulturelle Vielfalt fördere sowie dem Hallenbadverein Gedern, der sich erfolgreich für den Erhalt und die Attraktivität des Bades einsetze.

Mirjam Fuhrmann, die Direktkandidatin der SPD im südlichen Wetteraukreis würdigte das Engagement des ADFC Bad Vilbel. Dieser arbeite auf drei Ebenen. Als verkehrspolitischer Verein vertrete er die Interessen der Radfahrer. Daneben biete der ADFC Serviceleistungen wie Fahrradcodierung, Haftpflicht- und Rechtschutzversicherungen für Radfahrer an. Als dritte Komponente sei der ADFC auch ein Umweltschutzverein, der sich „für eine ökologisch sinnvolle Verkehrsmittelwahl einsetzt“, erläuterte Fuhrmann. Das sei gerade in Zeiten, wo der Individualverkehr immer mehr zunimmt notwendig.

Auch sie selbst fahre inzwischen eine Teilstrecke des Weges ins Büro mit dem Fahrrad, erklärte Fuhrmann. „Da kriegt man den Kopf frei geblasen“, lobte sie die persönlichen Vorteile. Außerdem sei sie schneller, weil sie am Stau vorbei fahre.Der ADFC beteilige sich mit seinen 340 Mitgliedern intensiv durch Vorschläge an der Verbesserung des Radverkehrs in Bad Vilbel und setze sich stets für mehr Sicherheit ein. Dabei sei er auch ein wichtiger Ratgeber, auf den die Politik nicht verzichten könne.

Ute Gräber-Seißinger, seit 17 Jahren Vorsitzende des Vereins erläuterte, dass der Bad Vilbeler ADFC nur ein Teil des großen Ganzen mit 150 000 Mitgliedern bundesweit sei. Damit sei er zwar nicht so groß wie ein anderer Verein mit ähnlichem Namen, der die Interessen von Autofahrern vertritt, setze sich aber dennoch effektiv für die Bedürfnisse der Radfahrer ein.

Die Vorsitzende betonte, dass es zwischen Rad- und Autofahrern zwar keine Feindschaft gebe. Aber „natürlich gibt es Situationen im dichten Verkehr, wo die Gegnerschaften hochkochen.“ Zwar habe sich die Situation der Radfahrer in den letzten zehn Jahren verbessert, aber es müsse immer noch viel getan werden. Deshalb rief sie die Bürger auf, sich noch bis Ende November an einer Umfrage des ADFC zur Verkehrssituation in der eigenen Stadt zu beteiligen. Die Ergebnisse dieser Umfrage flössen in die verkehrspolitische Arbeit des Clubs ein.

Karl-Otto Waas Direktkandidat der SPD aus Wölfersheim stellte die Arbeit des Internationalen Clubs vor. Höhepunkt im Vereinskalender sei das internationale Fest, das bereits seit mehr als 30 Jahren in Bad Nauheim gefeiert werde und sich aus einem 1981 begründeten, ursprünglich nur deutsch-türkischen Fest entwickelt habe.

Doch auch während des gesamten Jahres arbeite der Club daran, die Kulturen anderer Länder zu vermitteln. Dazu trügen Themenwochen, musikalische Veranstaltungen aber vor allem auch gemeinsames Kochen und Essen bei.

Daneben engagiert sich der Internationale Club auch politisch. So unterstütze er die Einführung des Ausländerbeirats und setzt sich für das kommunale Wahlrecht für alle in der Kommune lebenden Ausländer ein. Mit einem runden Tisch, an dem Vertreter von Kindergärten, Schulen, sozialen Organisationen und Polizei sowie der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen vertreten sind, arbeitet der Club gegen Gewalt und für eine bessere Verständigung untereinander. Seit 2014 unterstützt der Club auch die Integration von Geflüchteten in Bad Nauheim im Rahmen des 2014 gegründeten Runden Tisches.

Waas berichtete, dass ihn ein Besuch des Internationalen Festes stark beeindruckt habe. „Es hat mich fasziniert, wie viele verschiedene Kulturen da anwesend waren und zusammen arbeiten. Solche Veranstaltungen und ein besseres Verständnis füreinander seien auch für das Zusammenwachsen in Europa wichtig. Ausdrücklich sprach er sich für eine echte Integration von Geflüchteten aus, statt sie in Containersiedlungen unterzubringen und so Ghettos zu schaffen.

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