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Sebastian Wysocki

Streit um Wetterauer Weg

Wysocki fordert öffentliche Entschuldigung von Ortsbeirat

Nachdem der Ortsbeirat Heilsberg in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag heftige Kritik an der Stadtverwaltung geübt hatte, hat Bad Vilbels Rathaus nun deutlich Stellung genommen.

Nachdem der Ortsbeirat Heilsberg in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag heftige Kritik an der Stadtverwaltung geübt hatte, hat Bad Vilbels Rathaus nun deutlich Stellung genommen. In einer gestern veröffentlichten Erklärung forderte der Erste Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) eine öffentliche Entschuldigung des Gremiums und sprach von einer „nicht hinnehmbaren Verleumdung eines städtischen Mitarbeiters“.

Konkret geht es in dem Streit um den Wetterauer Weg. Der Ortsbeirat fordert von der Stadt, dort Fußgängerwege zu bauen oder anderweitig den Verkehr in der Straße einzuschränken, beispielsweise mit einer Spielstraße. Die Straßenverkehrsbehörde lehnte dies aber wiederholt ab, unter anderem mit der Begründung, ein Unfallschwerpunkt sei dort bislang nicht aufgefallen.

In Heilsberg sorgte das für wütende Reaktionen. Hartmut Schrade (CDU) bezeichnete das jüngste städtische Ablehnungsschreiben etwa als „unverschämt bis pervers“. Man solle „lieber einmal zehn Minuten Gehirnschmalz bemühen, um Lösungen aufzuzeigen, statt Stunden aufzuwenden, um eine Ablehnung zu erstellen.“ Weiter hieß es im Ortsbeirat, die Anfrage sei nicht beantwortet und man zweifele an der Expertise des städtischen Fachdienstes. Das Gremium kündigte an, die Verantwortlichen zum Ortstermin einzubestellen.

Wysocki, der auch Verkehrsdezernent ist, sagte dazu, Bad Vilbels Straßenverkehrsbehörde arbeite „seit Jahren gewissenhaft und auf strikter Basis der Straßenverkehrsordnung sowie der zugehörigen Verwaltungsvorschriften“. Ihr Leiter, Timo Jehner, sei in der Sitzung des Ortsbeirats „unzulässig angegangen und mit teils verleumderischen Aussagen tituliert“ worden. „Als sein Vorgesetzter verwehre ich mich klipp und klar gegen die getätigten Aussagen“, so Wysocki. Weder Jehner noch seine Mitarbeiter hätten willkürlich gehandelt.

Die Stellungnahme zum Wetterauer Weg fuße auf den Vorschriften. Außerdem sei die „jahrelange Erfahrung“ der Mitarbeiter eingeflossen. Wysocki betonte, er stehe „voll und ganz zu der verlesenen Stellungnahme“. Er beharrte darauf, dass die Straße nicht zur Spielstraße werden könne, ohne dass Parkplätze wegfielen. Da der Wetterauer Weg zudem kein Unfallschwerpunkt sei, bestehe zunächst kein dringlicher Handlungsbedarf.

„Bei aller Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit und der vielen Zeit, die ein Ortsbeirat in diese investiert, sind die getätigten Aussagen vor allem in der Art und Weise nicht tragbar und vergiften einen konstruktiven Dialog“, sagte der Stadtrat „Ich fordere, sich in aller Form und öffentlich bei Timo Jehner und seinen Mitarbeitern zu entschuldigen und die haltlosen Vorwürfe zurückzunehmen.“

Timo Jehner selbst sagte: „Es ist mir ein Rätsel, wie solche Aussagen getroffen werden können.“ Ihm fehle in der Diskussion die Wertschätzung dessen, „dass jeder Ortsbeirat am Tage seiner Sitzung zu den Anträgen, die gestellt werden, eine Stellungnahme aus der Verwaltung vorliegen hat“ – obwohl manche noch gar nicht in Gremium selbst diskutiert oder beschlossen worden seien.

(red,ag)

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