Ulan & Bator

Was zunächst absurd erscheint, wird amüsant

Kabarett der besonderen Art in der Alten Mühle: Ulan & Bator gastieren mit ihrem Programm „Irreparabeln“. Beschrieben wird dies von den beiden Künstlern als „absurde Comedy-Impro-Dada-Kunst“. Das trifft es wohl genau.

Von NIKLAS MAG

Das Licht im Zuschauerraum ist an, während sich die letzten Zuschauer auf ihre Stühle begeben. Sebastian Rüger und Frank Smilgies sitzen zu diesem Zeitpunkt auf Stühlen auf der Bühne und schauen mit unklarem Gesichtsausdruck geradeaus. Beide ziehen plötzlich jeweils eine gestrickte Bommelmütze aus ihren Taschen und setzen diese auf ihre Köpfe.

Schicker, dunkelgrauer Anzug und dazu eine bunte Wollmütze – das nachfolgende Programm ist in dieser Erscheinung bereits zu erahnen. Beide stehen auf, sprechen absurde Wortkombinationen, tanzen, rennen und fallen dabei ziellos über die Bühne.

Plötzlich bleiben sie stehen, zünden sich imaginäre Zigaretten an und diskutieren über Politik, Urlaub und Arbeit. Verzweifelt sucht man als Zuschauer zu diesem Zeitpunkt nach Sinn und Struktur im Programm. „Komm, wir gehen ins Sozialkundehilfemuseum“, sagt der eine plötzlich zum anderen. „Ja, und vorher noch zum Drohnen füttern im Park“, erwidert Sebastian Rüger. Im Folgenden jagt eine Szene die nächste, tatsächlich improvisieren die beiden diese kurzen schauspielerischen Einlagen.

Von einem Sockenkaufhaus, in dem ein Verkäufer mit überspitzten Verkaufstaktiken Socken an den Mann bringen will, zu einem lokalen Radiosender, der den Sänger der Band „Mundgeruch“ interviewt. Mit ungeheurem Tempo schaffen die beiden absurde Szenen, reagieren dabei sehr schnell aufeinander und ziehen die Dialoge trotz absurder Inhalte durch, ohne dabei eine Miene zu verziehen.

Die kurzen Dialoge enden meist in einer Pointe. Zwischen den schauspielerischen Einlagen werden a cappella absurde Texte als zweistimmiger Singsang vorgetragen. Diese Mischung aus Improvisation und eingeübten Szenen begeistert das Publikum, nachdem der anfängliche Schock überwunden ist.

Was vorerst als daneben und absurd erscheint, wird immer amüsanter, das Publikum genießt die abgedrehten Szenen. Man sollte sich keine Gedanken darüber machen, einfach zuschauen. Während der gesamten Vorstellung bleibt das Licht im Zuschauerraum an. Es macht Spaß, den beiden Schauspielern beim Spinnen zuzusehen. Es ist, als seien Monty Python und Otto Waalkes gemeinsam einen trinken gegangen. Der Mix aus absurdem Theater und kabarettistischen Szenen, Improvisiertem und Inszeniertem schafft ein Bühnenprogramm, das sehr unterhaltsam ist und seinesgleichen sucht.

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