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27 Millionen Euro für 147 Pflegeplätze in Bad Vilbel

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Von: Patrick Eickhoff

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Das neue Domicil-Seniorenheim auf dem Heilsberg war nicht immer unumstritten. Es öffnet im kommenden Jahr. © Christine Fauerbach

Es ist nicht mehr zu übersehen: Das neue Seniorenheim auf dem Heilsberg. Oliver Radünz, Geschäftsführer des Investors HBB, hatte kürzlich zu einer exklusiven Führung durch das 27 Millionen Euro teure-Gebäude geladen und dabei erklärt, was Bad Vilbel von den anderen Standorten unterscheidet, aber auch auf Kritik reagiert.

E s war nicht immer unumstritten, schließlich reichen die Pläne um das »Seniorenheim Am Hang« auf dem Heilsberg weit zurück. Die Intention zum Bau geht auf das Jahr 2005 zurück. Im Dezember 2012 folgte der Beschluss des Bebauungsplans. Es gründete sich eine Bürgerinitiative, die Klage gegen das Projekt einreichte - ohne Erfolg. Heute ist das große weiße Gebäude bereits aus der Entfernung zu sehen. »Es ist zwar noch nicht ganz fertig, aber wir sind auf einem guten Weg«, sagt Oliver Radünz, Geschäftsführer des Investors HBB (Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft).

Rundgang durch den Neubau

Radünz hat Ersten Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) sowie diese Zeitung zu einem exklusiven Rundgang durch den Bau eingeladen. »Wir werden das Gebäude in ein paar Wochen an die Domicil übergeben. Der Betrieb startet dann im kommenden Jahr«, informiert er. In der Straße »Am Hang« ensteht mit Ausblick über Bad Vilbel und bis in den Taunus ein Seniorenpflegeheim mit 147 Pflegeplätzen - weitgehend in Einzelzimmern. Das T-förmige Gebäude auf dem rund 4470 Quadratmeter großen Grundstück verfügt über drei Geschosse und ein Satteldach. »Die HBB investiert rund 27 Millionen Euro in das Projekt«, informiert Radünz.

Radünz führt durch die neue Küche - »wir kochen selbst und täglich frisch«- sowie durch die Wäscherei. »Auch hier verzichten wir auf einen externen Dienstleister und somit auch den Anlieferverkehr.« Im unteren Teil des Gebäudes werden Umkleiden fürs Personal eingerichtet. Es entstehen etwa 80 Arbeitsplätze. Im unteren Stock ist gerade ein Team beschäftigt, Kabel zu verlegen. Aber es geht auch kabellos im neuen Pflegeheim. »Wir haben Wlan in jedem Zimmer.«

Springbrunnen im Garten geplant

Das Domicil-Haus steht unter dem Motto »Mitten im Leben«. »Wir wollen Teilhabe der Senioren mit ihrem Umfeld. Es ist das 44. Heim, das ich baue, und wir suchen unsere Standorte nie am Rand und weit abgelegen.« Das Umfeld sei von großer Bedeutung. Im Foyer ist eine kleine Sitzecke eingerichtet. »Für viele Bewohner ist es interessant zu sehen, wer kommt und wer geht.« Der Saal neben der Rezeption steht auch Vereinen zur Verfügung. »Wir bieten außerdem einen Mittagstisch an. Das soll Hemmschwellen abbauen und auch den Bewohnern Abwechslung schaffen.«

Weiter gehts’s mit der Außenanlage, die bisher noch nicht sonderlich grünt. »Das kommt noch. Wir bauen auch noch einen Springbrunnen«, sagt Radünz. An der Seite ist der Parkplatz zu sehen. Anwohner hatten kritisiert, dass es bei der Anzahl der Bewohner und Mitarbeiter zu enormen Parkplatzproblemen kommen könnte. »Wir haben uns an die Vorgaben gehalten«, sagt Radünz. Das gleiche gelte für die steile Treppe am Rand des Gebäudes. Radünz kann den Ärger verstehen. Die Treppe sei steil, aber der Berg sei nunmal da. Außerdem seien Leitungen dort verlegt, was die Arbeiten am Grundstück schwieriger mache. »Die Treppe folgt der Topografie des Nachbargrundstücks.«

Die Flure des Hauses sind lichtdurchflutet und einen halben Meter breiter als die Verordnungen es vorgeben. Radünz bezeichnet es als »mit Licht und Schatten spielen«.

Erster Stadtrat Sebastian Wysocki sagt: »Am faszinierendsten finde ich es immer, wie so ein Projekt dann aussieht, wenn man sich noch genau an die ersten Pläne erinnert.« Radünz ist zufrieden mit dem Bau, der in Corona-Zeiten nicht immer leicht gewesen sei. Er blickt über Bad Vilbel. »Ich hab schon viele Heime gebaut, aber so einen Ausblick hatte ich noch nie.«

Wer von der Frankfurter in die Alte Frankfurter Straße - oder umgekehrt - laufen möchte, der hat die Möglichkeit, einen kleinen Waldweg zu nehmen. Doch der ist immer mehr zur Baustelle geworden. Das liegt an den Arbeiten am Pflegeheim.

Anwohner hatten bemängelt, dass es dort nicht mehr sicher sei, zu laufen. Oliver Radünz informiert jetzt, dass dieser Weg gesperrt sei. »Er wird Mitte Dezember, vermutlich am 14., wieder freigegeben«, sagt er. Die Schilder würden leider immer wieder zur Seite gestellt. Deshalb komme es oft dazu, dass der Weg gelaufen werde. »Wir bringen ihn auf Vordermann, dann können wir ihn wieder für alle freigeben.« wpa

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