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Ärger um eine Konzertabsage

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Von: Patrick Eickhoff

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Die Band »Mission Possible« sollte in Bad Vilbel auftreten und musste ihr Konzert kurzfristig absagen. © Red

Wie laut darf die Nachbarschaft beschallt werden? Das ist die Frage, über die sich ein privater Konzertveranstalter in Bad Vilbel ärgert. Das Konzert ist kurzfristig abgesagt worden.

Bad Vilbel (wpa). Musik, Spaß, gute Laune. Es sollte eine schöne Party in der Innenstadt werden, die Jens Oliver Burk - gemeinsam mit seiner Frau Barabra Lewark - organisiert hatte. Am vergangenen Sonntag sollte die Band »Mission Possible« an der Frankfurter Straße in einem privaten Hof dem Publikum einheizen. Die Veranstaltung wurde auch als Teil des Quellensommers beworben. Tickets konnten im Vorverkauf gekauft werden.

Und das Konzert? »Mussten wir leider absagen«, sagt Burk auf Nachfrage. »Wir haben die Genehmigung am 22. August erhalten. Angefragt hatten wir bereits deutlich früher.« Bei so einer Genehmigung spielen viele Aspekte eine Rolle. »Wir haben aber bewusst auch auf viele Dinge geachtet.« In diesem Fall heißt das: die Nachbarn eingeladen, den Beginn der Veranstaltung auf 17 Uhr gelegt. »Wir wären um allerspätestens 21 Uhr fertig gewesen. Also eine nächtliche Ruhestörung wäre definitiv nicht zustande gekommen.«

Allerdings fällt Burk etwas auf. Die »Erlaubnis für eine Musikveranstaltung im Freien« enthielt eine Lautstärkeobergrenze von 55 dB(A), was einem leisen Gespräch entspricht. »Wie soll da ein Rockkonzert stattfinden?«, fragt sich Burk. »Wenige Tage vorher hat ein großes Konzert am Niddaplatz stattgefunden. Da hat dies niemanden gestört.«

Burk sucht daraufhin das Gespräch im Rathaus. »Dort wurde mir gesagt, dass man das nicht ändern könne. Deshalb haben wir die Veranstaltung abgesagt.« Besonders ärgerlich für ihn und seine Frau: »Wir ,müssen die Kosten, die angefallen sind selbst tragen. Dabei wollten wir nichts verdienen und den Überschuss an die Frankfurter Tafel spenden.« Die Band »Mission Possible »spricht auf ihrer Facebook-Seite von einem Schildbürgerstreich und zeigte sich sichtlich irrtiert.

Sonntags keine laute Musik

Der Pressesprecher der Stadt, Yannick Schwander, erklärt dazu, dass es sich um eine Genehmigung handele, die zunächst jeder erhalte, der eine Veranstaltung so plane. »Diese liegt ihm seit 22. August vor.« Drei Tage vor der Veranstaltung sei dem Organisator dann das mit der Dezibelzahl aufgefallen, und er habe eine Sondergenehmigung beantragt. »Die bekommt an einem Sonntag aber niemand. Das ist der sogenannte Sonntagsschutz.« Das sei so kommuniziert worden. »Wir haben allerdings auch darauf hingewiesen, dass es durchaus Wege gibt, die Lautstärke auf die umliegenden Häuser gering zu halten. Das haben Veranstaltungen, wie die Summer-Emotions in Dortelweil bewiesen. Deshalb braucht es dafür auch keine Sondergenehmigung.«

Jens Oliver Burk gibt zu, dass er die Zahlen eventuell zu spät erkannt habe. »Ich mache das allerdings auch zum ersten Mal. Und wenn die Stadt ein Rockkonzert selbst bewirbt, dann hätte ich auch erwartet, dass man weiß, dass es etwas lauter wird.« Es handele sich bei diesen Verordnungen um viele Paragrafen. Für Burk steht jedenfalls fest: »Ein Konzert organisiere ich nicht mehr.«

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