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Arbeitsgruppen des Seniorenbeirates starten

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Viele Themen zu besprechen: Der Bad Vilbeler Seniorenbeirat bei seiner ersten öffentlichen Sitzung. © Jürgen W. Niehoff

Der neu gewählte Bad Vilbeler Seniorenbeirat hat seine Arbeit aufgenommen. Nachdem sich in internen Sitzungen Arbeitsgruppen gebildet haben, stellten die Teams »Wohnen«, »Gesundheit«. »Mobilität« und »Wege aus der Einsamkeit« ihre ersten Arbeitsergebnisse jetzt vor.

N ach der konstituierenden Sitzung Anfang Oktober und einer internen Sitzung am 17. Oktober hat der Bad Vilbeler Seniorenrat Anfang der Woche in seiner ersten öffentlichen Sitzung erste Arbeitsergebnisse präsentiert. In der nicht öffentlichen Sitzung hatte der neue Seniorenbeirat vier Arbeitsgruppen gebildet und zwar zu den Themen »Wohnen«, »Gesundheit«. »Mobilität« und »Wege aus der Einsamkeit«.

Begeistert von »Wohnen im Alter«

Diese vier Arbeitsgruppen waren mittlerweile auch aktiv und können bereits erste Ergebnisse vorweisen. So hatte beispielsweise die Arbeitsgruppe »Wohnen« unter Leitung von Norbert Kühl sich zunächst mittels Filmbeiträgen in Frankfurt verschiedene Projekte in Deutschland angeschaut, bei denen es hauptsächlich um generationsübergreifendes Wohnen geht. Da auch Flüchtlinge bei diesen Modellen einbezogen waren, habe es Proteste aus der Umgebung gegeben. In Frankfurt sei ein Projekt sogar mit sozialgebundenen Wohnen beinahe an den Finanzen gescheitet. Nach Meinung der Arbeitsgruppe seien derartige Projekt deshalb nicht für eine Stadt mit 30 000 Einwohnern nicht geeignet.

Begeistert zeigten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe von dem Karbener Modell »Wohnen im Alter e.V.« Doch auch dieses Wohnprojekt habe am Ende einen Haken: Interessenten müssen sich wie bei einer Genossenschaft einkaufen und billig sei das auch nicht gerade. So soll bei einer zweiten noch zu errichtenden Anlage in Karben der Quadratmeter bis zu 19 Euro Miete kosten.

Im Anschluss an den Bericht kam dann jedoch die Diskussion auf, um was sich die Arbeitsgruppe eigentlich kümmern solle, ob um bezahlbaren Wohnen oder um allgemeines Wohnen im Alter. »Ich schlage vor, die Arbeitsgruppe kümmert sich noch um weitere Projekte, die wir dann hier diskutieren. Noch stehen wir doch am Anfang unserer Arbeit«, besänftigte der Beiratsvorsitzende Klaus Arabin schließlich die Gemüter.

Auch die Arbeitsgruppe »Gesundheit« ist mit einem Besuch im Kino gestartet. Dabei ging es um Krebserkrankung und Sterbebegleitung. Sie möchte nun Informationsveranstaltungen zu Gesundheitsfragen organisieren auch zum Thema, welche Vorkehrungen im Hinblick auf Corona jetzt zu Beginn der kalten Jahreszeit der Einzelne treffen muss.

Viel Gegenwind für Claus Metz

Viel Gegenwind musste anschließend der Leiter der Arbeitsgruppe »Mobilität« Claus Metz für seinen Bericht einstecken. Darin ging es vor allem um ganz alltägliche Verkehrssituationen wie durch Mülltonnen zugestellte oder durch Autos zugeparkte Bürgersteige. »Ganz auf den Verkehr kann heute keiner mehr verzichten. Dabei ist aber gegenseitige Rücksichtnahme unverzichtbar«, so Arabin. Für ihn und für einen Großteil der übrigen Seniorenbeiräte seien dies aber Probleme, mit denen sich der Verkehrsausschuss oder der jeweilige Ortsbeirat befassen müsse und nicht der Seniorenbeirat. Aber auch da gab es tröstende Wort: »Wir stehen doch erst am Anfang mit unserer Arbeit.«

Ein konkretes Arbeitsergebnis konnte auch die Sprecherin der Gruppe »Wege aus der Einsamkeit«, Beate Giebel, noch nicht vorlegen. »Wir suchen nicht Menschen, die bei anderen Organisationen bereits Hilfe erhalten, sondern wir suchen wirklich die, die nicht mehr können, sei es aus Mobilitätsgründen oder weil sie sich schon so zurückgezogen haben, dass sie sich gar nicht mehr vor die eigene Tür wagen«, erklärte Giebel. So habe die Gruppe beschlossen, beispielsweise im Quellenhof von Tür zu Tür zu gehen und den alten Menschen Gespräche und Hilfe anzubieten.

Im Übrigen möchte die Gruppe erst einmal zu einem Gespräch einladen, wo Senioren ihre Wünsche äußern können. Nach Aussage Giebels ist es ihrer Gruppe aber wichtig bei all ihren Aktionen mit dem städtischen Seniorenbüro zusammenarbeiten zu wollen, »denn die machen jetzt schon einen tollen Job«.

Abschließend hatte noch die Sozialdezernentin der Stadt, Ricarda Müller-Grimm, die Gelegenheit, aus der Arbeit der Stadtverwaltung zu berichten. Beispielsweise über die Energiesparaktion der Stadt, bei der nicht nur Straßenbeleuchtung früher abgeschaltet werde, sondern auch auf die Weihnachtsbeleuchtung nach 22 Uhr verzichtet werde.

Diskussion bei den Beiratsmitgliedern löste allerdings ihre Mitteilung zur Erweiterung des Busverkehrs in den Morgenstunden auf zwei Linien des Stadtbusses. Gewünscht wurde vor allem eine Fahrtroutenänderung, denn einige Wohngegenden fühlten sich wie vom Busverkehr abgehängt.

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Klaus Arabin Seniorenbeiratsvorsitzender © Jürgen W. Niehoff

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