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Parken bei Rossmann und Rewe: Erneut Ärger mit Parkwatcher

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Von: Sophie Röder

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Engelbert Raab ist regelmäßig Kunde bei Rewe und Rossmann in Bad Vilbel, daher parkt er für seine Einkäufe auch auf den Kundenparkplätzen. Das hat ihm in letzter Zeit gleich zweimal ein Knöllchen eingebracht. Doch ein Blick auf die AGB von Parkwatcher hat ihm bei einem Widerspruch geholfen.
Engelbert Raab ist regelmäßig Kunde bei Rewe und Rossmann in Bad Vilbel, daher parkt er für seine Einkäufe auch auf den Kundenparkplätzen. Das hat ihm in letzter Zeit gleich zweimal ein Knöllchen eingebracht. Doch ein Blick auf die AGB von Parkwatcher hat ihm bei einem Widerspruch geholfen. © Nicole Merz

Ein Kunde einer Rossmann-Filiale in Bad Vilbel hat Probleme mit einem Parkdienstleister. In kurzer Zeit hat er zwei Zahlungsaufforderungen erhalten. Er wehrt sich dagegen.

Bad Vilbel – Damit Parkplätze vor Geschäften nur von den eigenen Kunden belegt werden, gibt es vor vielen Läden eine Parkraumüberwachung. Diese wird oft von externen Firmen ausgeführt. Eine dieser Firmen heißt Parkwatcher. Auf ihrer Internetseite verspricht diese, dass die Kontrolleure »ausschließlich Fremdparker« aufnehmen und auf ihr Fehlverhalten hinweisen würden. Doch vor einer Rossmann-Filiale in Bad Vilbel haben auch Kunden immer wieder Probleme mit dem Dienstleister.

»Ich habe von Parkwatcher zwei Zahlungsaufforderungen erhalten«, sagt Engelbert Raab. In der ersten gehe es darum, dass Raab ohne Parkscheibe geparkt haben soll. Entsprechend der Hinweisschilder handele es sich dabei um Vertragsbruch. Ein Vertrag zwischen Kunde und Parkwatcher komme zustande, sobald der Fahrer das Auto auf dem Gelände abstelle. Die genauen Bedingungen stehen auf Schildern am Parkplatzeingang. Parken ohne Parkscheibe kostet demnach mindestens 30 Euro. »Dass sie die Parkscheiben kontrollieren, ist okay, aber ich hatte eine im Auto liegen«, schildert Raab.

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Auf die Zahlungsforderung hat Raab mit einem Widerspruch reagiert. »Wenn sie fair wären, würden sie akzeptieren, dass ich eine Parkscheibe hatte. Der Sinn sollte sein, die Parkplätze zu schützen und nicht, die Kunden abzuzocken«, betont er. »Auf meine Anrufe und Schreiben sind sie nicht eingegangen.« Stattdessen steigen die Kosten. Inzwischen betrage die Forderung knapp 90 Euro.

Da Parkwatcher die Parkflächen der Rossmann-Filialen betreut hat, haben wir Rossmann dazu befragt: »Die Auftraggeber der Parkraumüberwachung sind die Eigentümer der Parkflächen. »Die Dirk Rossmann GmbH ist im Falle Bad Vilbel lediglich Mieter des Ladengeschäftes und hat keine Verträge mit dem Parkordnungsdienst. Leider haben wir daher keine Weisungsbefugnisse gegenüber dem Parkordnungsdienst«, heißt es durch die Pressestelle. »In der Regel kommen die Parkordnungsdienste den Kunden mit einer kulanten Stornierungsregelung entgegen, wenn der Betroffene nachweisen kann, dass er oder sie zum entsprechenden Zeitpunkt einkaufen war. Als Nachweis gilt zum Beispiel ein Kassenbeleg des Einkaufs.« Bei Raab habe ein Nachweis bisher nicht gereicht. Während er sich mit dem Dienstleister im Austausch befunden hat, bekam er eine zusätzliche Zahlungsaufforderung wegen eines anderen Verstoßes. Der Vorwurf: »Verlassen des Geländes vor/nach dem Einkauf.«

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Obwohl der Vorwurf ein anderer war, habe sich Parkwatcher auf dieselben Paragrafen der AGB bezogen wie bei dem Parkscheibenverstoß. »Es liest ja kaum einer die AGB, zumal sie nur am Eingang des Parkplatzes aushängen«, sagt Raab. Doch nach der zweiten Aufforderung habe er diese genauer betrachtet. »In den genannten Paragrafen der AGB steht nirgends, dass man das Gelände nicht verlassen darf, wenn man Kunde des Geschäfts war.«

Demzufolge legte Raab auch hier Widerspruch ein - dieses Mal mit Erfolg. Nach der Konfrontation mit den AGB habe Parkwatcher die Ansprüche fallen gelassen. »Für mich ist das ein klares Eingeständnis, dass man bewusst mit unberechtigten Zahlungsaufforderungen Leute ›abgezockt‹ hat und dies auch in Zukunft tun wird«, sagt Raab.

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Die Bad Vilbeler Rossmann-Kunden dürften künftig mit Parkwatcher keine Probleme mehr bekommen, da seit Jahresbeginn Fairparken das Gelände beaufsichtigt. »Dies fällt in die Zuständigkeit der Eigentümerin, weshalb wir zu den Beweggründen des Wechsels keine Angaben machen können«, heißt es von Rossmann.

Mit dem Wechsel ist der Fall für Raab nicht erledigt, denn die Kosten wegen der Parkscheibe sind noch offen. »Wenn mein Fall nicht rechtmäßig war, dann erging und ergeht es vielen anderen Kunden bestimmt ähnlich. Da müsste man gemeinsam gegen vorgehen«, sagt Raab. Zudem bewacht Parkwatcher die Parkplätze des Rewe-Marktes am Südbahnhof in Bad Vilbel. Auch dort sei Raab schon mit dem Dienstleister in Berührung gekommen.

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Zur aktuellen Situation bei Rewe möchte die Supermarktkette keine Stellung beziehen, da diese wie auch Rossmann nur Mieter der Ladenfläche ist und den Dienstleister somit nicht selbst beauftragt habe.

Wegen Parkwatcher habe Raab inzwischen den Verbraucherschutz informiert. »Würden sich andere der Sache anschließen, würde ich auch dagegen klagen, aber so sind die Anwaltskosten höher als das Bußgeld.«

Parkwatcher hat auf Nachfragen dieser Zeitung bisher nicht reagiert.

Bad Vilbel: „Die Parkscheibe sollte man am besten nicht vergessen“

»Die Parkscheibe sollte man am besten nicht vergessen«, sagt Engelbert Raab, der mehrfach in Kontakt mit Parkwatcher stand. »Nach dem Einkauf sollte man schauen, ob eine Hinweiskarte von Parkwatcher am Auto hängt. Falls ja, kann man mit dieser und dem Kassenzettel direkt in den Einkaufsmarkt gehen. Dann wird der Verstoß storniert, bevor die Zahlungsaufforderung rausgeht«, empfiehlt er anderen Kunden. (smf)

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