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Bad Vilbeler Burgfestspiele: Das perfekte (Abschieds-) Dinner

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Von: Kim Luisa Engel

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Svenja Wasser, Martin Bringmann (M.) und Ralph Hönicke sind das Ensemble des »Abschiedsdinners« im Theaterkeller der Burg. © pv

Was tun, wenn alte Freundschaften lästig werden? Man gibt ein Abschiedsdinner, tischt gutes Essen, teuren Wein und Erinnerungen an die guten alten Zeiten auf - und meldet sich danach nie wieder. »Das Abschiedsdinner« ist seit Anfang Juni Teil der Bad Vilbeler Burgfestspiele. Das Ensemble verrät, was es damit auf sich hat.

Dem französischen Ehepaar Pierre und Clotilde Lecoeur mangelt es vor allem an einem - Zeit. Bei seinem Freund Boris hat Pierre die Idee des Abschiedsdinners kennengelernt: Ein letztes Mal groß aufkochen, den besten Wein servieren, in Erinnerungen schwelgen. Fertig ist das perfekte »Abschiedsdinner« für ahnungslose Freunde, bei denen man sich danach nie wieder melden wird. Doch eine Frage bleibt: Wen lädt das Ehepaar zuerst ein?

Clotilde entscheidet sich für den Freund ihres Mannes, Antoine, und dessen Frau Bea. Die beiden konnte sie sowieso nie wirklich leiden. »Der erste Konflikt entsteht, als Antoine alleine kommt«, erklärt Ralph Hönicke, der ihn in dieser Saison bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen gibt. Peinlich wird es dann, als Antoine den Braten riecht. Wortwörtlich. Er ist nämlich auch mit Boris befreundet, kennt das Konzept des Abschiedsdinners. »Aber er lässt sich nicht so leicht abwimmeln«, erläutert Hönicke.

So viel sei verraten: Es läuft nicht so, wie geplant. Mehr möchte das dreiköpfige Ensemble aber nicht preisgeben.

Bad Vilbeler Burgfestspiele: Zuschauer sollen das Stück selbst beurteilen

Martin Bringmann spielt den Pierre Lecoeur, Svenja Wasser seine Frau Clotilde und Hönicke den Antoine. Das Stück dreht sich darum, erläutert Bringmann, wie Jugendfreunde sich auseinanderentwickelt haben. Dass sich Interessen und Werte verschoben haben. Für Pierre und Clotilde sei das Abschiedsdinner in ihrer Vorort-Wohnung eine Premiere, die sie »so gut wie möglich über die Bühne bringen« wollten. Als Konflikte auftreten, wird es trotzdem durchgezogen. Irgendwie. Denn, »der Wein ist exklusiv teuer«, sagt Hönicke und lacht. Er habe etwa denselben Preis wie ein Kleinwagen. Seine Rolle Antoine renne ins offene Messer. »Wenn ich als Ralph mit dem Konzept des Abschiedsdinners nichts anfangen kann«, sagt er, »kommt das meinem Spiel entgegen.«

Svenja Wasser kann sich mit Teilen des Stückes identifizieren. »Diese Überlegung: Mit wem bleibt man, mit wem will man sein. Das kennt sicherlich jeder«, sagt sie. Ob ihre Rollen sympathisch seien oder wie ein Abschiedsdinner zu bewerten sei, das müssten die Zuschauer für sich beurteilen.

Bad Vilbeler Burgfestspiele: Ensemble spielt in »Die Therapie«

Die drei Darsteller spielen bei den Burgfestspielen auch zusammen in »Die Therapie«, ein Psychothriller nach der Romanvorlage von Sebastian Fitzek. Man kennt sich also, probte schon seit Wochen zusammen. »Es ist gut, dass wir vorher die ›Therapie‹ gemacht haben«, sagt Bringmann. Der Vorteil bei einem kleinen Ensemble sei, dass man sich kenne und vertraue. »Wir funktionieren wahnsinnig gut zusammen«, ergänzt Wasser. Das »Abschiedsdinner« ist im Vergleich zur »Therapie« eine Komödie. Für Wasser sei das Umschalten kein Problem, eine Komödie aber schwieriger zu spielen. Für Hönicke kommt es hingegen ganz auf das Stück und die Kollegen an: »Hier haben wir eine gute Zeit, eine gute Vorlage und viel Spaß damit gehabt.«

Für Svenja Wasser und Ralph Hönicke ist »Das Abschiedsdinner« die Premiere bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen. Martin Bringmann war 2018 zum ersten Mal dabei, hat aber noch nie im Theaterkeller gespielt. »Ein toller Raum für ein Kammerspiel«, findet er. Das Flair in der Burg und im Keller gefällt den drei. »Dort herrscht eine super Atmosphäre. Man kann das Knistern spüren«, sagt Hönicke. Er habe den Eindruck, dass die Festspiele sehr gut besucht seien. Das Publikum sei wohlwollend, die Vorstellung bis jetzt - auch montags oder um 23 Uhr - immer voll gewesen. »Theater hat hier einen großen Stellenwert, das spürt man.« Wasser erzählt, dass sie noch nie auf einer Burg - geschweige denn in einem Burgkeller - gespielt habe. Das sei kein klassischer Bühnenraum, es herrsche aber eine besondere Atmosphäre.

Bad Vilbeler Burgfestspiele: Schauspieler wünschen sich zweiten Teil des »Abschiedsdinners«

Einen Wunsch haben die drei Schauspieler aber noch an die Verantwortlichen der Burgfestpiele: einen zweiten Teil des »Abschiedsdinners«. Denn nach 75 Minuten Spielzeit bleiben nämlich Fragen offen.

Info: Spielzeiten

»Das Abschiedsdinner« wird als nächstes am Sonntag, 28. August, um 15 Uhr im Theaterkeller der Bad Vilbeler Wasserburg gespielt. Weitere Spielzeiten sind Freitag, 9. September, um 23 Uhr; Samstag, 10. September, um 23 Uhr sowie Sonntag, 11. September, 15 und 21 Uhr.

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