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Beeindruckendes Klangbild

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Von: Niklas Mag

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Das Bad Vilbeler Kammerorchester trägt eine besondere Fassung von Stanley Weiners »Arche Noah« vor. © Niklas Mag

Das Bad Vilbeler Kammerorchester schloss am Sonntag die Gastspiele bei den Burgfestspielen ab. Die Geschichte der Arche Noah haben die Musiker dabei und bieten ein beeindruckendes Klangbild.

Am Sonntagmittag füllte sich die Bad Vilbeler Wasserburg mit den letzten Zuschauern der Saison 2022. Zumindest fast, denn am Abend ging es mit »Ewig Jung« auf der Bühne und dem »Abschiedsdinner« im Keller noch einmal rund. Das Bad Vilbeler Kammerorchester schließt am Sonntagmittag die Gastspiele dieser besonderen Saison ab. Nach zwei Jahren mit Corona-Restriktionen und Zuschauerbeschränkungen konnte die diesjährige Saison der Burgfestspiele wieder so laufen wie aus den Vorjahren gewohnt.

Rund 30 feste Mitglieder hat das Bad Vilbeler Kammerorchester, das sich aber immer wieder Gastmusiker dazuholt. Klaus Albert Bauer ist der künstlerische Leiter und führt die Musiker auf Konzertbühnen in aller Welt. Bereits in der Mongolei, in Russland und in Frankreich sind die Musiker aufgetreten, die sich auf der Bühne zwischen den Burgmauern unter Applaus niederlassen.

Erzähler Hartmut Volle beginnt: »Am Anfang war das Wasser und die Finsternis.« Das Orchester untermalt diese Worte musikalisch, der Fortgang der Geschichte ist bekannt - und auch schon vertont worden. Mit der »Schöpfung« von Joseph Haydn beginnt das Programm, Volle fährt mit der Geschichte immer wieder ein Stück fort. Edvard Griegs Morgenstimmung und die sechste Symphonie (»Pastorale«) von Beethoven folgen. Dann geht es um die Arche Noah.

Stanley Weiner hat dieses Wechselwerk zwischen einem Erzähler und einem Orchester komponiert. Das Konzept der Bad Vilbeler Aufführung ist inspiriert von einer anderen Fassung von Weiners »Arche Noah«, in dem Auszüge aus anderen Werken ebenfalls mit von der Partitur sind. So folgt der Löwenauftritt aus dem Karneval der Tiere und die Symphonie Fantastique von Hector Berlioz.

Die Geschichte von Noahs Arche ist bekannt: Gott erteilt höchstpersönlich den Befehl, ein rettendes Schiff zu bauen und ein Paar jeder Spezies an Bord zu holen, damit sie die Sintflut überdauern.

Das Bad Vilbeler Kammerorchester tritt dabei professionell wie eh und je auf. Streicher, Bläser und Rhythmus-Instrumente erzeugen einen dichten Klangteppich, der in den Burgmauern hallt. Ein Flötensolo stellt die Taube da, die Noah den Auftrag Gottes überbringt. Die Geigen imitieren die Sägen beim Bau der Arche.

Die Kompositionen von Stanley Weiner sind in Konzertsälen oder bei Festspielen eher selten zu hören und das obwohl der nach Amerika ausgewanderte Jude 1976 an der Hamburger Musikhochschule dozierte. Übrigens wurde nur drei Jahre vorher - also 1973 - das Bad Vilbeler Kammerorchester gegründet.

Mit dem Auftritt in der Burg beweisen die Musiker abermals ihr konstant hohes Niveau. In den Reihen des Kammerorchesters sitzen viele Laien, direkt neben Profimusikern. Das Repertoire des Orchesters reicht von Kammermusik bis zu großen symphonischen Werken.

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