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Debatte über intelligente Sitzbänke

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Das Beispiel einer Smartbench, wie sie in Wunstorf in Niedersachsen steht. In Bad Vilbel wird ein Sponsor gesucht. © DPA

Bad Vilbel (pm). Die FDP fordert intelligente Sitzbänke für Bad Vilbel. Die sogenannten »Smartbenches« könnten an verschiedenen Stellen nützlich sein, doch leider sind sie auch teuer. Joachim Pfeil (FDP) versuchte trotzdem, am Dienstagabend den Planungs-, Bau-, und Umweltausschuss zu überzeugen.

»Im Prinzip geht es um Sitzbänke mit Hightech«, beginnt Joachim Pfeil seine Antragsbegründung. »Die Smartbenches haben Solarzellen und dieser Strom kann genutzt werden, um Smartphones oder Laptops zu laden.« Weiterhin können die Bänke mit Lichtern ausgestattet werden, die den Weg um die Bank herum beleuchten, auch ein Internet-Router kann angeschlossen werden und Spaziergänger mit WLAN versorgen. »Mehrere Kommunen in Deutschland haben ihr Stadtmobiliar um Solarbänke ergänzt. Wir sind der Auffassung, dass die Smartbenches die Digitalisierung der Stadt unterstützen und gleichzeitig durch einen Ort der Kommunikation zu einer modernen Stadt beitragen«, sagt Joachim Pfeil. Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) meldet sich zu Wort: »Wir haben in der Verwaltung schon dazu recherchiert und uns eine Firma herausgesucht, die die Bänke anbietet.« Das einfachste Modell starte bei 5200 Euro, mit Internet-Zugang kostet eine Bank über 6000 Euro. Hinzu kämen die Kosten für die Datenkarte. »Das ist mehr als das Dreifache einer normalen Sitzbank. Wir haben uns deshalb die Förderfähigkeit dieses Projekts angeschaut, aber leider gibt es da nichts«, so Wysocki. Zudem mache er sich Sorgen um Vandalismus. »Kürzlich erst wurden die Sitzbänke im Lohgerberpark mit einer Kreissäge zerteilt. Das ist unser aller Steuergeld. Das ist Vandalismus in einer Dimension, die mir Sorgen macht.«

Oliver Junker (CDU) sieht das ähnlich: »Was, wenn die Stecker nicht mehr funktionieren, weil sie verschmutzt sind oder jemand sein Kaugummi dort hineindrückt? Die Bänke sind eine nette Geschichte, aber leider eine teure Angelegenheit.« Die nötigen Summen könnte man an anderer Stelle sicherlich besser einsetzen, doch vielleicht lasse ich ja ein Sponsor finden. Das hat sich auch Jens Matthias (Grüne) gedacht: »Mit einem Sponsor wäre das etwas anderes. Die Idee ist charmant, aber auch wir glauben, dass die Stadt das Geld nicht dafür ausgeben sollte.«

Joachim Pfeil plant derweil den taktischen Rückzug und erklärt: »Wenn der Antrag abgelehnt wird, können wir ihn vorerst nicht mehr einbringen. Deshalb ziehe ich ihn erst mal zurück.« Vandalismus sei natürlich ein Thema. »Die Bänke könnten am Niddaplatz stehen und nicht in Randgebieten, das würde helfen. Mir ist natürlich auch klar, dass die Bänke teuer sind.« Sie seien »nice to have«, nichts Nötiges. »Einen Sponsor dafür zu finden erscheint mir aber als gute Idee. Ich werde mich diesbezüglich mal umschauen und den Antrag dann wieder einbringen.«

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