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Ein Politiker mit hohem Ansehen

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Von: Holger Pegelow

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Gerhard Manasek † © Red

Bad Vilbel (pe). Es ist eine Weile her, dass er sich aus der Kommunalpolitik zurückgezogen hat. Aber viele ältere Dortelweilerinnen und Dortelweiler werden sich an ihn erinnern, schließlich haben ihn nicht wenige »Bürgermeister« genannt. Jetzt ist der langjährige Dortelweiler Ortsvorsteher Gerhard Manasek im Alter von 80 Jahren gestorben.

Ein Vierteljahrhundert war Manasek »Ortsvorsteher mit Leib und Seele«, wie der seinerzeitige Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr bei einer Feierstunde für Manasek sagte. Diese Feier im Rathaus im September 2008 hatte einen Anlass: Dem CDU-Politiker ist dort das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. Beileibe nicht die erste, aber doch die höchste Auszeichnung, die ein ehrenamtlich Engagierter erhalten kann. Sieben Jahre zuvor hatte er bereits die goldene Ehrennadel der Stadt Bad Vilbel erhalten.

Der damalige Stadtrat Jörg Frank erwähnte in seiner Laudatio, dass die Dortelweiler Feuerwehrleute Manasek gerne im Scherz »Bürgermeister« nennen. Dieser Scherz bedeute aber auch Anerkennung, denn der Ortsvorsteher sei für sie ein »Kumpel«, der sich um alles kümmere und mit seinem Durchsetzungsvermögen viel erreiche. Die scherzhafte Titulierung beinhaltet indes ebenso das hohe Ansehen, das Gerhard Manasek im Vilbeler Stadtteil genossen hat. Tatsächlich wird ihm nachgesagt, dass er die meisten im Ort mit Namen gekannt hat, zumindest im alten Ortskern.

Der Bau und die Erweiterung des neuen Stadtteils Dortelweil-West fiel wie andere markante Projekte in die Amtszeit Manaseks. Es galt, die politischen Beschlüsse mit den Einwohnerinnen und Einwohnern zu diskutieren und sie auch durchzusetzen. Das einst beschauliche Dorf Dortelweil wandelte sich nämlich zu einem großen Stadtteil einer wachsenden Stadt. Immerhin entstanden auch das Kultur- und Sportforum, ein Einkaufszentrum und eine Vier-FeldHalle ebenso wie das Gewerbegebiet mit einem Möbelhaus und anderen Betrieben. Trotz der großen Veränderungen war Dortelweil immer »sein« Stadtteil, seine Heimat. Bereits 1950 war Gerhard Manasek mit seinen Eltern und Geschwistern nach Dortelweil gekommen. Geboren 1941 in Neudek im Sudetenland wurde seine Familie nach dem Zweiten Weltkrieg aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben und fand zunächst in Gedern im Wetteraukreis eine neue Heimat. Vier Jahre später kam die Familie dann nach Dortelweil, wo sein Vater in der Ringstraße ein Haus baute, in dem Manasek mit seiner Frau gelebt hat.

Wichtige Jahre waren auch 1966 und 1981. 16 Jahre, nachdem er nach Dortelweil gekommen war, gründete Gerhard Manasek den CDU-Ortsverband. Der damalige Stadtrat Frank merkte dazu an, dass Manasek zwar zu den politisch Aktiven gehört habe, aber nur dessen Bruder Alfred im Gemeinderat der damals selbstständigen Gemeinde gesessen habe. Ein Amt bekam Gerhard erst im August 1981, als er zum Ortsvorsteher gewählt wurde. Ein Amt, das er nach übereinstimmenden Meinungen mit großem Engagement ausgeübt hat. »Eine Dortelweiler Institution geht in den politischen Ruhestand«, schrieben die Zeitungen in Bad Vilbel seinerzeit zurecht, als Gerhard Manasek nicht mehr zu den Kommunalwahlen angetreten war und sich fortan seiner größer gewordenen Familie gewidmet hat. Diese Familie trauert nun um ihn, der am Montag gestorben ist.

Die Beerdigung findet am Donnerstag, 1. September, um 13 Uhr auf dem Friedhof in Dortelweil statt. (ARCHIVFOTO

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