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Gute Resonanz auf Codier-Aktion

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Von: Niklas Mag

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Julia Kolwes ist Schutzfrau vor Ort und codiert mit ihren Kollegen bis Oktober regelmäßig Fahrräder in Bad Vilbel. FOTOS_ MAG © Niklas Mag

Die Bad Vilbeler Polizei codiert bis Oktober einmal im Monat kostenlos Fahrräder. Bei Diebstahl können die Räder so viel besser zugeordnet werden. Und die Nachfrage in der Quellenstadt ist groß.

M it einem gekonnten Ruck hebt Polizist Joachim Backes das E-Fahrrad vom Tisch. Das Vilbeler Pärchen bedankt sich freundlich und macht sich auf den Weg vom Hof der Polizeiwache zurück in Richtung Riedweg. »Wir haben recht teure Fahrräder und deshalb war uns das wichtig«, erklären sie. Bei zwei hochpreisigen E-Bikes haben sie natürlich alle nötigen Versicherungen. »Der Versicherung ist es am liebsten, wenn wir die Fahrräder mit drei Schlössern sichern«, erzählt die Vilbelerin lachend. »Und dann wurde uns eben auch nahegelegt, eine solche Codierung zu machen«.

Kaufbeleg ist mitzubringen

Keine 15 Minuten hat das gedauert, denn Joachim Backes ist mit der Maschine mittlerweile geübt. »Wir teilen uns eine davon im Wetteraukreis. Diese geht zwischen den verschiedenen Direktionen hin und her.« Die Bad Vilbeler Schutzfrau vor Ort, Julia Kolwes, unterstützt beim Anbringen der Codes und hat die Bürokratie im Griff. Einen Zettel müssen Fahrradhalter ausfüllen und eine Unterschrift dort lassen. Das Eigentum des Fahrrades kann im besten Falle mit dem Kaufbeleg nachgewiesen werden, ansonsten müssen grobe Angaben zum Kauf gemacht werden.

»Danach fülle ich den polizeilichen Fahrradpass aus. Dieser enthält die Rahmennummer des Rades und die Codiernummer, die wir anbringen. Den Pass bekommen die Besitzer dann mit nach Hause.« Die Nummer, die in den Rahmen eingestanzt wird, beginnt in der Wetterau mit »FB« für Friedberg als Kreisstadt. »So wissen Kollegen, die das Fahrrad möglicherweise woanders aufgreifen, wo es hingehört.« Denn genau das ist Sinn und Zweck der ganzen Übung. »Der Code ist individuell für jedes Fahrrad und wird in den Rahmen eingestanzt«, beschreibt Joachim Backes. Das geschieht mit dem Spezialgerät in wenigen Sekunden. Ein Aufkleber schützt die eingestanzten Nummern vor Regen, Schmutz oder davor, dass der Lack während des Prozesses abplatzt.

Doch hat jedes Fahrrad bei der Herstellung doch schon eine individuelle Rahmennummer, kann diese nicht zur Zuordnung verwendet werden? »Nein, denn die Rahmennummer ist auf Kaufbelegen oftmals falsch.«

Rahmennummer falsch abgelesen

Backes liest von jedem Rahmen die Rahmennummer ab, damit diese in den Fahrradpass geschrieben werden kann. Er hat beobachtet: »Heute waren rund ein Drittel der Rahmennummern auf Kaufbelegen nicht richtig.« Es handele sich dabei um Ablesefehler, die bei Verlust des Rades aber dazu führen, dass ein Fahrrad nicht zugeordnet werden kann. Die Vilbeler scheinen jedenfalls sehr sensibilisiert zu sein: Alle 20 Minuten haben die beiden Beamten einen Termin. Manche Vilbeler kommen mit der ganzen Familie oder bringen mehrere Räder mit. »Unser nächster Termin ist Mitte Juli und der ist jetzt schon halb voll«, sagt Schutzfrau Kolwes. »Wir streben natürlich an, so viele Fahrräder wie möglich zu codieren. Das könnte die Zahl der Fahrraddiebstähle langfristig nach unten drücken«, meint sie. Die Polizei in Bad Vilbel codiert die Räder umsonst, Termine müssen aber weiterhin gemacht werden.

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