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Im Ehrenamt für Tiere

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Von: Christine Fauerbach

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Hilfen wie Drohnen, Lebendfallen, Wildtierkameras und ein sechs Meter langer Wildretterstab kommen bei der Rettung von Rehkitzen und der Tiersicherung zum Einsatz wie hier Günther Wolf, Christof Schaefer, Astrid Wolf, Christian Schwabe, Brigitte Orband von der Kempf-Stiftung, Uwe Erchen, Vorsitzende Ramona Köhler, Kassiererin Gabriele Skodzik, Dagmar Brähler, Florian Wehner und Marcel Möller (v.l.) zeigen. © Christine Fauerbach

Die TierSchutzEngel RheinMain sind in der Tiersicherung und Rehkitzrettung aktiv. Sie helfen in Not geratenen Wildtieren oder bei der Suche nach entlaufenen Haustieren.

Zwei Vereine haben sich im letzten Jahr zu einem Verein zusammengeschlossen. Es sind, die seit Anfang 2019 bestehende Rehkitzrettung in Bad Vilbel, und die seit Ende 2016 aktive Tiersicherung Frankfurt/Main-RheinMain/Hessen.

Beide Tierschutzgruppen haben schon seit drei Jahren in der Rehkitzrettung zusammengearbeitet, allerdings als private Gruppen, ohne formal-rechtlichen Hintergrund wie Marcel Möller informiert. Der neu gegründete Verein firmiert seit Juli unter dem Namen »TierSchutzEngel RheinMain e. V. - Tiersicherung und Rehkitzrettung«. Die Mitglieder kommen aus Bad Vilbel, Karben, Bad Homburg und Frankfurt.

25 Einsätze für Rehkitze

Das Vorstandstrio bilden die Vorsitzende Ramona Köhler, Vize-Vorsitzender Christian Schwabe und Kassenwartin Gabriele Skodzik. Für die Einsatzplanung Rehkitzrettung ist Astrid Wolf, für die Tiersicherung Vorsitzende Ramona Köhler und für die Pressearbeit Marcel Möller zuständig.

Um Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren und entlaufene Tiere wie Hunde, Katzen oder andere einfangen und ihren Besitzern zurückbringen zu können, sind die ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder auf technische Hilfsmittel angewiesen. Wie wichtig diese Hilfe ist, zeigt allein bei der Rehkitzrettung ein Blick auf die Statistik. Jedes Frühjahr fallen mehr als 80 000 Rehkitze in Deutschland dem Mähtod zum Opfer. »Wir unterstützen Jagdpächter und Landwirte bei der Rehkitzsuche in den Wiesen. Kitze sind im hohen Gras sehr schwer zu finden und können bei der Suche zu Fuß leicht übersehen werden. Im vergangenen Jahr hatten wir 25 Einsätze und konnten 50 Rehkitze und andere Tiere retten«, informiert Astrid Wolf.

Bei der Suche nach den gut im hohen Gras oder Getreide versteckten Kitzen setzen die Retter zwischen Mai und Juni regelmäßig vor Sonnenaufgang eine Drohne mit Wärmebildkamera ein. Um diese Uhrzeit sei die Wärmesignatur der Rehkitze am besten zu erkennen wie die Mitglieder informieren.

Mit Drohnen lassen sich in kurzer Zeit größere Flächen abfliegen. Mitglieder der Rehkitzrettung erwarben hierfür den Drohnenführerschein. Rehkitze haben in den ersten zwei Wochen ihres Lebens noch keinen Fluchtinstinkt entwickelt. Sie bleiben dort liegen, wo ihre Mütter sie abgelegt haben. Die kleinen Kitze sind geruchlos und mit dem ausgeprägten Instinkt ausgestattet, sich bei Gefahr flach zu ducken und nicht zu flüchten. Dadurch sind sie zwar vor Fressfeinden perfekt geschützt, können aber beim vom Mähwerk erfasst werden.

Weitere Drohne angeschafft

Neben Drohnen mit Wärmebildkameras kommt auch unter Bäumen ein bis auf sechs Meter ausziehbarer, mit sechs Wärmesensoren ausgestatteter, elektronischer Wildretterstab zum Einsatz. »Ist das Rehkitz gefunden, wird es in Sicherheit gebracht und der Landwirt kann mähen.« Durch eine 6500-Euro-Spende, der von der Frankfurter Sparkasse ver-walteten »Fritz und Elisabeth Kempf-Stiftung« konnte der Verein im Januar 2022 eine weitere Drohne kaufen.

Auch bei der Tiersicherung sind die TierSchutzEngel RheinMain auf den Einsatz von Geräten angewiesen. Dafür gehören zwei 1600 Euro teure, große Lebendfallen für Hunde, eine Zwingerfalle, Wildtier- und Livekameras zur Überwachung von Futterstellen, eine Fangstange und eine NetGun bei der ein Netz verschossen wird, um Tiere ohne Verletzungen einfangen zu können.

Im vergangenen Jahr konnten dank des Equipments 350 entlaufene Tiere gesichert werden. »Wir helfen bei in Not geratenen Wildtieren, entlaufenen Haustieren und durch Chipauslesen bei Fundtieren. Zudem werden die Besitzer beraten und es wird besprochen, welches die sicherste Methode ist, damit sie ihr Tier wieder zurückbekommen. Kommen die entlaufenen Tiere nicht von allein zurück, dann helfen die TierSchutzEngel RheinMain durch Flyer, Aufstellen von Lebendfallen und Kameras, das Legen von Geruchspuren, das Nachgehen von Sichtungsinformationen oder dem Einsatz von Suchhunden.

Sämtliche Einsätze erfolgen ehrenamtlich. Die Vereinsmitglieder freuen sich über neue, aktive Mitglieder sowie Sach- und Geldspenden. Informationen zum Verein gibt es unter www.TierSchutzEngelRheinMain.de

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