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Irritiert über Frankfurter Aussagen zur A 661

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Bad Vilbel (pm). Beim finalen Erörterungstermin zum Ausbau der Bundesautobahn 661 überraschte die Vertreterin der Stadt Frankfurt alle Beteiligten mit der Aussage, dass Frankfurt dem Ausbau kritisch gegenüberstehe und ihn ablehne. Der Magistrat der Stadt hatte sich aus Klimaschutzgründen gegen den fünfspurigen Ausbau der A661 zwischen Friedberger Landstraße und Autobahndreieck Erlenbruch ausgesprochen.

Im Auftrag von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) habe Karin Mosch, stellvertretende Leiterin des Grünflächenamts, die entsprechende Stellungnahme vorgetragen, hieß es in einem Pressebericht. Dies sorgt nun in Bad Vilbel für Irritationen.

Dies widerspreche nicht nur bisherigen Aussagen der Stadt, sondern gefährde das Projekt, das für die gesamte Region wichtig sei, wie Bad Vilbels Erster Stadtrat Sebastian Wysocki feststellt. Die Entlastungsfunktion des Riederwaldtunnels sei für den Frankfurter Osten unabdingbar.

Stellt sich Frankfurt gegen das Projekt?

»Wir sind sehr irritiert, ob der Aussagen der Stadt Frankfurt im Erörterungsprozess zum Ausbau der A 661. Für uns war bislang immer klar, dass alle Beteiligten diesen Ausbau befürworten und damit für eine Entlastung der gesamten Region sind. Dass sich die Stadt Frankfurt plötzlich gegen das Projekt stellt, ist kein gutes Zeichen«, macht Sebastian Wysocki seine Irritation deutlich.

Der Ausbau der A661, der besser bekannt als Bau des Riederwaldtunnels ist, würde den Frankfurter Osten enorm von Verkehr entlasten. Auch Bad Vilbel würde hiervon profitieren, da Pendlerinnen und Pendler aus dem Main-Kinzig-Kreis dann nicht mehr über das Nadelöhr der Landstraße 3008 fahren müssten. »Seit Jahrzehnten warten die Menschen in der Region auf diese wichtige Infrastrukturmaßnahme. Vor allem in den Berufsverkehrszeiten würden etliche Straßen entlastet, die derzeit jeden Morgen und jeden Nachmittag voll sind. Aufgrund vieler Restriktionen und dem begrenzten Platzangebot ist der Riederwaldtunnel als Entlastung der Region nahezu alternativlos«, begründet Wysocki die Wichtigkeit des Projekts. Er könne nicht verstehen, weshalb die Stadt Frankfurt nun völlig konträr zu bisherigen Äußerungen eine Stellungnahme abgebe, die das Projekt in Gänze gefährden könne. »Auch für die angrenzenden Frankfurter Stadtteile bedeutet der Ausbau der A 661 eine erhebliche Entlastung. Tausende Fahrzeuge würden aus den Stadtteilen herausgehalten und die viel befahrenen Hauptstraßen entlasten. Noch immer stehen hier und auch bei uns sowie in anderen Städten und Gemeinden Autos im morgendlichen und nachmittäglichen Stau, was zu hoher Abgasbelastung führt. Mir erschließt sich nicht, weshalb dies für den Klimaschutz besser sein soll als der Ausbau der Autobahn«, wirft Wysocki die Frage auf.

Bad Vilbel abhängig von Tunnel

Es müsse auch heute noch möglich sein, Straßen, insbesondere Autobahnen, auszubauen, wenn der Effekt derart positiv sei wie im Fall des Riederwaldtunnels. »Viele Pendlerinnen und Pendler werden auch in Zukunft auf das Auto angewiesen sein, diesen muss eine gute Infrastruktur genauso vorgehalten werden wie denjenigen, die mit dem ÖPNV oder mit dem Fahrrad pendeln. Eine gute Verkehrspolitik inkludiert alle Verkehrsteilnehmer und schließt nicht einseitig aus. In Bad Vilbel ist dies seit Jahren unser Anspruch, wir stoßen jedoch an unsere Grenzen, da wir auch von überregionalen Maßnahmen wie den Riederwaldtunnel abhängig sind. Dies geht vielen Städten und Gemeinden in der Region so. Wenn man von uns erwartet, in der Region zusammenzuarbeiten, müssen wir diese Erwartung auch zurückspielen und darauf bauen, dass Zusagen nicht von heute auf morgen zurückgenommen werden«, stellt Wysocki abschließend klar.

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