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Jungunternehmer mit großen Plänen

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Von: Niklas Mag

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Tom Knauer, Moritz Knauer und Tim Köttner (v. l.) sagen mit ihrer Erfindung, einem Müsli-Automaten, Verpackungsmüll in der Industrie den Kampf an. Es fehlt Kyan Köttner. © Niklas Mag

Vier Schüler aus Bad Vilbel wollen den Müsli-Markt revolutionieren. Und zwar, indem sie einen Automaten bauen, der Tonnen von Plastik- und Papiermüll ersparen könnte.

Hölzern ist er momentan noch, der Automat von »emptyBin«. Doch das soll nur der allererste Prototyp sein, denn Tom Knauer, Moritz Knauer, Tim Köttner und Kyan Köttner verfolgen mit Elan ihre Idee: Ein einfacher, aber sehr cleverer Grundgedanke. Ein Automat für Supermärkte, Büros, Mensen und Hotels. Dieser fasst verschiedene Sorten Müsli. Statt sich wie bisher eine Packung aus Plastik und Papier zu kaufen, drückt der Kunde hier auf den Knopf und füllt ein mitgebrachtes Gefäß mit dem Müsli seiner Wahl. Die Bezahlung läuft über die im Automaten eingebauten Waagen an der Kasse oder direkt per Smartphone.

»Die Entstehung ist eigentlich sehr witzig: Wir hatten eine Drohne verloren und haben überlegt, wie wir an Geld kommen, um eine neue zu kaufen. So sind wir auf den Ideenwettbewerb der Bundesregierung gekommen.« Das zugehörige Zoom-Meeting habe sie dazu inspiriert, sich genauer zu überlegen, welche Erfindungen die Welt dringend braucht.

Bundesweiter Wettbewerb

»Wir hatten uns schon eine Art Mehrwegbox für Tomatensoße überlegt, die in Supermärkten genutzt werden könnte, aber gemerkt, dass das nicht einfach wird und es so etwas auch schon gibt«, erinnert sich Tom Knauer. Tim und Kyans Mutter sei es schließlich gewesen, die die Jungs auf das Thema Müsli gebracht habe. »Wir haben überlegt, was wir machen können, um den Müll bei Müsliverpackungen zu reduzieren.«

Bei »Jugend gründet« hatten sich die vier ebenfalls beworben, allerdings knapp vor Abgabetermin. »Wir waren im Ski-Urlaub, haben abends unsere Idee weiter ausgearbeitet und um 23.59 Uhr abgegeben«, so die vier jungen Ingenieure. Mit ihrem Müsli-Automaten schafften es die vier in die zweite Runde des Bundeswettbewerbs. Vor einer Jury mussten sie ihre Idee vorstellen. »Wir sind dort in der Kategorie ›Green World‹ angetreten. Es waren insgesamt acht Teams und wir haben es leider nicht unter die ersten drei geschafft«, bedauern die Vilbeler.

Doch Aufgeben steht bei den jungen Unternehmern nicht auf dem Programm: »Wir verfolgen weiter unsere Idee und auch bei ›Jugend gründet‹ können wir noch ins Finale kommen, denn man kann sich auch über ein Planspiel qualifizieren. Das läuft gerade noch«, erklärt Tim Köttner. Einen klaren Plan haben die Jungs ebenfalls: »Wir wollen die Webseite ausbauen und einen Protoypen aus Edelstahl produzieren. Dann möchten wir das Gerät Supermärkten anbieten und schauen, wie es funktioniert.«

Sie hätten sich bereits mit Geschäftsleuten aus der Industrie getroffen und wertvolle Tipps erhalten: »Das war alles sehr hilfreich, denn wir müssen auf vieles achten.« Der Automat darf nicht zu teuer sein und muss natürlich alle Hygienebestimmungen erfüllen. Das erklärte Ziel von Tim, Mortiz, Tom und Kyan: Plastik- und Papiermüll im Müslivertrieb massiv reduzieren. »Wir haben offiziell noch keine Firma gegründet, aber das wollen wir auf jeden Fall machen«, berichten die vier Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums.

Wie es funktionieren kann

Das Team von »emptyBin« fasst auf der Webseite zusammen, wie sie sich die Funktion ihres Automaten vorstellen: »Der Produzent füllt das Müsli in Mehrwegmodule ab. Diese werden in die Supermärkte geliefert. Wir stellen Supermärkten den Müsli-Automaten zur Verfügung. Dort können die gefüllten Mehrweg-Boxen eingehängt werden. Der Kunde kann sich am Automat das Müsli mixen und in selbst mitgebrachte Behälter abfüllen. Als Alternative wird ein Mehrwegsystem zur Verfügung gestellt.« Ein Video, weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten sind unter www.emptybin.de zu finden. nma

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