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Kirschenernte ersteigert

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Unter der Anleitung von Marc Dudda (mit Block) sind Kirschen an den Bäumen an die Höchstbietenden versteigert worden. Geboten wurde in Schritten zu 50 Cent. © PRIVAT

Bad Vilbel (pm). Man könnte denken, der städtische Feldschütz, Marc Dudda, spricht von netten Kolleginnen und Kollegen, von guten Freunden oder gar seiner Familie, aber das ist am vergangenen Samstag nicht Fall. Diesmal geht es um Kirschen an städtischen Bäumen, die Dudda einmal mehr höchstbietend versteigerte.

Zunächst erklärte der Fachmann die Regeln: In 50 Cent Schritten geht es dabei so lange voran, bis ein Gebot den Zuschlag »zum Dritten« erhält. Ersteigert werden dabei nicht die Bäume selbst, sondern die Früchte, die sie tragen. »Wer einen oder mehrere Bäume ersteigert, kann zu dem Zeitpunkt, an dem die Kirschen reif sind, zum Abernten kommen. Die Pflege und die Unterhaltung der Bäume bleibt bei der Stadt«, erklärt Dudda.

Für die Anwesenden gab es nicht nur die Kirschen zu ersteigern. Marc Dudda hatte auch viel Wissenswertes über die Streuobstwiesen in Bad Vilbel sowie über den richtigen Baumschnitt zu erzählen. »Wir haben hier in Bad Vilbel diesen reichen Schatz der Streuobstwiesen und der so vielfältigen Natur. Unser aller Aufgabe ist es, diese Kulturlandschaft zu erhalten und daher erkläre ich den anwesenden Bieterinnen und Bietern auch immer, wo sie sich befinden und was es mit dieser Kulturlandschaft auf sich hat.« Auf diese Weise werde das Verständnis im Umgang mit der Natur geweckt.

Naturschutz steht vorm Verdienst

Viel Geld komme bei der Kirschenversteigerung nicht zusammen, es gehe vielmehr um den Spaß und darum, dass die Kirschen abgeerntet werden und somit auch ein Teil zum natürlichen Kreislauf der Streuobstwiesen beigetragen wird. »Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten in diesem Jahr mehrere Bäume ersteigern und können daher schon bald die Früchte ernten. Ich freue mich dann immer zu erfahren, was die Ersteigerer mit den Kirschen vorhaben und lasse mir gern leckere Rezepte für allerlei Köstlichkeiten erklären«, sagt Dudda.

Am letzten Baum angekommen, wurde es indes noch einmal formell, denn dann folgte die Abrechnung. Wichtig sei die Quittung, die alle Anwesenden erhalten haben, die einen Baum oder gar mehrere Bäume ersteigerten. »Diese Quittung berechtigt die Anwesenden ausnahmsweise mit dem Auto die Feldwege zu befahren, um zur Streuobstwiese zu gelangen und die Früchte zu ernten«, erklärt Dudda.

Bis zum nächsten Jahr stehen die Kirschbäume in ihrer Pracht dann weiterhin in den Streuobstwiesen. Unter den Bäumen wird dann wieder ökologisch »gemäht«, denn dies verrichten stets die Schafe des Schäfers Weyland, teilt die Stadt mit.

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