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Kultusminister ehrt die »Büchereimama«

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Von: Patrick Eickhoff

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Mit Renate Pröfrock (2. v. l.) freuen sich die Ehrenamtlerin Anja Beuth (l.), Schulleiterin Sabine Zecha und Sekretärin Sandra Geisler über die Auszeichnung für die »Büchereimama«. © Patrick Eickhoff

Renate Pröfrock ist vom Hessischen Kultusminister Alexander Lorz für ihr großes ehrenamtliches Engagement in der Bad Vilbeler Stadtschule ausgezeichnet worden. Dort ist sie seit mehr als 20 Jahren in der Bücherei tätig.

M it Büchern kennt sich Renate Pröfrock aus. Schließlich ist die kleine Bücherei in der Stadtschule so etwas wie ihr zweites Zuhause. Seit mehr als 20 Jahren ist die 63-Jährige dort aktiv, wo Sachbücher auf »Tom Sawyer und Huckleberry Finn« treffen. Die 63-Jährige weiß, was bei Grundschülern gefragt ist - und was nicht. »Man lernt nie aus«, sagt sie und lacht. So seien »Die wilden Fußballkerle« oder »Harry Potter« gar nicht mehr so gefragt wie noch vor einigen Jahren. Dafür stehen aber »Gregs Tagebuch«, »Die Olchis« oder Wimmelbücher à la »Wo ist Walter?« hoch im Kurs. »Die gehen immer«, sagt Pröfrock.

Lobende Worte und der Dank ans Team

Das Bücherei-Team in der Stadtschule hat Renate Pröfrock mit aufgebaut. Seit mehr als 20 Jahren betreut sie die Bücherei, leitet eine Gruppe ehrenamtlicher Frauen, kümmert sich mit viel Herzblut um Schüler und Klassen. »Durch meine eigenen Kinder hatte ich Einblick in den Kindergarten- und Schulalltag und mir wurde bewusst, dass überall ehrenamtlich Tätige nötig sind«, sagt sie. Als sich Ende der 90er Jahre ein Team in der Stadtschule formt, bleibt sie am Ball. »Das ist schließlich mein Baby hier.«

Für ihre langjähriges Engagement ist Renate Pröfrock vom Hessischen Kultusminister Alexander Lorz ausgezeichnet worden. Vorgeschlagen dafür hat sie die Schulleiterin Sabine Zecha. »Ich habe nur darauf gewartet, dass das Kultusministerium eine Ausschreibung veröffentlicht. Ich wusste auch genau, wen ich vorschlagen werde«, sagt sie. »Unter ihrer Leitung bekommen Kinder die Möglichkeit, in Büchern zu stöbern, geeigneten Lesestoff auszuleihen. Sie weiß genau, was gefragt ist und was nicht.« Renate Pröfrock verstehe es, ihre eigene Begeisterung für Literatur und ihr Engagement für lesende Kinder« so lebendig wirken zu lassen, dass sie andere anstecke und für ihre Arbeit gewinne. »Nicht zuletzt werden die Bücher in kleinen Ausstellungen immer schön präsentiert und gepflegt«, sagt Zecha. »Wir können froh und sehr stolz sein, dass sie mit solch einem außergewöhnlichen Engagement für die Stadtschule tätig ist.«

INFO: Lorz: »Wesentlicher Beitrag für Zusammenhalt«

Das Ehrenamt ist das Rückgrat des gesellschaftlichen Zusammenhalts und seine Förderung nimmt einen besonderen Stellenwert in der Politik der Hessischen Landesregierung ein. Kultusminister Alexander Lorz hat deshalb während einer Feierstunde in der Wiesbadener Carl-von-Ossietzky-Schule die besonderen Verdienste ehrenamtlich an Schulen tätiger Bürgerinnen und Bürger gewürdigt. Dabei erklärte er: »Wir haben fast 2,5 Millionen Menschen in Hessen, die sich ehrenamtlich engagieren. Es ist mir ein besonderes Anliegen, unseren Respekt dafür zu zollen und Danke zu sagen. Was hierbei an unseren Schulen auf die Beine gestellt wurde, ist bemerkenswert. Und gerade weil die Geehrten durch ihr Handeln einen wesentlichen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten, erhalten sie zusätzlich die Auszeichnung ›Mensch des Respekts‹ der Hessischen Landesregierung.« In den vergangenen Monaten konnten Bürgerinnen und Bürger aus Hessen dem Ministerium Menschen vorschlagen, die sich durch ihre ehrenamtliche Arbeit an Schulen verdient gemacht haben. Von ihnen sind 33 ausgezeichnet worden. »Sie engagieren sich in ihrer Freizeit mit Herzblut für die gesamte Schulgemeinde und setzen dort an, wo der normale Unterricht aufhört. Damit sind Sie ein leuchtendes Vorbild für unsere Gesellschaft. Ich hoffe auch in Zukunft noch viel von Ihnen zu hören und wünsche Ihnen alles Gute für Ihre wichtige Arbeit«, hielt der Minister fest. red

Kopfkino und Lesekompetenz

Renate Pröfrock erfährt erst an diesem Morgen, dass die Leiterin sie für die Ehrung vorgeschlagen hat. Die 63-Jährige ist sichtlich gerührt, lobt immer wieder das Team. »Ohne die anderen, wäre das nicht möglich. Wir sind eingespielt.« Pröfrock erinnert sich: »Als die E-Mail vom Kultusministerium kam, habe ich zuerst gedacht, das sei ein Fake.« Erst mit der Überprüfung der E-Mail-Adresse habe sie verstanden, dass sie ausgezeichnet werde. »Leider war ich bei der Verleihung im Urlaub.« Neben der Urkunde gab’s noch ein paar Kleinigkeiten und ein Glas auf dem »Mensch des Respekts« steht. »Das habe ich meinem Mann auf den Schreibtisch gestellt, damit er das auch nicht vergisst«, sagt Pröfrock und lacht.

Wenn die »Büchereimama« - wie Pröfrock von Stadtschulleiterin Sabine Zecha genannt wird - zwischen den Regalen steht und beobachtet, wie Kinder sich mit den Büchern befassen, dann geht ihr das Herz auf. »Es hat immer noch seine Faszination und das ist gut so.« Ein Buch schaffe eine eigene Welt und ein ganz besonderes Kopfkino. Es sei wichtig als Grundlage für die spätere Lesekompetenz. »Ich lese viel lieber ein Buch, als dass ich einen Film schaue.« Neben ihrem Einsatz in der Stadtschule ist Pröfrock außerdem in der Kita Arche Noah sowie einer neuen Kita im Quellenpark in den Büchereien im Einsatz. »Die Arbeit mit Kindern und Büchern macht einfach Spaß.«

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