1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Bad Vilbel

Lauf für die Kinderhospizarbeit

Erstellt:

Von: Patrick Eickhoff

Kommentare

wpa_IMG_4064_220722_4c_2
Tobi Buol-Wischenau und die Fackel des Kinder-Lebens-Laufes. Mit ihm freuen sich in Cristina Gonzalez von der Grünen Bande (v. l., Hocke), Sophie Schwartz, Mutter Katrin Buol-Wischenau sowie Sabine Kraft, Geschäftsführerindes Bundesverbands Kinderhospiz. © Patrick Eickhoff

Vom 7. April bis 7. Oktober steigt der zweite bundesweite Kinder-Lebens-Lauf. Mit ihm soll ein Zeichen für die Kinderhospizarbeit gesetzt werden. Am Donnerstag gab es einen Stopp in Bad Vilbel.

A lle Augen auf Tobi Buol-Wischenau: Der Zwölfjährige ist an diesem Morgen der Star in der Homburger Straße in Bad Vilbel. Vor dem Gebäude von Philipp Julius - dem Verein zur Förderung mehrfach schwerstbehinderter Kinder und ihrer Familien - und unter großem Applaus präsentiert er stolz die Fackel des Kinder-Lebens-Laufes.

Unter der Schirmherrschaft von Elke Büdenbender, der Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, verbindet dieser 120 Städte bundesweit und bestehende Kinderhospizangebote. »Wir freuen uns sehr, dass wir ein Teil der Aktion seien dürfen«, sagt Sophie Schwartz vom Verein aus Bad Vilbel.

7000 Kilometer

quer durchs Land

Der Spendenlauf ist Anfang April in Berlin gestartet. Bis 7. Oktober geht es quer durch Deutschland über rund 7000 Kilometer.

»Die Tour hat ein Ziel: Betroffene Familien haben den Wunsch, dass ihre lebensbedrohten Kinder so normal wie möglich leben können. Sie suchen nach Glücksmomenten und Begegnungen mit Menschen, die nicht wegschauen. Gemeinsam müssen wir Tabus und betretenes Schweigen in der Gesellschaft brechen« sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin vom Bundesverband Kinderhospiz.

Sie ist überwältigt von der positiven Stimmung an diesem Morgen in Bad Vilbel. Zahlreiche Helferinnen und Helfer vom Verein Philipp Julius sind gekommen, aber auch Erster Stadtrat Bastian Zander, Sozialdezernentin Ricarda Müller-Grimm und Stadtverordnetenvorsteher Oliver Junker überbringen ein kleines Geschenk seitens der Stadt.

Die Augen zieht allerdings Tobi auf sich. »Er ist heute das Gesicht von Philipp Julius«, freut sich Sophie Schwartz. »Ohne ihn würde die Fackel heute nicht nach Wiesbaden kommen.« Wieder gibt es großen Applaus. Und Tobi lacht.

Mit Oldtimern

nach Wiesbaden

Mit Oldtimern unter freundlicher Unterstützung von den Oldtimerfreunden Bad Vilbel, geht es später gen Oberrad. Von dort aus fährt die Engelsfackel mit Booten des THW über den Main und Rhein nach Wiesbaden Schierstein, wo sie an das Kinderhospiz Bärenherz weitergegeben wird. Die Stege stellen der Ruderverein Oberrad und der Wassersportverein Schierstein zur Verfügung. Für Tobi Buol-Wischenau, der an einer sogenannten Tetraspastik leidet und deshalb im Rollstuhl sitzt, ein echtes Highlight. »Er ist total aufgeregt, weil er schnelle Autos wirklich toll findet«, erklärt seine Mutter Katrin. Sie hält sich im Hintergrund. Tobi und die Fackel stehen im Vordergrund. »Er hat heute auch mit einer Sondergenehmigung schulfrei bekommen.« Als Sophie Schwartz den 12-jährigen fragt, ob er sich schon auf die Fahrt im Porsche freut, gibt es nicht nur ein strahlendes Lächeln sondern auch ein kräftiges »Ja«.

Der Verein in Bad Vilbel ist Mitglied im Bundesverband Kinderhospiz und deshalb Teil der Aktion. Er begleitet und berät Familien mit mehrfach schwerstbehinderten oder lebensverkürzt erkrankten Kindern. Mit Geschwisterarbeit, Informations-Veranstaltungen, gemeinsamen Familienfreizeiten oder Elternfrühstücken begleitet Philipp Julius Familien und will Lobbyarbeit leisten, damit die betroffenen Familien nicht alleine sind. »Wir sind sehr dankbar, dass wir das machen dürfen. Man bekommt von den Familien sehr viel zurück«, berichtet Schwartz.

Gemeinsam mit Sabine Kraft ist auch Cristina Gonzalez gekommen. Sie ist amtierende Bandenchefin der Grünen Bande, dem Jugendprojekt des Bundesverband Kinderhospiz. »Es ist wichtig, dass wir auf die Arbeit aufmerksam machen«, sagt sie. Sabine Kraft sieht das ähnlich. »Am Ende des Laufs wird es nach über 100 Stationen eine Fachtagung geben. Dabei soll der Fokus auf der digitalen Arbeit liegen. Das hat uns gerade die Corona-Zeit gelehrt.« Die Kinderhospizarbeit beziehungsweise generell die Hospizarbeit müsse sich auch mit diesem Thema beschäftigen. »Wir haben in den vergangenen zwei Jahren einige Angebote auf die Beine gestellt.«

Aufmerksam gemacht werden auf diese Arbeit soll mit dem zweiten Kinder-Lebens-Lauf. Die nächsten Stopps sind Wiesbaden, Koblenz und Siegen. Aber zu weit in die Zukunft blicken, möchte an diesem Morgen eigentlich niemand mehr. Um 12 macht sich die Gruppe auf den Weg in Richtung Oberrad. Mit einem strahlenden Tobi Buol-Wischenau und seiner Fackel.

Auch interessant

Kommentare