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Neue Mitglieder sind herzlich willkommen

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Sie sind die jüngsten Züchter im Verein: Benedikt, acht Jahre (links), und Florian, zwölf Jahre alt. © Jürgen W. Niehoff

Bad Vilbel (jwn). Am Samstagnachmittag war es wieder so weit in Gronau: die Bad Vilbeler Stadtgeflügelschau eröffnete seine Türen in der Breitwiesenhalle zur Stadtmeisterschaft der Geflügel- und Taubenhalter. Und das bereits zum 36. Mal.

»Eigentlich ist das mit der Stadtmeisterschaft nicht mehr so ganz richtig, denn mittlerweile ist es nur noch eine reine Vereinsmeisterschaft unseres Rassegeflügelzuchtvereins Gronau«, verrät Bernd Laupus. Er ist seit 22 Jahren Vorsitzender des RGZV Gronau, obwohl er eigentlich im benachbarten Rendel zu Hause ist. Aber er gehört dem Verein, der im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen feierte, bereits seit einer gefühlten Ewigkeit an.

Auch Jugendwart Volker Philippi ist kein Bad Vilbeler, sondern kommt aus Schöneck. »Ja, wir sind zwar seit 1921 ein Gronauer Verein, aber da leider unsere Mitgliederzahl schon seit Längerem rückläufig ist, sind wir auf Hilfe von außen angewiesen«, meint Laupus lachend.

Dabei ist ihm beim Thema »Mitgliederbestand« gar nicht zum Lachen zumute. »Uns sterben im wahrsten Sinne des Wortes die Mitglieder weg und aus der Jugend kommt leider auch nicht viel nach«, bedauert der Vereinsvorsitzende. Gerade einmal 53 Mitglieder zählt der Verein derzeit noch, darunter vier Jugendliche. »Und noch schlimmer ist, dass wir nur noch zwölf aktive Züchter haben« ergänzt Philippi. Dabei sei die Rassegeflügelzucht gar nicht so teuer. Ein Rassehahn und eine dazu passende Henne seien schon für 100 Euro zu haben. Hinzukomme jedoch ein Schuppen oder ein überdachter Käfig mit entsprechender Auslauffläche auf dem eigenen Grundstück.

Geduldige Nachbarschaft

Und natürlich eine geduldige Nachbarschaft, denn die Hähne habe die natürliche Eigenschaft schon in den sehr frühen Morgenstunden mit dem Krähen zu beginnen. »Und da macht nicht jeder Nachbar mit. Auch wenn wir hier in Gronau auf dem Land leben, gibt es immer wieder Beschwerden«, zählt der Vereinsvorsitzende eine der größten Hindernisse für den Einstieg in die Geflügelzucht auf. Ansonsten sei es ratsam, vor dem Einstieg oder auch später an Schulungen teilzunehmen, um Fehler zu vermeiden oder bei der Zucht zu besseren Ergebnissen kommen zu können.

Seit den 1980er Jahren waren Gronauer Züchter bei nationalen und internationalen Rassegeflügelschauen vertreten und konnten dabei einige Erfolge erzielen. Einen der größten Erfolge errang beispielsweise der 2. Vorsitzende Klaus Reifschneider mit seinen Münsterländer Feldtauben im Jahr 2003 in Ginsheim. Da gewann er mit seiner Taube den »Goldenen Siegerring«, eine der höchsten Auszeichnung in der Rassegeflügelzucht. Auch Philippi hat mit seinen Hühnern bereits Erfolge feiern können. Er kehrte 2010 mit der deutschen Meisterschaft zurück.

Schon vor Längerem ist aus der Stadtgeflügelschau eine reine Vereinsmeisterschaft geworden. Jetzt kämpft man nur noch innerhalb des Vereins um höchste Ehren. Trotzdem sind in diesem Jahr zwölf Züchter mit 238 Tieren anwesend und zwar mit Rassehühnern, Rassegänsen und mit Rassetauben. Am Freitagnachmittag bereits wurden Tiere in der Breitwiesenhalle abgeliefert. Dann übernahmen vier Prüfer das Ruder. Sie begutachteten allein und ohne Kenntnis, wem das jeweilige Tier gehört, die Tiere nach ganz bestimmten Kriterien. Die höchste Punktzahl liegt beispielsweise bei V 97. 97 und nicht 100 Punkte deshalb, weil es kein 100-prozentig perfektes Lebewesen gibt, erklärt Laupus. Die Bewertung ist zeitaufwendig und dauerte im Fall der Gronauer Veranstaltung bis Samstagnachmittag.

Dann jedoch wurde die Tierschau für die Öffentlichkeit geöffnet. Denn mit dem Publikum frischt der Verein über den Verkauf von Mittagessen, Kaffee und Kuchen seine Finanzen auf. Später dürfen dann auch die Züchter wieder zu ihren Tieren zurückkehren und am Abend wurden die Sieger gekürt. Verteilt wurden Pokale, Ehrenbriefe und als höchste Auszeichnung das »Band«. Das erhält allerdings nur das Tier mit der höchstmöglichen Punktzahl.

Ausdrücklich weist Laupus noch einmal darauf hin, dass neue Mitglieder, Kinder und Jugendliche herzlich willkommen seien. Wer also Interesse am Rassegeflügelzuchtverein Gronau hat, kann sich über das Vereinsleben im Schaukasten am Dalles in Gronau (Ortsmitte am Kreisel) informieren oder sich mit dem 1. Vorsitzenden Bernd Laupus unter der Telefonnummer 0 60 39/4 33 48 in Verbindung setzen.

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Der Vereinsvorsitzende Bernd Laupus (r.) zeigt mit seinem Jugendwart Volker Philippi (li) die eigenen Rassetiere. © Jürgen W. Niehoff

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