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Persönlicher Rückblick in Kurzgeschichten

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Von: Christine Fauerbach

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Doris Illian hat ein neues Buch geschrieben. © Christine Fauerbach

Bad Vilbel (cf). Doris Illian hat ihr zweites Buch veröffentlicht. In ihm blickt sie in Kurzgeschichten zurück auf ihr Leben in den 1950er Jahren in der Nachkriegszeit, auf die realen Ost-West-Verhältnisse und ihren Weg von Berlin-Treptow nach Frankfurt am Main.

Vielen Lesern dürfte Doris Illian als Mitglied des 1996 gegründeten Kunstvereins Bad Vilbel bekannt sein. Dort war das langjährige Vorstandsmitglied im Fachbereich Literatur aktiv, der die Lesereihen »Erbsenlesungen« (1997) und »Literaturzirkel« (1999) anbot. Illian war Leiterin des Literaturzirkels, Volker Hartung war von 1997 bis zum Sommer 2001 erster Leiter der »Erbsenlesungen«. Im Herbst 2001 übernahm Doris Illian die weit über die Quellenstadt hinaus bekannte und renommierte Reihe, die sie bis 2015 unter dem Motto »anspruchsvolle Vielfalt« organisierte. Viele namhafte Autoren, Journalisten, Künstler, Schauspieler und Prominente waren in den 125 »Erbsenlesungen« zu Gast. Sie lasen aus ihren Neuerscheinungen vor, brillierten in den öffentlichen Lesungen als versierte Erzähler oder untermalten diese musikalisch. Wie es hinter den »Kulissen« zuging, wie sich die Organisatorin fühlte, welche Herausforderungen sie auf Messen, Gesprächen mit den Verlagen und Honorarverhandlungen meistern musste wie auch einige Anekdoten aus den acht Lesungen pro Jahr, schildert sie in der Geschichte »Lesungen« in ihrem neuen Buch »verloren verschwunden vergangen aber nicht vergessen« Als Autorin trat Doris Illian 2010 in Erscheinung. Damals veröffentlichte sie mit »Liebesbriefe und Passierscheine« eine Liebesgeschichte aus den 1960er Jahren.

Mit »verloren verschwunden vergangen aber nicht vergessen - Geschichten aus einem Leben in Ost und West« legt sie nun ein weiteres Buch vor. Geschrieben hat sie an den 15 Geschichten rund eineinhalb Jahre. Zuvor hatte sie in ihrem Tagebuch gelesen. Dabei wurden wieder viele Erinnerungen an Menschen und Begebenheiten lebendig. Einige hat sie in ihrem Buch veröffentlicht. Sie erzählt ihren Lesern »in kleinen Geschichten« aus den Jahren 1945 bis 1989, von ihrer Kindheit und Jugend in Ost-Berlin, von ihrem Leben und Wirken in Frankfurt und Bad Vilbel. Sie erinnert sich an Menschen, an freudige und traurige Begebenheiten und an Dinge, die ihre Bedeutung behalten haben.

Doris Illian wurde 1937 in Berlin geboren. Ihre Flucht vor der Roten Armee 1943 aus der Kleinstadt Exin im Warthegau und den Verlust von Kleidern, Schulranzen und Spielsachen schildert sie in der Geschichte »Schulmappe«. Sie erinnert sich an ihre geliebte »Klassenlehrerin« in der »Grauen Schule«, an die selbst gebastelte Puppenstube in »Der Karton«, welche ihr ihre Schwester Ute zum neunten Geburtstag schenkte, an Träume, ihre Ausbildung in einer Apotheke nach dem Abitur, das spätere Studium an der Fachschule für Pharmazie in Leipzig mit dem Aufenthalt in »Das Wohnheim«, wo »Lebensmittelkarten und Bettzeug« mitzubringen waren. Sie nimmt ihre Leser mit zurück in »Die Margarethen-Apotheke« in Ostberlin. Teilnehmen lässt sie die Leser auch an ihrer »Brasilianischen Sommerromanze«, ihr unverhofftes Wiedersehen »Erkennen« mit einer Grundschulfreundin aus Ostberlin in Bad Vilbel und das lange Warten auf ihre Ausreise nach Frankfurt am Main. Bei der Lektüre, der in sich jeweils abgeschlossenen Geschichten blickt die Autorin auf ihr Leben in Ost und West zurück.

Doris Illian »verloren verschwunden vergangen aber nicht vergessen - Geschichten aus einem Leben in Ost und West«, BoD - Books on Demand, ISBN 978-3-7543-3777-6.

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