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Sieben Vollsperrungen

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Von: Niklas Mag

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In sieben Schritten werden das Pflaster der Frankfurter Straße und der Fahrbahnbelag ausgetauscht. © Niklas Mag

Sieben Vollsperrungen kommen auf die Frankfurter Straße zu. Die Stadt ist bereit, den Gewerbetreibenden entgegenzukommen. Es gilt die Devise: »Augen zu und durch« - bis zum Ende der Bauzeit 2023.

Die Formalia bei der Jahreshauptversammlung des Gewerberings sind schnell erzählt. Gewählt wird dieses Jahr nicht, 118 Mitglieder sind im Verein, das sind vier mehr als 2021, teilte der Vorsitzende Jochen Lukarsch im Restaurant Carl’s auf dem Heilsberg mit. »Wir hatten eine erfolgreiche Weihnachtsaktion, der digitale Adventskalender hat sehr gut funktioniert und das kam auch sehr gut an«, erklärte Lukarsch weiter.

Nun ging es an das Hauptthema des Abends: Der Zweite Vorsitzende Steffen Kreiling ergriff zuerst das Wort: »Ich spreche einmal pro Woche mit der Stadt über die Baustellensituation und versuche dabei, unsere Interessen bestmöglich zu vertreten. An Vollsperrungen werden wir wohl leider nicht vorbeikommen«, leitet er ein.

Frankfurter Straße wird erneuert

Mehr wusste Matthias Bremer vom Tiefbauamt der Stadt. »Rinnen und Pflaster werden in der Frankfurter Straße neu gemacht. Das ist eine riesige Aufgabe in der Innenstadt. Ganz zum Schluss kommt eine neue Asphaltdecke auf die Straße, aber das geht dann in nur wenigen Tagen«, erklärt er den Vilbeler Gewerbetreibenden. Nichtsdestotrotz müsse man für den Bürgersteigbelag abschnittsweise vorgehen.

Sieben Vollsperrungen werden nötig. Die erste zwischen Erzweg und Schmiedsgasse mit Beginn in den Sommermonaten. »Die Sperrungen werden unterschiedlich lang sein. Insgesamt rechnen wir mit einer Bauzeit von 36 Wochen«, so Bremer. »Wir hangeln uns Stück für Stück durch die Frankfurter Straße und sind Mitte 2023 damit fertig.« Die Straßenabschnitte komplett zu sperren sei leider nicht zu vermeiden. »Wir haben zu wenig Platz, um einfach nur einen Bürgersteig zu bearbeiten und die Autos auf der Straße fahren zu lassen.« Es gebe Richtlinien für die Sicherheit der Arbeiter, die eingehalten werden müssen. »Eine Vollsperrung hat aber auch Vorteile: Wir können schnell und sicher bauen.«

Die Gewerbetreibenden nahmen diese Neuigkeiten mit ernster Miene auf, stellten schließlich Fragen zur Baustelle vor dem Alten Rathaus. Hier gehe es nicht sichtlich voran, es seien nie Arbeiter zu sehen, monieren die Geschäftsinhaber.

»Wir haben eine Verstärkung der Mannschaft bei der Baufirma verlangt. Dort gab es wohl coronabedingte Ausfälle«, schilderte Bremer. Zudem hätten nicht kartierte Leitungen die Arbeiten aufgehalten. Auch seien kleinere Arbeiten nicht immer unbedingt sichtbar, müssten aber gemacht werden, bevor es weitergehen könne. Friseurmeister Thomas Horinek fragte nach: »Wäre es denn nicht möglich, eine Pause zu machen und die Straßenbeläge später fertigzustellen, damit sich die Innenstadt etwas erholen kann?«, fragt er in die Runde. Er habe Ähnliches in Heusenstamm erlebt. Dort werde die Innenstadt nach langer Bauzeit weiterhin von Besuchern gemieden, was dem Handel extrem zusetze. Wegen zwei Corona-Jahren habe außerdem keiner der Gewerbetreibenden aktuell das Geld, die Leute mit viel Marketing durch die Baustelle in ein Geschäft zu ziehen.

»Wir müssen für den Hessentag 2025 mit allem rechtzeitig fertig sein«, warnt Kurt Liebermeister (CDU) vom Stadtmarketing. Auch Steffen Kreiling meint: »Wir hatten das schon einmal mit der Stadt durchgesprochen. Es ist ein Für und Wider. Ich persönlich denke, Augen zu und durch wäre am besten.«

Mehr Hinweise auf Vilco-Parkhaus

Die Gewerbetreibenden wünschen sich Hilfe von der Stadt, um das kommende Jahr zu überstehen. Mehr Hinweise auf das Vilco-Parkhaus, damit die Menschen von dort in die Frankfurter Straße laufen oder von der Stadt mitfinanzierte Veranstaltungen in der Innenstadt im Sommer, lauten die Ideen.

Einen neuen Gesprächskreis mit allen Beteiligten, um solche Ideen zu diskutieren, gibt es seit Neuestem bereits. »Wir werden das mit ins Dezernat nehmen und mit dem Dezernenten Sebastian Wysocki (CDU) besprechen«, versprechen Matthias Bremer und Straßenamtsleiter Timo Jehner. nma

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