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Sport treiben und Brücken bauen

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Von: Christine Fauerbach

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Freuen sich über das beitragsfreie Sportangebot des SV Gronau: Diana (14), Mutter Irina, Denis (4), SVG-Übungsleiterin Martina Laupus und Liane (9). © Christine Fauerbach

Bad Vilbel (cf). Eine muntere Gruppe Kinder umringt Übungsleiterin Martina Laupus in der Breitwiesenhalle. Voller Elan lassen die Mädchen und Jungen ihrem Bewegungsdrang freien Lauf. Mittendrin ist Denis. Der Vierjährige ist neu in der Kinderturngruppe. Er wohnt erst seit Kurzem mit seiner Mutter Irina und seinen Schwestern Liliane (9) und Diana (14) in Gronau.

Am 5. März hat die Familie ihre Heimat verlassen. Vater Artem Tkach ist zu Hause geblieben.

Ihr Zuhause ist in Kamenskoe

Zu Hause, das ist die Universitätsstadt Kamenskoe (auch Kamjanske) in der Ukraine. »Gleich am ersten Kriegstag, dem 24. Februar, flogen sieben Raketen in unsere Stadt. Die erste schlug morgens um 5 Uhr am Flughafen ein«, berichtet Irina Tkach. Unsere Nachbarstädte wurden noch viel stärker bombardiert«, fügt die 36-Jährige hinzu. Bei den Nachbarstädten handelt es sich um Mariupol, Charkiw und Kiew. Die Mutter schloss ihren Laden zu - »ich habe ein kleines Geschäft für Kinderspielzeug und Süßigkeiten« -, packte das Wichtigste in Koffer und bestieg mit ihren drei Kindern einen Bus nach Lwiw (Lemberg). Von dort ging es weiter nach Uzhhorod an die ukrainisch-slowakische Grenze. »Von der Grenzstadt Uzhhorod sind wir mit dem Bus weiter nach Deutschland, bis nach Ulm gefahren. Von Ulm nach Bad Vilbel haben wir den Zug genommen.« In Bad Vilbel holte sie eine Freundin ab, brachte sie vorübergehend in das Haus einer Bekannten. »Wir mussten uns nach einer anderen Wohnung umsehen. Aufgenommen hat uns Familie Cerny in Gronau. Sie stellten uns in der ersten Etage ihres Hauses zwei Zimmer und ein Bad zur Verfügung. Die Familie ist sehr, sehr gut zu uns«, sagt die Mutter.

Die Töchter hören schweigend zu. Die Mutter berichtet, dass sie von ihren Lehrern in der Ukraine online unterrichtet werden. Inzwischen ist auch der Vater von Irina Tkach aus Kiew in der Quellenstadt eingetroffen.

Geflüchtete aus der Ukraine können beim SV Gronau das komplette Sportangebot beitragsfrei wahrnehmen. Dieses Angebot nehmen alle drei Kinder gerne an. »Das ist sehr gut. Sie können mit anderen Kindern und Teenagern spielen und Sport treiben.« Sport verbindet, hilft den Kindern, eine Brücke über Sprachbarrieren, Grenzen und Kulturen hinweg zu ihren neuen Bekannten aufzubauen. Die Familie hofft, dass sie trotz aller Gastfreundschaft schnell wieder nach Hause fahren kann.

Wer aus der Ukraine kommt und Interesse am Sportangebot des SV Gronau hat, kann zum Sportplatz oder an die Breitwiesenhalle kommen. Informationen gibt es auf der Website unter sv-gronau.de oder beim 2. Vorsitzenden Rigo Umlauf unter 01 74/3 21 96 76.

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