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Es sind deutlich über 100 Menschen, die in Bad Vilbel am Sonntag ihre Verbundenheit mit dem Wald ausdrückten.

Bad Vilbeler Wald-Liebe

Über 100 Lichter für den Stadtwald

  • VonNiklas Mag
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Über 100 Lichter leuchteten am Sonntagabend im Bad Vilbeler Stadtwald. Deutlich mehr Menschen waren zusammengekommen, um ihre Verbundenheit mit dem Wald auszudrücken.

Vom Parkplatz am oberen Ende des Erzwegs zieht sich ein gerader Weg über mehrere Hundert Meter durch den Stadtwald. Die Vilbeler kennen ihn. Haben die die Schotterstraße aber nie so leuchten sehen wie am Abend des 3. Advents. Zwei Kinder haben sich die Mühe gemacht, und sind die Reihe abgelaufen. 96 Lichter haben sie gezählt und verkünden glücklich ihr Ergebnis. Immer mehr Menschen kommen, eine Kerze nach der anderen findet ihren Platz in der Lichterreihe.

»Ich bin hier für den Nabu Bad Vilbel. Wir haben zu dieser Aktion aufgerufen«, sagt Karin Schmidt, die mit Heike Schloßhan-Salomon vom Arbeitskreis Bad Vilbeler Wald die Lichtaktion organisiert hat. »Es war eigentlich eine spontante Idee von Heike. Wir wollen heute auf die zerstörerischen Effekte des Klimawandels hinweisen und auch den Holzeinschlag im Stadtwald kritisieren.«

Der Vilbeler Stadtwald sei ein wichtiger Teil des großen Ganzen, werde vonseiten der Stadt aber zu selten aus einem ökologischen Blickwinkel betrachtet, findet Schmidt. Eine Umweltkommission, die jüngst in Bad Vilbel ihre Arbeit aufgenommen habe, sei zwar ein guter Schritt, meint sie, doch: »Die Naturschutzverbände haben in der Sitzung leider kaum Gehör gefunden. Das war sehr schade.« Das wolle man so nicht stehen lassen und deshalb sei sie glücklich, dass so viele Menschen dem Aufruf gefolgt sind, ihre Verbundenheit mit dem Wald auszudrücken. »Außerdem passt das Aufstellen der Lichter ja auch wunderbar in die Adventszeit.«

Biologische Vielfalt im Blick

Der Stadtwald verfüge über eine riesige biologische Vielfalt für einen Wald dieser Größe. Es gibt alte Eschen und alte Buchen, die sonst nicht mehr so häufig zu finden seien. Sie setze große Hoffnungen in das Forsteinrichtungswerk, das die Umweltkommission nun erarbeiten solle. »Wir hoffen, dass wir so Einfluss nehmen können. Das haben wir als Nabu auch bei Bürgermeister Thomas Stöhr schon zu bedenken gegeben.«

Abseits der Ökologie ist der Wald als Naherholungsort wichtig für die Vilbeler. »Der Wald ist immer frequentiert. Egal, ob Leute einfach nur die Natur genießen oder Sport treiben wollen, hier ist immer jemand unterwegs«, sagt Karin Schmidt.

Der Arbeitskreis Bad Vilbeler Stadtwald hatte im vergangenen Jahr damit begonnen, den Holzeinschlag im Wald auf höchster Ebene in Bad Vilbel zu thematisieren. Eine Petition war die Folge, die von zahlreichen Menschen unterschrieben wurde. Die Bad Vilbeler Koalition reagierte, indem sie die Wiedereinsetzung der Umweltkommission in den Koalitionsvertrag aufnahm. Die Diskussionen sind damit aber nicht beendet, immer wieder findet der Wald Platz auf den Tagesordnungen städtischer Gremien.

In der vergangenen Woche einigten sich alle Parteien im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss auf die vorübergehende Aussetzung der Fällung einiger alter Eschen, bis mehr über deren Gesundheitszustand bekannt ist. Bis Februar soll Hessen Forst einen Fragenkatalog beantworten, dann wird über die Fällung der Bäume entschieden.

Karin Schmidt und Heike Schloßhan-Salomon haben die vielen Vilbeler mobilisiert.
Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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