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Vom Café Kleeblatt und dem Umgang mit Demenz

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Von: Niklas Mag

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Hans-Ulrich Callies hat in Bad Vilbel vieles angestoßen. Er feierte vergangene Woche seinen 80. Geburtstag. © Niklas Mag

Bad Vilbel (nma). Hans-Ulrich Callies ist in der vergangenen Woche 80 Jahre alt geworden. Der Vilbeler war lange Zeit in der Kommunalpolitk aktiv und hat das Café Kleeblatt aufgebaut und damit zahlreichen Demenzerkrankten und deren Angehörigen über die Jahre die Möglichkeit geschenkt, für ein paar Stunden aus dem Pflegealltag zu kommen.

Seit 1973 in

Bad Vilbel

Hans-Ulrich Callies kam 1973 aus dem Ruhrgebiet nach Bad Vilbel. »Erst mal habe ich in Gronau gewohnt und bin dort direkt in den Ortsbeirat eingetreten.« Von 1981 bis 1985 saß Callies im Wetterauer Kreistag. »Außerdem habe ich mich hier in Vilbel damals sehr in der Christuskirche engagiert«, erinnert sich der 80-Jährige. Callies wirft einen Blick auf seinen Garten und fährt fort: »Ich bin 2004 in Pension gegangen und hatte zuvor 34 Jahre bei der KFW gearbeitet.« In der Entwicklungsfinanzierung sei er viel unterwegs gewesen und gereist. Durch die Pensionierung wurde Zeit für mehr Lokalpolitik frei: »Die SPD hat damals vorgeschlagen, wenn ich nun nichts zu tun hätte, könnte ich doch den Fraktionsvorsitz übernehmen«, erzählt Callies und lacht. »Das habe ich dann auch getan, denn ich saß bereits seit 2001 in der Stadtverordnetenversammlung.« Es sei eine Zeit gewesen, an die er sich gerne zu-rückerinnere.

Der heutige Stadtrat Udo Landgrebe (SPD) sei damals Parteivorsitzender gewesen. Man habe die Aufgaben untereinander aufgeteilt und das habe hervorragend funktioniert. »Das haben wir vier Jahre lang so gemacht. Von 2005 bis 2009«, schildert er. 2012 hat er mit seinem 70. Geburtstag seine jahrzehntelange Arbeit in der Lokalpolitik beendet. »Ich habe mich allerdings sehr gefreut, dass ich zum Ehrenfraktionsvorsitzenden ernannt worden bin. So kann ich weiterhin ein Teil der Sitzungen und des politischen Geschehens sein.«

Bewusstsein für Thema Demenz

2005 hat Hans-Ulrich Callies außerdem das Café Kleeblatt mitgegründet. Dreimal pro Woche bietet das Café einen Nachmittag für Menschen mit Demenz an. Auf diese Weise können die pflegenden Angehörigen für ein paar Stunden anderen Dingen nachgehen. »Bis Dezember letzten Jahres war ich für das Café verantwortlich. Nun hat Lucia André übernommen.« Der Umgang mit Demenz habe sich seit 2005 stark geändert. »Damals war es so, dass die Stigmatisierung enorm war. Menschen mit Demenz wurden von Familien eher versteckt, und wir fanden, dass man das aufbrechen müsste.« Die Gäste des Café Kleeblatt sollten eine neue Lebensqualität kennenlernen und gleichzeitig die Angehörigen entlastet werden. »Wir sind damals mit den demenzerkrankten Menschen einfach durch die Innenstadt gelaufen. Es ist uns gut gelungen, in Bad Vilbel ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen«, resümiert der Vilbeler. Sukzessive konnte man die Angebote des Cafés erweitern.

Callies bleibt als

Berater erhalten

Die Stadt Bad Vilbel habe immer mit Geld ausgeholfen. »Es war nicht einfach, eine Nachfolgerin zu finden, und ich habe mich sehr gefreut, dass Lucia André das Café übernommen hat.« Die Verantwortung sei hoch, die Arbeit nicht wenig. »Buchhaltung, die Organisation der Teams, all das ist wirklich nicht ohne.« Callies bleibt dem Café im Fahrdienst und als Berater erhalten.

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