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Vorbereitet auf den Jahreswechsel

  • VonChristine Fauerbach
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Bad Vilbel/Karben (cf). Die Silvesternacht steht auch in diesem Jahr im Zeichen der Pandemie. Erneut hat die Bundesregierung den Verkauf von Böllern und Raketen verboten, Wunderkerzen oder Knallerbsen sind in der Silvesternacht erlaubt, alle größeren Feuerwerke und Böller dürfen wegen der Corona-Pandemie auf belebten öffentlichen Plätzen nicht gezündet werden.

Wie Corina Weisbrod von der Polizeidirektion Wetterau informiert, können Städte stark frequentierte Gebiete, Plätze, Straßen oder Brücken sperren, um Menschenansammlungen zu verhindern. »Die Polizei achtet auf die Einhaltung der Verbote und Vorschriften und ist wie vorgesehen mit entsprechenden Kräften im Dienst. Für die Durchsetzung der Gebote ist die Stadt zuständig.«

Polizeihauptkommissar Holger Götzmann, Dienststellenleiter der Polizeistation Bad Vilbel, die auch für Karben zuständig ist, sagt: »Wir haben mehr Kräfte an Silvester im Einsatz, die Dienststärke auch im Blick auf eventuelle Versammlungen verstärkt. Wir werden Kontrollen durchführen. Im Notfall werden wir durch Polizisten aus Frankfurt und Mittelhessen verstärkt..«

Keine Plätze gesperrt

Fachbereichsleiter Matthias Stengel vom Fachdienst Allgemeine Gefahrenabwehr der Stadt Bad Vilbel sagt: »Die Zuständigkeit liegt bei der Gesundheitsbehörde und der Polizei, da wir an Feiertagen nicht arbeiten und keine entsprechende Personaldecke haben. Wir sind Silvester nicht im Dienst. Die Stadt hat keine publikumsträchtigen Plätze gesperrt.«

Manuel Peña Bermúdez, Leiter der Stadtpolizei Karben, sagt: »In Karben gibt es keine Sperrung von Plätzen. Es gilt die Allgemeinverfügung des Wetteraukreises. Diese bezieht sich auf das Verkaufsverbot von Pyrotechnik und Menschenansammlungen von mehr als zehn Personen. Das Abbrennen ist nicht verboten. Was sollen wir kontrollieren? Wir sind an Silvester mit zwei bis drei Leuten im Dienst.«

Auch die Feuerwehr Bad Vilbel hat laut ihrem stellvertretenden Stadtbrandinspektor Josef Achmann an Silvester keine besonderen Vorbereitungen getroffen. »Wir sind wie üblich im Einsatz, haben eine Rufbereitschaft.« In der Pandemie sind die Dienste auf den Wachen auf ein Minimum zurückgefahren. »Ich gehe davon aus, dass weniger Pyrotechnik als sonst üblich abgebrannt wird, da es bereits im letzten Jahr relativ ruhig war.« Typisch an Silvester und Neujahr seien brennende Abfallbehälter, Mülltonnen und Papierkörbe, die durch Feuerwerkskörper verursacht wurden. Josef Achmann warnt vor dem Abbrennen von Feuerwerk aus alten Beständen und nicht zertifiziertem aus dem Ausland. »Da sollte man höllisch aufpassen, die sind im wahrsten Sinn des Wortes brandgefährlich.« Karbens Stadtbrandinspektor Christian Becker erklärt, dass der Brandschutz an Silvester und Neujahr wie immer sichergestellt sei. »Wir gehen etwas entspannter in die letzte Nacht des Jahres, weil wir mit weniger Feuerwerken als sonst rechnen. Wir kommen immer, wenn die Bürger uns brauchen. Die Feuerwehren wünschen allen einen guten Rutsch.«

Nicht begeistert ist Peter Balzer (Feuerwerkerei Schwab, Bad Vilbel) von dem Verbot, Raketen und Knallkörper zu verkaufen. »Grundsätzlich halte ich die Entscheidung für problematisch« sagt er. In Deutschland gekaufte Böller und Raketen durchliefen ein Prüfverfahren und seien bei bestimmungsgemäßer Verwendung sicher. Werde der Verkauf von Feuerwerken verboten, kann das nach Ansicht von Balzer den Schwarzmarkt befeuern. Solche Böller seien nicht sicher, es sei dringend davon abzuraten. Die Begründung, durch das Verbot die Kliniken zu entlasten, hält Balzer für nicht schlüssig. Menschenansammlungen seien sowieso untersagt. Laut Balzer hat sich der Verkauf von Silvesterfeuerwerkskörpern im Familienbetrieb Schwab dramatisch verringert. »Unser anderes Standbein sind Feuerwerke bei großen Veranstaltungen, auch da ist der Umsatz erheblich eingebrochen«, berichtet er. Das Unternehmen erhalte zwar staatliche Überbrückungshilfen, aber am Ende müssten Rücklagen angegriffen werden. Balzer sieht Versäumnisse bei der Politik. »Vor zehn Wochen tat man noch so, als sei die Pandemie vorbei, um nach ein paar Wochen wieder eine Vollbremsung zu machen.« ihm/FOTO: IHM-FAHLE

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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